Heimische Zweiradfans rasen nicht – sie „rollern“

+
Im Rollerclub Kierspe werden Fahrzeuge vieler Hersteller bewegt. Seit 1999 treffen sich regelmäßig die Zweiradfreunde, unter anderem zu gemeinsamen Ausfahrten.

Kierspe - Nach getaner Arbeit sitzen die Männer unter dem Vordach des Blockhauses. Davor scheint das weiche Licht der Abendsonne auf eine Reihe gepflegter Motorroller. Auf dem ehemaligen Gelände des Hundevereins in der Schnörrenbach haben die Aktiven des Rollerclubs Kierspe eine wunderschöne neue Heimat gefunden.

Jetzt will das Team um den Vorsitzenden Peter Richter wieder durchstarten und hofft dabei auf das Interesse weiterer Motorrollerfreunde aus dem Volmetal. „Rollern statt rasen“ lautet das Motto des 1999 gegründeten Vereins. Das hindert die meisten Mitglieder der Gruppe aber nicht am zügigen Vorwärtskommen. Tourenplaner Bodo Bergmann aus Halver gibt bei den jährlichen Clubfahrten gern noch den einen oder anderen Kilometer dazu. So waren die Fahrer jüngst im Harz unterwegs. Nächstes Jahr, das verrät Bergmann schon mal, geht es mit den Rollern ins Emsland. 

Dazwischen sind die Fans der komfortablen Zweiräder je nach Wetterlage von März bis Oktober aktiv. Zum Start in die diesjährige Saison besuchte ein Teil der Gruppe den ersten Motorradgottesdienst im Jahr am Valberter Haus Nordhelle. Danach ging es noch kreuz und quer durch das Sauerland – ein sonniger Vorfrühlingstag, der Lust auf mehr machte. 

Zweirad mit Kofferraum und Wetterschutz: Roller fahren bedeutet viel Komfort auf zwei Rädern.

An vielen Wochenenden waren die Mitglieder des Klubs seither nach Absprache in der Region unterwegs. Und sie haben sich auf dem Gelände der Firma Hohage an der Volmestaße an der Aktion „Autofreies Volmetal“ beteiligt. „Unser Pannenservice für Fahrräder ist sehr gut angekommen“, erzählt der 1. Vorsitzende Peter Richter. Dazu gab es Spiele für Kinder und Infos über den Klub. 

Höhepunkt in diesem Jahr aber war die Übernahme der jetzt vereinseigenen Anlage in der Schnörrenbach. Das Blockhaus haben die Rollerfans gekauft und das umliegende Grundstück von der Stadt Kierspe gepachtet. Etwas Sorge macht der Gruppe die schwer erkennbare Zufahrt von der viel befahrenen Landstraße 528 aus. Das dahinter liegende Gelände ist in vielen Arbeitsstunden hergerichtet worden. Beim jüngsten Treffen wurden sogar die ersten Weinreben vor der Veranda gepflanzt – angeliefert natürlich auf einem Motorroller. 

Aus Hobby wird Leidenschaft 

Rollerfahren ist ein schönes Hobby; es kann aber auch zu einer Leidenschaft werden. Bestes Beispiel dafür ist Mauro Stennardo, ein Urgestein der Kiersper Rollerszene. Drei Mal hat er mit seinen Fahrzeugen aus dem Hause Piaggio in den vergangenen Jahren die gut 1000 Kilometer lange Strecke zwischen Kierspe und seiner alten italienischen Heimat überwunden. Aber ausgerechnet seine Landsleute legten ihm dabei auf den letzten Kilometern Steine in den Weg. Mauro Stennardo durfte mit seinem 125-Kubik-Roller, anders als in Deutschland und Österreich, nicht auf die Autobahn. „Auf der Ausweichstrecke über Land habe ich mich verfahren. Darum hat die Anfahrt ewig gedauert,“ erzählt er. 

Mittlerweile hat der italienische Staat ein Einsehen und lässt auch 125er Roller auf die Autobahnen. Mehr als 1000 Kilometer an einem Stück? „Kein Problem. Im Auto döst man dann ein und wird unaufmerksam. Auf dem Roller bin ich, genügend Pausen vorausgesetzt, die ganze Zeit hellwach und hoch konzentriert“, so Stennardo. Ganz so extrem geht es bei den Rollerfreunden in der Regel nicht zu. Sie hoffen angesichts der Neuausrichtung jetzt auf weitere Interessenten aus dem oberen Volmetal, die Spaß an dem Angebot haben und mitmachen möchten. „Wir sind jeden Mittwoch ab 17 Uhr ein paar Stunden hier in der Schnörrenbach auf unserem Gelände“, lädt Peter Richter alle Fahrerinnen und Fahrer zum zwanglosen Schnupperbesuch ein. Telefonische Auskunft gibt es bei ihm unter der Rufnummer 0 23 59/16 06 oder bei Mitglied Jürgen Lellwitz unter der Handynummer 0175/8077992.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.