Repaircafé eröffnet im Bürgerzentrum

+
Hans Malycha wird den Besuchern des Repaircafés behilflich sein, wenn Arbeiten an Fahrrädern ausgeführt werden müssen. Die notwendige Ausrüstung bringt er gleich mit.

Kierspe - Bei mancher Reparatur eines Haushaltsgerätes wäre das Trinken eines Beruhigungstees sicher angebracht. Trotzdem nennt sich die Einrichtung, die helfen soll, alte Geräte, beschädigte Textilien oder auch Fahrräder wieder fit zu machen, Repaircafè.

Ab dem 11. August findet sich solch eine Anlaufstelle auch in Kierspe – im sozialen Bürgerzentrum Hand in Hand.

An jedem zweiten Dienstag im Monat

Was macht man mit einem Toaster, der nicht mehr funktioniert? Oder mit einem Fahrrad, bei dem das Rad schleift? Oder mit einem Pullover mit Mottenlöchern? Wem Wegwerfen zu teuer ist, der kann in Zukunft monatlich einmal ins Repaircafé kommen. An jedem zweiten Dienstag im Monat stehen von 15 bis 17 Uhr Fachleute zur Verfügung. Elektriker, Näherinnen und Fahrradmechaniker helfen kostenlos bei allen möglichen Reparaturen. Außerdem stehen für viele dieser Arbeiten Werkzeuge und Materialien zur Verfügung. Mitbringen müssen die Gäste also im Grunde nur ihre defekten oder beschädigten Geräte, Textilien oder Fahrzeuge.

"Möchten zur Reduzierung der Müllberge beitragen"

„Wir möchten mit diesem Angebot zur Reduzierung der Müllberge beitragen. In Deutschland werfen wir unfassbar viel weg. Darunter auch Gegenstände, die sich mit nur geringem Aufwand wieder instand setzen lassen würden“, so Adjuta Kraus vom Hand in Hand.

Reparieren und miteinander in Kontakt kommen

Peter Josteit ist im Bereich Computer, Elektrik und Elektronik tätig. Dort helfen auch Reinhard Schultz und Hartwig Benne. Adjuta Kraus hat die ehrenamtlichen Helfer angesprochen.

Doch der Sinn des Cafés soll nicht aufs Reparieren beschränkt bleiben. Die Menschen aus der Umgebung sollen dort wieder miteinander in Kontakt kommen. Kraus: „Wenn man gemeinsam mit einem Nachbarn ein Fahrrad, einen CD-Player oder eine Hose repariert, sieht man diesen Menschen mit ganz anderen Augen, wenn man ihn das nächste Mal auf der Straße sieht. Zusammen etwas reparieren, kann zu einem tollen und anhaltenden Kontakt mit einem anderen Menschen führen.“

Idee entstand in Amsterdam

Entstanden ist der Gedanke des Repaircafés in Amsterdam – und das bereits vor fünf Jahren. Seitdem hat sich die Idee nicht nur in den ganzen Nierderlanden verbreitet, sondern auch in den Nachbarländern. Unter anderem gibt es auch in der Nachbarstadt Meinerzhagen ein solches Angebot. Dort kommen die Ratsuchenden ebenfalls einmal im Monat zusammen.

Unterstützung durch eine Stiftung

Unterstützung erhalten die Kiersper, genau wie vor ihnen die Meinerzhagener, von einer niederländischen Stiftung, die beim Aufbau nahezu aller dieser Einrichtungen geholfen hat.

Haftungserklärung soll Helfer schützen

Bei ihrem Besuch müssen die Ratsuchenden eine Haftungserklärung unterschreiben, in der sie die Helfer von jeder Haftung freistellen. Außerdem gibt es eine Hausordnung, die klar regelt, wie die Reparaturen stattfinden. Dort ist auch aufgeführt, dass die Reparatur zwar kostenlos erfolgt, ein freiwilliger Betrag nach erfolgreicher Arbeit aber gerne gesehen wird. Selbstverständlich müssen Ersatzteile wie Stecker, Sicherungen oder Kabel bezahlt werden. „Es wäre auch schön, wenn die Besucher das passende Nähgarn für die Arbeiten mitbringen würden“, erklärt Valeria Gribowski, die im Bereich Nähen und Handarbeiten aktiv sein wird.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare