"Gefühl, schikaniert zu werden"

Gehweg blockiert! Mann aus MK ärgert sich über Knöllchen - für seine zwei Autos

Rein rechtlich ist die Situation klar: Die Hecks der beiden Fahrzeuge ragen fast bis zur Straße, blockieren den Gehweg – dafür gibt es Knöllchen. Doch darüber ärgert sich Alexander Löbe, weil es an dieser Stelle keinen Fußgängerverkehr geben würde.
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Rein rechtlich ist die Situation klar: Die Hecks der beiden Fahrzeuge ragen fast bis zur Straße, blockieren den Gehweg – dafür gibt es Knöllchen. Doch darüber ärgert sich Alexander Löbe, weil es an dieser Stelle keinen Fußgängerverkehr geben würde.

Kierspe - Rein rechtlich ist die Situation klar: Die Hecks der beiden Fahrzeuge ragen bis auf den Gehweg und blockieren diesen damit – ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, der mit einem Verwarngeld geahndet wird.

Dies weiß auch Alexander Löbe, der Besitzer der beiden Fahrzeuge. Dennoch ärgert er sich über die 30 Euro teuren Knöllchen, die er pro Fahrzeug erhält, maßlos. „Es gibt hier keinen Fußgängerverkehr“, bietet der Rönsahler allen an, sich acht Stunden bei ihm hinzusetzen und die Fußgänger zu zählen. „Es gibt vielleicht alle paar Tage mal einen Spaziergänger mit Hund!“

Denn Alexander Löbe wohnt am letzten Stück der Sackgasse Im Park. Zwischen ihm und dem Wendehammer gibt es nur noch zwei Häuser. Die Straße am Rand von Rönsahl in Richtung Oberbergischer Kreis biete weder Autofahrern eine Durchfahrt, noch führe ein Fußweg über die Straße. „Hier ist es absolut ruhig, deshalb bin ich vor 26 Jahren auch hierhin gezogen“, erläutert Löbe.

Und in dieser langen Zeit gab es nie Probleme hinsichtlich Verwarnungsgelder. Erst in den vergangenen gut zwei Jahren bekämen er und seine Frau häufiger Post vom Kiersper Ordnungsamt – vier oder fünf Mal – und dies dann zumeist doppelt, bedeutet also, dass nicht nur 30, sondern 60 Euro für den Verkehrsverstoß fällig werden. „Es würde jemand behindert“, habe man ihm vonseiten des Ordnungsamts erklärt. „Wenn jemand da wäre“, fügt Löbe hinzu. Für ihn ist es ein konstruierter Fall. Daher habe er das Gefühl, grundlos schikaniert zu werden.

In der engen Garage sei das Aussteigen sehr schwierig, insbesondere mit den kleinen Kindern oder mit dem Einkaufskorb – zumal Löbes Frau auch hochschwanger ist. Daher komme auch ein Parken an anderer Stelle, also weiter weg, weniger in Betracht. Und die Straße ist zu schmal, sodass man das Fahrzeug dort nicht abstellen kann. Rettungs- oder auch Versorgungsfahrzeuge (Müllabfuhr) kämen nicht mehr durch. Die Folge: Es ist ebenfalls ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, der mit einem Verwarnungsgeld belegt wird.

Die Verwarnungsgelder würden sich in den vergangenen zwei Jahren häufen.

Dies bestätigt auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung auch Oliver Knuf, Leiter des Sachgebiets Ordnung und Umwelt. Gleichzeitig macht Knuf aber auch deutlich, dass man bei der Überwachung auch des ruhenden Verkehrs in Kierspe alle gleich halte. 

Wenn einmal etwas passiert, möchte man sich nicht dem Vorwurf aussetzen, etwas versäumt zu haben. Warum die Straße Im Park möglicherweise früher nicht kontrolliert worden war und es daher für das Blockieren des Gehwegs keine Knöllchen gab, vermag der Ordnungsamtsleiter nicht zu sagen.

Oliver Knuf weist aber darauf hin, dass seine Mitarbeiter in den letzten Jahren mehr Zeit für den Außendienst hätten und daher alle Kiersper und Rönsahler Straßen kontrollierten. Daran werde sich auch nichts ändern. Nur, weil es auf der Straße Im Park keinen oder nur sehr wenig (Fußgänger-) Verkehr gebe, würde man diesen nicht außen vor lassen. 

Wenn ein Fußgänger auf die Straße treten müsste und ihm dort dann etwas passieren würde, setze sich das Ordnungsamt dann durchaus berechtigter Kritik aus, wenn es nicht kontrolliert hätte. Alexander Löbe und seine Frau müssen also auch in Zukunft mit Knöllchen rechnen, wenn ihre Fahrzeuge den Gehweg blockieren. Oder andere Möglichkeiten für das Abstellen ihrer Autos suchen.

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