Rönsahler Landjugend 72 Stunden lang im Einsatz

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Auch ein neues Geländer wurde an der oberen Plattform des Turmes angebracht. –

RÖNSAHL – „Was lange währt, wird endlich gut.“ Dass dieses Sprichwort in absehbarer Zukunft auch für den ehemaligen und längst außer Betrieb befindlichen Wasserturm gelten wird, hoffen nicht nur die Mitglieder der Rönsahler Landjugend. Von Rainer Crummenerl

Die aktive Jugendgruppe um ihren Vorsitzenden Jens Frettlöh und „Projektleiter“ Sascha Skorupa hatte sich am Wochenende nämlich eine besondere Aufgabe vor die Brust genommen: Wiederum war die hiesige Landjugend sofort „Feuer und Flamme“, als seitens des Dachverbandes der Westfälisch-Lippischen Landjugend in Münster vor rund einem halben Jahr zur Teilnahme an einer landesweiten Aktion im Sinne der Öffentlichkeit aufgerufen worden war. Dabei sollte es – wie bereits vor zwei Jahren – darum gehen, innerhalb einer festgelegten Zeit und frei nach dem Motto „ Wir fürs Dorf – unser Einsatz ist unbezahlbar“ einen nachhaltigen Beitrag im Sinne der jeweiligen Dorfgemeinschaft zu leisten.

Schon damals hatte sich die Rönsahler Landjugend erfolgreich an dieser Aktion beteiligt und etwas Sinnvolles fürs Dorf auf die Beine gestellt. Damals wurde der schon länger im Raum stehende Plan zur Anlage eines Wanderpfades entlang des Rönsahlbaches in die Tat umgesetzt. Sogar der Bau einer aus Naturmaterialien selbst angefertigten Brücke über den Bach und in der Nähe des alten Mühlengrabens gehörte dazu.

Auswahl des Projekts blieb örtlichen Gruppen überlassen

Waren seinerzeit für Durchführung und Vollendung der Arbeiten insgesamt 48 Stunden angesetzt, so sah die Ausschreibung diesmal sogar einen Zeitraum von 72 Stunden vor. Die Auswahl des jeweiligen Projekts blieb dabei den verschiedenen örtlichen Gruppen innerhalb des Verbandsgebietes überlassen.

Daraufhin begannen in Rönsahl die Überlegungen: „Unser Dorf, mehrfach als Golddorf im Märkischen Kreis ausgezeichnet, ist einfach ohnehin schön“, stellten die Jugendlichen im Frühjahr fest, als eine Kommission des Landjugend- Verbandes zwecks Themenfindung für den Wettbewerb vorbeigeschaut hatte. Der dabei zunächst ins Auge gefasste Plan, einen der vorhandenen Kinderspielplätze „aufzupolieren“, kam nicht zum Tragen, weil diese sämtlich in guter Verfassung sind. Schließlich entschieden sich die Jugendlichen dafür, den alten Wasserturm auf der Höhe, der in den 1950er Jahren und darüber hinaus als Vorratsbehälter für die Wasserversorgung des Dorfes gedient hatte, mittlerweile aber schon lange ungenutzt ist, gründlich „in die Mangel“ zu nehmen. Dadurch wollten sie dafür sorgen, dass das inzwischen doch recht heruntergekommene Gebäude künftig wieder einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden kann.

Mit diesem Vorhaben rannte die Landjugend beim Eigentümer des Geländes, Dieter Gohmann, sowie bei Ortsbürgermeister Horst Becker offene Türen ein. Zudem bekam damit der in den 1990er Jahren vom SGV ins Spiel gebrachte Gedanke, den Wasserturm und dessen Zuwegung in das Fernwandernetz des Sauerländischen Gebirgsvereins auf der Strecke zwischen Biedenkopf und Leverkusen zu integrieren, neue Nahrung. Seinerzeit waren bereits erste Schritte zur Umgestaltung des Turms in eine Schutzhütte unternommen worden. Das Vorhaben verlief aber im Sande – wohl auch wegen mangelnder Attraktivität des Gebäudes und seiner Umlage, die dann mehr und mehr zur „wilden Müllkippe“ verkamen. Umso mehr freut man sich darüber, dass sich dies nun grundlegend ändern soll.

Schon gleich nach dem offiziellen Startschuss zur 72-Stunden-Aktion am Freitagabend legten die rund 25 Jugendlichen mächtig los. Sie griffen zu Axt und Spaten, räumten jede Menge alter Autoreifen und wild wucherndes Astwerk zur Seite und betätigten sich als Wegebauer und Handwerker. Schließlich galt es, dem Gemäuer des Wasserturms innen wie außen ein neues und ansehnliches „Outfit“ zu verpassen.

Aufstieg wieder gefahrlos möglich

Dazu gehörten verschiedene Arbeiten wie unter anderem das Verlegen von Leitungen, ein neuer Anstrich, das Aufstellen von Rast- und Ruhebänken sowie die Anlage eines Schutzgeländers auf dem Turm selbst. Dieser ist dadurch wieder gefahrlos zu besteigen und ermöglicht eine gute Fernsicht auf das Dorf und seine Umgebung.

Als flankierende Maßnahme im Rahmen der Landjugend-Aktion gilt zum einen die Anbringung eines Tores. Mit dessen Hilfe sollen der Weg zum alten Wasserturm für Unbefugte gesperrt und das Abkippen von Müll verhindert werden. Weitere Maßnahmen sind die unbedingt erforderliche Erneuerung der Eingangstür zum Turm selbst und die Markierung des bestehenden Wanderweges vom Wasserturm zum Weg nach Löh.

Nach Abschluss der Arbeiten am Montagabend und beim Betrachten des gelungenen Werkes gab es viel Lob für die Landjugend, die nun im Stillen darauf hofft, dass ihr Engagement im Sinne der Allgemeinheit vielleicht sogar mit einem der vom Landjugend-Verband ausgelobten Preise belohnt wird.

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