Vierbeiniger Therapeut verstärkt Betreuungsdienst

Der acht Monate alte Riesenschnauzer Niko ist auf Anhieb gut Freund mit den Bewohnern der Seniorenresidenz in Kierspe. Niko wird derzeit zum Therapiebegleithund ausgebildet. - Fotos: Crummenerl

Kierspe - Noch klingt es zwar ein wenig nach Zukunftsmusik, was sich derzeit in der Kiersper Seniorenresidenz tut. Doch wenn alles nach Plan läuft – und die Chancen stehen gut – könnte das Betreuungsteam der 74 Bewohner schon bald einen neuen vierbeinigen Kollegen bekommen.

Die Rede ist von Hund Niko. Der Riesenschnauzer ist acht Monate alt und damit im jugendlichen und besten Lernalter – denn er macht derzeit eine spezielle Ausbildung zum Therapiebegleithund. Niko stammt aus einer als besonders charakterfest und für die Ausbildung zum Therapiehund bestens geeigneten sogenannten Schönheitslinie seiner Rasse. Bei den Maltesern in Siegen hat er bereits den ersten Schritt – die Ausbildung zum Besuchshund – hinter sich gebracht.

Die Ausbildung zum Therapiehund dauert insgesamt ein Jahr. Niko muss dabei mehrere unterschiedliche Ausbildungsstufen bei einer speziellen Hundeschule im Siegerland absolviert und mit Zertifikat abschließen. Anschließend soll der Schnauzer dann regelmäßig in der Betreuungsarbeit in der Seniorenresidenz eingesetzt werden.

Schon beim ersten Vorstellen des Vierbeiners sei es gelungen, ein Lächeln in die Gesichter auch jener Bewohner zu zaubern, die sonst eher zurückgezogen leben. Darüber freut sich vor allem Hundebesitzer Julian Halbe. Der 24-Jährige, staatlich anerkannter Ergotherapeut aus Wenden, ist seit Anfang dieses Jahres im Leitungsteam der Seniorenresidenz tätig. Er findet mit seinem Vorhaben bei der Einrichtungsleitung viel Zustimmung. Die tiergestützten Therapie habe sich bereits bei Demenzkranken bewährt.

Zwar gehöre der Einsatz von speziell ausgebildeten Therapiehunden noch eher zu den Ausnahmen bei der Betreuung erkrankter Menschen. Allerdings werde die tiergestützte Therapie mittlerweile zunehmend in der praktischen Arbeit von Pädagogen, Kliniken und Heimen angewandt. Sie eröffne auch neue Möglichkeiten für die Arbeit der Seniorenresidenz, merkte Julian Halbe an.

Auch die Tatsache, dass er für die Ausbildung seines Vierbeiners zunächst einmal 6000 Euro auf den Tisch legen muss, stört den jungen Mann recht wenig. „Dafür winkt uns hier in Kierspe die Chance, wahrscheinlich als erste Einrichtung dieser Art im gesamten Bundesland NRW, schon bald über einen vierbeinigen Therapeuten zu verfügen und diesbezüglich eine absolute Vorreiterstellung auf dem Gebiet der tiergestützten Gruppen- wie Einzeltherapie einzunehmen – und darauf freuen wir uns“, sagte Halbe abschließend.

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