Riesenbärenklau wird gemeinsam bekämpft

Gemeinsame Sache im Kampf gegen die Herkulesstaude machen wollen die Anrainer und Grundstückseigentümer der im ehemaligen Gemeindegebiet von Rönsahl fließenden Bäche und Teichanlagen. Ebenfalls mit ins Boot geholt wurden dabei Mitarbeiter der Wuppertaler Stadtwerke, die im Einzugsgebiet der Kerspetalsperre mit den gleichen Problemen konfrontiert sind.

RÖNSAHL ▪ Gemeinschaftliches Arbeiten und die Bündelung der Kräfte soll den angestrebten Erfolg bringen, das jedenfalls ist das erklärte Ziel, das die Mitglieder des Wasser- und Bodenverbandes Rönsahl im Verlauf ihrer Bachbegehung mit Schwerpunkt im Bereich des Löher Baches jetzt als wichtigstes Vorhaben für dieses Jahr festlegten. Möglichst flächendeckend und grundstücksübergreifend soll gegen die Herkulesstaude, auch als Riesenbärenklau bekannt, vorgegangen werden.

Bereits bei einer im vorigen Jahr erfolgten Vorbesprechung waren sich alle Beteiligten, nämlich die Anrainer der im Rönsahler Raum vorhandenen Fließgewässer und Teichanlagen, darüber einig, dass es nun an der Zeit sei, gemeinsam etwas gegen die weitere Ausbreitung des ungeliebten und zudem bei Hautkontakt auch gefährlichen Gewächses zu unternehmen.

Jetzt – und zwar rechtzeitig zu Beginn der Vegetationsperiode und der Hauptwachstumszeit auch für Wildpflanzen – ist nach Auskunft von Verbandsvorsteher Helmut Pulvermacher der richtige Zeitpunkt für eine nachhaltig wirksame Bekämpfung dieser ursprünglich aus dem fernen Kaukasus stammenden und bereits im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführten Wildpflanze zu unternehmen.

Ebenfalls im heimischen Raum hat sich die Herkulesstaude in den letzten Jahrzehnten immer stärker ausgebreitet. Sie wird durch die Zunahme an Brachflächen, Uferrandstreifen, Industriebrachen und ähnlichen nicht mehr unmittelbar genutzten Flächen gefördert. Wie Verbandsgeschäftsführer Fritz Voswinkel dazu erläuterte, geschieht die Vermehrung der Herkulesstaude nicht über die Wurzeln sondern über eine große Anzahl von Samen. Pro ausgewachsener Pflanze, so der Naturfreund weiter, können während eines einzigen Jahres 10 000 bis 50 000 schwimmfähige Samen gebildet werden. Vor allem Gewässer mit ihren Überschwemmungsgebieten sowie Verkehrsanlagen über die Verwirbelung entlang der Straßen und Gleise bilden dabei die Hauptverbreitungswege.

Zudem werden die Samen über den Menschen als Zierpflanze im Garten, durch wilde Komposthalden und Aussaat als Bienenweide verbreitet. Im Rönsahler Raum, also dem Aktionsgebiet des hiesigen Wasser- und Bodenverbandes, hat die Verbreitung des Riesenbärenklaus vornehmlich entlang von im Bereich des Haarhauser sowie des Löher Baches liegenden Uferzonen und angrenzenden Wiesentälern in den letzten Jahren derart zugenommen, dass dort eine akute Verdrängung der heimischen Flora und Fauna befürchtet wird, weil die wild wuchernde Pflanze nahezu alles andere überwuchert und erstickt.

Mindest ebenso zu beachten, so Voswinkel weiter, sei besonders die gesundheitliche Gefahr für den Menschen, die von der Herkulesstaude ausgehe. So enthalte der Saft aller Pflanzenteile giftige Inhaltsstoffe, die in Verbindung mit Sonnenlicht zu schweren, verbrennungsähnlichen und vor allem schmerzhaften Erscheinungen auf der Haut führen können, die nur schwer abheilen. Deshalb sei dringend vor einer Berührung der auf den ersten Blick recht dekorativ wirkenden Pflanze zu warnen und auch bei den nun in Angriff zu nehmenden Bekämpfungsmaßnahmen wollen sich die Beteiligten durch sachgemäße Kleidung schützen.

Bei den jetzt begonnenen Maßnahmen machen die Anrainer der betroffenen Bachläufe und Parzellen in Rönsahl gemeinsame Sache mit den Bediensteten der Wuppertaler Stadtwerke, hier besonders mit den im Bereich der Kerspetalsperre tätigen Beschäftigten, denn auch für das Einzugsgebiet der Talsperre bestehen die gleichen Probleme hinsichtlich der Herkulesstaude. Gemeinsam will man dem Übel auf mechanischem Wege, also durch das Ausstechen der jetzt noch jungen Pflanzen beziehungsweise durch das Zerstören des Wurzelstockes beikommen und dabei möglichst auf den Einsatz von Herbiziden, die im Ufer- und Bachbereich ohnehin gesetzlich verboten sind, verzichten.

Auch während des Sommers sollen entsprechende Maßnahmen wie das Abmähen der Pflanzen und das Entfernen und sachgemäße Entsorgen vorhandener Blüten- und Samenstände ergriffen werden, um die weitere Verbreitung des Riesenbärenklaus einzudämmen, so das geplante Vorgehen, das nach Bedarf im kommenden Jahr wiederholt und ergänzt werden soll, wie es abschließend hieß.

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