Resonanz auf Tag des offenen Denkmals positiv

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Rund 750 bis 800 Gramm wiegen muss die Teigmenge für ein nach alter Rezeptur gebackenes Holzofenbrot.

Kierspe - Im großen Reisebus, der gestern Vormittag zu einer Erkundungstour auf den Spuren der Kiersper Geschichte einlud, blieb kein Platz unbesetzt.

Abermals außerordentlich groß, wie eigentlich in jedem Jahr, wenn am zweiten Sonntag im September bundesweit der Tag des offenen Denkmals angesagt ist, war auch diesmal das Interesse vieler Heimatfreunde, so einiges über die auch im Kiersper Stadtgebiet relativ zahlreich vorhandenen Denkmäler aus alter Zeit zu erfahren.

Diesmal stand der Tag des offenen Denkmals unter dem zentralen Motto „Macht und Pracht“. Weit gespannt also war der Bogen, der von bedeutenden klerikalen Bauten, wie zum Beispiel der Margarethenkirche und der Servatiuskirche, bis zu nicht minder bedeutsamen Industriedenkmälern und Stätten, an denen Handwerk und Handel hoch im Kurs standen, reichte.

Auf der „Reise in die Vergangenheit“ bot sich beispielsweise einmal mehr die immer wieder gern genutzte Möglichkeit, einen Blick auf ein gutes Stück Kiersper Industriegeschichte zu werfen, so wie sie in den Räumen des übrigens einzigen Bakelitmuseums in Deutschland im früheren Amtshaus an der Friedrich-Ebert- Straße anhand vieler authentischer Beispiele erzählt wird. Doch weit bevor das Bakelit dank seiner hervorragenden Eigenschaften als Isolierstoff in vielen Branchen Furore machte und bis weit in die 1960er-Jahre maßgeblich auch das industrielle Schaffen einer ganzen Reihe von Kiersper Betrieben prägte, bestimmte die Kleineisenindustrie weite Teile des Geschehens auch im Oberen Volmetal und darüber hinaus.

Ein Musterbeispiel dieser langen Epoche im heimischen Raum ist der Schleiper Hammer, der – seit 1989 im Besitz des Kiersper Heimatvereins – unter Denkmalschutz gestellt wurde und seitdem als Museum geführt wird und speziell die industrielle Entwicklung der sogenannten Breitewarenherstellung und der Kunststoffpresserei zeigt.

Mitglieder des Heimatvereins, wie zum Beispiel die derzeitigen „Hammerväter“ Karl-Heinz Kraus und Manfred Völker sowie Kunststoff-Fachmann Walter Probst, informierten an Ort und Stelle über die dank Ausnutzung der Wasserkraft gewonnene Energie sowie die nach und nach erfolgte Umstellung vom Osemundeisen für die Drahtherstellung auf die Fabrikation von Breitewaren, unter anderem Schaufeln, Spaten und Hacken. Diese traten als Qualitätsprodukte von Kierspe aus ihren Weg auf die Märkte der Welt an. Gern nutzten die Besucher die Gelegenheit, im Schleiper Hammer gesammelte Maschinen und Werkzeuge dieser Epochen in Funktion zu sehen und auch das eine oder andere Erinnerungsstück zu erwerben.

Rege Betriebsamkeit herrschte auch im historischen und urkundlich bereits Anfang des 18. Jahrhunderts erwähnten Backhaus an der Rhadermühle. Dort hatte das bewährte Team um Annette Zacharias bereits am Vortag den historischen Backofen angeheizt, sodass die notwendige Temperatur vorhanden war, die zum Backen von Weizenmisch- und Roggenbroten erforderlich ist. Im Laufe des Tages wurden dort rund 200 leckere Brote gebacken, die dann auch allesamt rasch ihre Abnehmer fanden.

Bleiben noch die ebenfalls zu besichtigenden Denkmäler, nämlich die Historische Brennerei in Rönsahl – nebst Führung war auch eine Dorfwanderung möglich – sowie das Schwarzpulvermuseum im Nachbarort Wipperfürth-Ohl zu nennen, die beide ebenfalls nicht über mangelnden Zuspruch klagen konnten.

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