Rettungsdienst zieht nach Gebäudeumbau an die Friedrich-Ebert-Straße

Rettungswagen findet Platz im alten Gerätehaus

Das alte Feuerwehrgerätehaus Stadtmitte an der Friedrich-Ebert-Straße wird umgebaut, damit der Rettungsdienst dort sein neues Domizil finden kann. Allerdings mietet der Märkische Kreis dafür nur die linke Hälfte des Gebäudes. 	Foto: Becker
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Das alte Feuerwehrgerätehaus Stadtmitte an der Friedrich-Ebert-Straße wird umgebaut, damit der Rettungsdienst dort sein neues Domizil finden kann. Allerdings mietet der Märkische Kreis dafür nur die linke Hälfte des Gebäudes. Foto: Becker

Wird der Rettungswagen in einem Notfall gerufen, dauert es günstigstenfalls nur wenige Minuten bis die Retter eintreffen. Ganz anders sieht es aus, wenn ein neuer Rettungswagen stationiert werden soll – noch dazu an einem Standort, an dem es bislang keinen Wagen gab.

Kierspe - Bereits Ende 2019 hatte der Kreistag den neuen Rettungsdienstbedarfsplan beschlossen, der vorsieht, dass ein neues Fahrzeug zur Wache nach Meinerzhagen kommt, um die Einsatzbereitschaft wochentags in den Tagesstunden zu verbessern. Der Wagen ist dann auch, wie vorgesehen, im vergangenen Jahr gekommen – wobei auch da der ursprüngliche Zeitplan an zu wenigen Bewerbern scheiterte. Doch letztlich stand ein Wagen montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr in der Rettungswache an der Oststraße bereit. Aus Platzmangel musste das neue Fahrzeug erst einmal in der Waschhalle geparkt werden.

Um die Einsatzzeiten gerade in Kierspe zu verbessern, war auch damals schon geplant, den neuen Rettungswagen dort zu stationieren. Doch dafür musste in der Volmestadt erst einmal die passende Infrastruktur geschaffen werden.

Erste Überlegungen sahen vor, den Wagen in einer der neuen Garagen, die damals gerade am DRK-Heim errichtet worden waren, zu parken. Das Personal hätte dann die Einrichtung des DRK-Heims nutzen können. Doch dazu kam es nicht, weil sich der Märkische Kreis letztlich für ein anderes Gebäude entschieden hat.

Bereits vor einigen Jahren hatten CDU und UWG Kierspe vorgeschlagen, das neue Feuerwehr-Gerätehaus so zu bauen, dass dort eben auch ein Rettungswagen stationiert werden könnte. Diese Pläne wurden nicht umgesetzt, unter anderem, weil es sich bei Feuerwehr und Rettungsdienst um unterschiedliche Dienstherren handelt und der Bau einer erweiterten Anlage nicht ohne weiteres abzurechnen gewesen wäre.

Doch mit dem Gerätehaus waren CDU und UWG auf der richtigen Fährte, wohl ohne es zu ahnen, denn die Stadtverwaltung bot dem Märkischen Kreis das „alte“ Feuerwehrgerätehaus Stadtmitte am Ortsausgang in Kierspe für die Stationierung von Rettungswagen und Mannschaft an. Dieser Plan wird nun auch umgesetzt. „Der Mietvertrag zwischen dem Kreis und der Stadt ist unterschrieben. Allerdings müssen vorher noch Umbauten erfolgen“, teilt Alexander Bange von der Pressestelle des Märkischen Kreises auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung mit.

Der neue Rettungswagen, hier ein baugleiches Modell, erhält seinen Standort im alten Feuerwehrgerätehaus an der Friedrich-Ebert-Straße.

Nach den Angaben des Pressesprechers muss noch der Stellplatz für den Rettungswagen hergerichtet werden, außerdem müssen ein Aufenthaltsraum und Sanitärräume geschaffen werden. Weitere Auskünfte konnte er nicht geben, da dieser Umbau in den Händen der Stadt Kierspe liege.

Rainer Schürmann, Sachgebietsleiter Planen und Bauen bei der Stadtverwaltung, bestätigt, dass man in den Planungen für den Umbau sei: „Der Rettungsdienst wird die linke Hälfte des Gerätehauses bekommen. Da muss aber noch eine neue Wandverkleidung geschaffen werden und auch der Fußboden wird erneuert. Wir bauen auch einen Aufenthaltsraum, der eine kleine Küche bekommt. Außerdem müssen wir die vorhandene Toilette renovieren und eine zusätzliche bauen, damit diese von Männern und Frauen genutzt werden können.“

Der Zeitplan hänge, so Schürmann, vor allem von den Handwerkern ab. Doch diese seien derzeit nicht leicht zu bekommen, außerdem müssten aufgrund der unterschiedlichen Arbeiten viele Handwerker beauftragt und koordiniert werden. „Wir hoffen, dass wir bis Ende dieses Jahres die Arbeiten abgeschlossen haben.“

Doch wenn der Rettungsdienst nur das halbe Gerätehaus nutzt, wer nutzt dann die andere Hälfte? Auch darauf hat Schürmann eine Antwort: „Den rechten Teil des Gerätehauses werden wir erst einmal vermieten. Da gibt es auch bereits einen Interessenten, der dort sein Wohnmobil unterstellen möchte. Außerdem hat der Märkische Kreis eine Option, die es ihm erlaubt, später einmal das gesamte Gebäude zu mieten, wenn die Dienstzeiten des Rettungswagens ausgeweitet werden müssten.“

Besatzung und Dienstzeit

Die neue Rettungswache im alten Feuerwehrgerätehaus an der Friedrich-Ebert-Straße soll nach jetziger Planung montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr besetzt werden. Um Urlaubszeiten auszugleichen, sind 3,5 Stellen vorgesehen, damit der Wagen zu diesen Zeiten einsatzbereit ist.

Der Grund für einen zusätzlichen Wagen

Ursächlich für den Einsatz eines dritten Rettungswagens im Bereich der Meinerzhagener Wache sind die gestiegenen Einsatzzahlen. Allein im Jahr 2018 wurden von der Meinerzhagener Rettungswache aus 5024 Einsätze gefahren. Diese Zahlen schlüsseln sich auf in 2806 Einsätze bei einem Notfall, 1154 Krankentransporte und 1064 Fahrten, bei denen ein Notarzt beteiligt war.
Hinzu kommt, dass die Einsätze aufgrund der Entfernung zu den nächstgelegenen Kliniken mit 93 Minuten recht lange dauern. Zum Vergleich: In Lüdenscheid sind es 60 Minuten und in Iserlohn nur 56 Minuten.
Natürlich spielt auch die Größe des Gebiets, in dem der Wagen im Einsatz ist, eine Rolle. Insgesamt werden von der Meinerzhagener Wache rund 186 Quadratkilometer betreut, die sich auf die beiden Volmestädte Meinerzhagen und Kierspe verteilen. Zum Vergleich: in Lüdenscheid sind es gerade einmal 87 Quadratkilometer.

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