Ein Funke und die Feier ist für die Wehrleute vorbei

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Steht ein Weihnachtsbaum in der Wohnung, sollte der Feuerlöscher – oder zumindest ein Eimer mit Wasser – griffbereit sein. Christian Schwanke und Christopher Eichert (links) geben Tipps zum Umgang mit Baum, Böllern und Kerzen.

Kierspe - Sitzt ein Feuerwehrmann am Tisch, sitzt die Leitstelle immer mit am Tisch. Über den Funkmeldeempfänger kann der Kollege in der Zentrale jede Feier mit einem Knopfdruck zunichtemachen.

Bei Familienfeiern und gerade auch an Festtagen wie Weihnachten löst das dann bei den Ehrenamtlichen wenig Begeisterung aus.

„In den vergangenen Jahren haben wir an Heiligabend eigentlich immer Glück gehabt“, erzählt Christian Schwanke. Aber wie jeder Wehrmann kann auch er sich an jedes Fest erinnern, das durch einen Einsatz abrupt beendet wurde. „Vor fünf oder sechs Jahren hatte ein Kiersper sein Essen auf dem Herd vergessen, da mussten wir dann am Heiligen Abend raus. Das war damals so richtig passend um kurz nach Acht an dem Abend“, so Schwanke vom Löschzug Stadtmitte.

Statistische Anomalie

Dass es in den vergangenen Jahren ruhig blieb, ist aber doch eher eine statistische Anomalie, da es nahezu jeden zweiten Tag einen Einsatz in Kierspe gibt. „Allein in diesem Jahr gab es bislang 168 Einsätze. Da ist Feiern auf Abruf Normalität“, führt Christopher Eichert von der Löschgruppe Neuenhaus aus.

Den beiden Wehrleuten ist es aber nicht nur wegen der eigenen Ruhe an den Feiertagen ein Anliegen, auf den richtigen Umgang mit Weihnachtsbäumen, Kerzen und Silvesterknallern hinzuweisen, sondern auch aus Sorge um ihre Mitmenschen. Denn es sind die Wehrleute, die immer als erste sehen, welche Folgen ein Brand für die Menschen hat, die davon betroffen sind.

„Feuer durch brennende Adventskränze und Weihnachtsbäume kommen bundesweit gar nicht so selten vor. Häufig ist die Ursache fehlerhafter Umgang mit den Kerzen und der Dekoration“, so Schwanke.

Umgang mit dem Baum

„Das fängt schon mit dem Kauf des Baums an. Dieser sollte so frisch wie möglich sein. Und wenn der Weihnachtsbaum in der Wohnung steht, ist es wichtig, ein Austrocknen zu verhindern. Es ist auch keine gute Idee den Baum in der Nähe von Öfen, Kaminen oder Heizkörpern aufzustellen“, rät Schwanke. Er sagt auch, dass jeder, der Lichterketten statt Wachskerzen verwenden würde, schon eine große Gefahrenquelle ausschalten würde. Eichert: „Wenn es aber echte Kerzen sein müssen, dann sollten diese nie unbeaufsichtigt brennen. Wichtig ist aber auch, dass sich keine kleinen Kinder und Haustiere alleine im Raum befinden, wenn Kerzen brennen. Es empfiehlt sich, bei Kindern im Haushalt auch darauf zu achten, dass Feuerzeuge und Streichhölzer unzugänglich aufbewahrt werden.“

Und noch eine Empfehlung der Wehrleute: „Für den Fall eines Falls sollte immer ein Eimer Wasser oder noch besser ein Feuerlöscher bereitstehen.“ Ansonsten gelte: Den Raum verlassen, Türen schließen und die Feuerwehr rufen. Schwanke: „Sollte sich jemand bei Löschversuchen Brandverletzungen zugezogen haben, dann empfiehlt es sich, diese zehn Minuten mit handwarmem Wasser zu kühlen.“

Auch wenn die Adventszeit fast vorüber ist, haben die beiden Kiersper Wehrmänner auch Tipps im Umgang mit Adventskränzen und Kerzen: Adventskränze sollten niemals auf einer brennbare, sondern immer auf einer festen, nichtbrennbaren, Unterlage stehen. Zu trockene Äste sollten vom Kranz entfernt werden. Kerzen immer so befestigen, dass sie nicht umfallen können, auch dann nicht, wenn es zu einer Erschütterung kommt. Kerzen niemals unter tief hängende Gegenstände stellen, wie Regale, Lampen, Dekoration oder Vorhänge.

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