Auf das richtige Winken aus der Kutsche kommt es an

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Bei den von Hauptmann Volker Vollmann angeordneten 20 Hüftschwüngen während des Strafexerzierens hatte Frank Herberg die Lacher auf seiner Seite. ▪

KIERSPE ▪ Bevor sich der letzte Umzug im Rahmen des Schützenfestes in Bewegung setzte, gab es noch ein paar ganz wichtige Hinweise für die neuen KSV-Majestäten.

So unter anderem dazu, wie sie am besten und vor allem standesgemäß aus ihrer weißen Kutsche dem am Straßenrand wartenden Schützenvolk zuwinken sollten. Die kurze, nichtsdestotrotz zugleich aber humorvolle Unterweisung von „Beppo dem Großen“ nahm Adjutant Thilo Frischholz beim Antreten am Montagabend auf der Straße Am Hedberg vor. Dabei zeigte er anschaulich, wie es geht – und wie auf keinen Fall, so dass es nicht peinlich wird. Aber Stephan und Jennifer Jatzkowski hatten es schnell begriffen und machten bei ihrem ersten Festzug in Amt und Würden den allerbesten Eindruck.

Vier Kapellen mit den Fanfarenzügen Meinerzhagen und Landsknechte Halver, der Stadtkapelle und dem Feuerwehrspielmannszug reihten sich in den Umzug ein. Neben den neuen Majestäten war ebenfalls das Prinzenpaar Krystian Wagner und Mandy Stanke dabei, die in einem schwarzen Cabrio saßen.

Zum einen waren die Schützen zum letzten Umzug angetreten, zum anderen jedoch auch zum Strafexerzieren: Das Kommando unter der Führung von Armin Jung, seinem Stellvertreter Volker Vollmann und Spieß Klaus Neunz pickte sich eine Reihe von Blaukitteln aus den verschiedenen KSV-Gruppen heraus, die während des Festes negativ aufgefallen waren: Frank Herberg vom Zug Elbringhausen zum Beispiel war mehrfach aus dem Zug ausgeschert und wurde dafür diszipliniert. Er musste aus dem Grund 20 Hüftschwünge ausführen, was in den Reihen der Schützen wie auch der zahlreich erschienenen Zuschauer für viel Gelächter sorgte. Achim Hoffmann, der allerdings nicht anwesend war, rügte Hauptmann Volker Vollmann wegen seiner unaufgeforderten Zwischenreden. Für ihr Engagement für die Interessen des KSV belobigte er hingegen dann vom Damenzug Michaela Laus, obwohl diese eigentlich Mitglied bei den Bruderschützen vom ASV ist. Die Frauen kamen diesmal tatsächlich ausgesprochen gut weg.

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Festzug mit den neuen Majestäten

Auch die Kiersper Jungs als eine der jüngsten Abteilungen des Vereins fanden Erwähnung: Jens Schürmann und Sebastian Jagielki hatten sich Respektlosigkeiten als Verfehlung zu schulden kommen lassen und sollten dafür jeweils bis zum Zugende laufen, was Jagielki tat, während Schürmann, völlig ermattet vom morgendlichen Frühschoppen, es vorzog, stehen zu bleiben und zu warten. Kritik durch Vollmann gab es auch an Jörg Makowski und Gerd Kleinfeld aus den Reihen des Vorstandes, die jedoch ebenfalls beim Antreten durch Abwesenheit auffielen. Vielleicht hatten sie ja gehört, was ihnen drohte.

Vom Kommando musste sich Stefan Walter Kritik gefallen lassen, weil er bei Befehlen nicht richtig zugehört hatte. Er bekam zwei lange Ohren als „Lauschverstärker“. Christian Teschner, auch vom Kommando, dagegen erhielt Freibier von Kommandochef Armin Jung, weil er als neuer Feldwebel stets „100-prozentigen Einsatz“ gezeigt habe. Ein dickes Lob fand der Hauptmann ebenfalls noch für die Schützenmäuse, die immer lieb und brav seien. Dafür sollten alle ein „Bussi“ von ihrem Maskottchen Martin Friedrich erhalten. Das war ein Befehl, den dieser natürlich gerne und sofort befolgte. Für seinen tapferen Einsatz bei einer Streitschlichtung war genauso Ralf Gieselberg die Anerkennung von Vollmann sicher. Er handelte sich damit zu seiner Freude einen „Thekenspezialgang“ ein.

Anschließend ging es los über Goethe-, Lessing- und Wiesenstraße und dann bereits wieder zurück über Friedrich-Ebert- und Jahnstraße zum Festplatz. Viele Bürger wollten es sich nicht entgehen lassen, dem neuen KSV-Königspaar zuzuwinken und schauten sich das fröhliche und erneut farbenprächtige Spektakel an. Überall erschallte laut der Schützenruf „Horrido!“.

Die verkürzte Route wird montags immer gewählt, weil alle Schützen schon den Frühschoppenumzug durch die Kneipen im Dorf hinter sich haben und lieber im Zelt weiterfeiern möchten. Gesagt, getan: Zur Musik der Gruppe Sam wurde bis in die späte Nacht hinein der Festausklang begangen und die Stimmungswogen schlugen noch einmal hoch. ▪ Rolf Haase

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