Rönsahler Wein fast erntereif

+
Noch wenige Wochen brauchen die Trauben bis zur Ernte. Regelmäßige Kontrolle ist aber unverzichtbar. ▪

RÖNSAHL ▪ Über eine üppige Rebenernte freuen sich Marlene und Manfred Thobae aus Rönsahl. Bereits vor 35 Jahren pflanzten die beiden für ihren Sohn einen Weinstock, der nun immer wieder Früchte trägt.

„Eigenen Wein zu heben, bedeutet uns viel“, das sagen Marlene und Manfred Thobae aus Rönsahl. Ein vielsagendes Lächeln spielt um die Mundwinkel der Eheleute, die in der Ortslage „Im Park“ ein schmuckes Eigenheim mit angegliedertem Ziergarten und integriertem Atrium bewohnen. Seit dem Eintritt ins Rentenalter bleibt den beiden viel Zeit für ihr Hobby – und das ist nun einmal die Pflege von Haus und Garten.

„Unser Garten ist für uns erweiterter Wohnraum und das im wahrsten Sinne des Wortes“, sagen die Eheleute unisono. „Dabei nehmen wir das Wetter halt wie es kommt. Denn auch ein regenreicher Sommer hat durchaus seine positiven Seiten.“ Wie zum Beweis für diese Meinung deutet der Hausherr mit ausgestrecktem Arm auf die überdachte Terrasse, die das Wohnzimmer mit dem Garten verbindet. Unter dem lichtdurchlässigen Terrassendach sorgt ein dicht verzweigtes Geflecht aus bis zu fingerdicken hellgrün belaubten Zweigen, über und über behangen mit bereits goldgelb gefärbten Trauben für den besonderen Hingucker in diesem Bereich des Anwesens. Der dazugehörige Weinstock wurzelt gleich nebenan an der mit weißen Steinen versehenen Hauswand und ist der ganze Stolz der Gartenliebhaber. Er hat seine eigene Geschichte: „Als wir vor 35 Jahren unser Haus gebaut haben und es anschließend auch um die Gestaltung des Gartens ging, da wünschten sich unsere Kinder eigene Pflanzen zur Pflege. Diesen Wunsch haben wir natürlich gern erfüllt“, erinnert sich der Vater. „So durfte unser Sohn Dirk einen veredelten Waldbeerstrauch pflanzen und Uwe entschied sich für einen Weinstock. Beide haben bis heute überlebt. Der Weinstock hat sogar eine vor rund zehn Jahren vorgenommene Verklinkerung der Fassade schadlos überstanden.“

Das im Grunde wenig anspruchsvolle Gewächs überstand also nicht nur viele „Sauerländer Winter“, sondern dankte die liebevolle Pflege im Laufe der Jahre mehrfach mit üppiger Traubentracht. Wie zur Bestätigung blättert Marlene Thobae im eigens angelegten Album und berichtet davon, wie ihr Manfred und dessen Freund Norbert zu Hobby-Winzern wurden, weil die reichlich vorhandenen Trauben natürlich zur Herbstzeit auch sachgemäß verarbeitet werden sollten. Beide machten sich kundig in Sachen Weinzubereitung, besorgten das für die Gärung notwendige Zubehör, und der technisch bewanderte Freund baute sogar eine funktionierende Presse zur Gewinnung des Fruchtsaftes.

„Zwar war die Erstauflage ein wenig trocken, aber dennoch haben wir den selbst gekelterten Wein schätzen gelernt“, sagt Winzer Manfred. Die Vorfreude auf die in den kommenden Wochen nun wieder anstehende Ernte ist ihm deutlich anzumerken. Auch diesmal rechnen die Hobby- Winzer nämlich mit einer Traubenernte um die 50 Kilogramm. ▪ cr

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare