Brennerei: Nach dem Schnaps kommt die Kultur

+
Als eines der bedeutendsten kulturellen Zentren im hiesigen Raum gilt die im Jahre 1870 erbaute Historische Brennerei in der Ortslage Hauptstraße 23 in Rönsahl.

Rönsahl - „Museen grenzenlos“ – unter diesem Motto informiert ein interkommunales Netzwerk über die heimische Industriegeschichte und über kulturelle Schwerpunkte im rheinisch-westfälischen Grenzraum. Ein kürzlich aufgelegtes bebildertes Prospektblatt führt auf die Spuren der beginnenden Industrialisierung im heimischen Raum, die schon weit ins 18. und 17. Jahrhundert und zum Teil noch darüber hinaus reichen, und lädt ein zu einer Entdeckungsreise ins „Ruhrgebiet des Mittelalters“, wie das Gebiet im südwestlichen Zipfel des Sauerlandes- und des angrenzenden Bergischen beziehungsweise Oberbergischen Landes gern genannt wird.

Im Blick auf Pflege und Erhalt eben dieser Zeugen aus alter Zeit nimmt die Stadt Kierspe – dies nicht zuletzt dank zahlreicher Initiativen des aktiven Heimatvereins und etlicher Heimatfreunde – eine führende Position ein und verfügt über gleich mehrere aussagefähige „Erinnerungsposten“ aus unterschiedlichen Epochen. 

Nach dem in diesem Zusammenhang bereits vorgestellten Bakelitmuseum im ehemaligen Amtshaus sowie dem Schleiper Hammer gilt die heutige Betrachtung der Historischen Brennerei in Rönsahl als einem von insgesamt acht Objekten, die in diesem Rahmen besprochen werden sollen. 

Im Jahre 1870 wurde das bis auf den Tag eindrucksvolle, spätklassizistische, aus Bruch- und Backsteinen bestehende Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft gleich dreier repräsentativer Wohn- und Geschäftshäuser wohlhabender Pulverfabrikanten an der Hauptstraße in Rönsahl errichtet. Bauherr war der Landwirt und Schnapsbrenner Wilhelm Haase. 

In der Folgezeit wurde im Laufe vieler Jahrzehnte in dem lange im Familienbesitz befindlichen Gebäude ein hochwertiger und weit im Land bekannter Weizenkorn beziehungsweise der dafür benötigte hochprozentige Alkohol gebrannt. Später setzte der Spirituosenfabrikant Krugmann aus Meinerzhagen diese Tradition fort, bis die Destillation von Alkohol im Jahr 2002 hier aus Kostengründen aufgegeben werden musste. 

Gern machen Besuchergruppen von der Möglichkeit einer fachkundigen Führung durch die Räumlichkeiten der Brennerei mit ihren bis heute im Original erhaltenen historischen Einrichtungsgegenständen Gebrauch.

1986 unter Denkmalschutz gestellt, wechselte der Gebäudekomplex einschließlich des ebenfalls denkmalgeschützten markanten achteckigen Schornsteins 2008 den Besitzer wie den bisherigen Verwendungszweck. Unter Regie des neuen Eigentümers Horst Becker und eines Fördervereins sowie dank finanzieller Unterstützung durch die NRW-Stiftung und weiterer Sponsoren konnte der gesamte Gebäudekomplex komplett saniert und zu einem der wichtigsten kulturellen Zentren im Kiersper Stadtgebiet umgestaltet werden. Mehrere Veranstaltungsräume auf unterschiedlichen Ebenen bieten seitdem Platz für kulturelle Veranstaltungen, aber auch Vereins- und Familienfeiern in großer Vielfalt. 

Zudem werten eine mit vielen „Erinnerungsposten“ aus vergangener Zeit ausgestattete Heimatstube sowie mehr noch eine seit dem Jahr 2011 in privater Regie unter dem Dach der ehemaligen Brennerei betriebene Bierbrauerei nebst integrierter Braustube und dem zusätzlichen „Außer-Haus-Verkauf“ gleich mehrerer Sorten schmackhaften „Rönsahler Gebräus“ den Komplex der Historischen Brennerei weiter auf. 

Besichtigungen sowie Führungen, aber auch Anmietungen der Räume können mit dem Eigentümer Horst Becker unter der Rufnummer 01 70/2 97 25 30 abgesprochen werden. Becker ist auch unter der E-Mailadresse RoHo.Becker@t-online.de zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare