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Rekord-Inzidenz in Kierspe: Ungeimpfte Rückkehrer einer Afrika-Reise

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Von: Jan Schmitz, Detlef Ruthmann, Johannes Becker

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Die Lagekarte des Märkischen Kreises spricht Bände, die Zahl ist erschreckend: In den vergangenen sieben Tagen wurden in Kierspe 115 Neuinfektionen registriert, sodass die Sieben-Tage-Inzidenz auf 714,8 kletterte – ein explosionsartiger Anstieg im Vergleich zum Vortag (478,6), der auch im Rathaus nicht ohne Sorge beobachtet wird.

Kierspe - Nach Auskunft des Gesundheitsamts herrscht in Kierspe überwiegend ein diffuses Infektionsgeschehen im privaten Bereich.

Ein Teil der Infektionen kann nach Informationen unserer Zeitung bis zu Mitgliedern einer etwa 20-köpfigen, mehrheitlich ungeimpften Reisegruppe aus Kierspe zurückverfolgt werden, die Ende Oktober aus Kamerun zurückgekehrt war. Von dieser Gruppe sind laut Gesundheitsamt unmittelbar nach der Rückkehr drei Personen erkrankt. Eine Quarantäne wurde umgehend vom Kreisgesundheitsamt angeordnet. Die Infektionsketten ziehen sich durch die überwiegend nicht immunisierten Familienmitglieder und deren Kontaktpersonen.

141 Corona-Infizierte, 132 Personen in Quarantäne

Derzeit gibt es in Kierspe 141 Infizierte und 132 Personen unter Quarantäne. Für Bürgermeister Olaf Stelse steht fest, dass die Kontrollmaßnahmen durch das Ordnungsamt wieder hochgefahren werden. Das bedeute auch, dass das Team um Sachgebietsleiter Oliver Knuf personell aus anderen Bereichen verstärkt werde.

Rekord-Inzidenz in Kierspe mit 714,8
Kierspe ist der rosa Fleck auf der Corona-Karte Märkischer Kreis mit einer Rekord-Inzidenz von 714,8. © Screenshot: F. Zacharias

Doch mit Blick auf die Ankündigung von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), künftig verstärkt auf das 2G-Modell zu setzen (geimpft, genesen), sieht Stelse lediglich den Freizeit- und sonstige gefährdete Bereiche betroffen. Bei den Zugangsregelungen zu öffentlichen Einrichtungen werde sich wohl nichts ändern: Es gilt die 3G-Regelung, wobei die Stadt teils Test vorhalten beziehungsweise durchführen muss. „Ich kann einem kommunalen Vertreter nicht die Teilnahme an einer Rats- oder Ausschusssitzung verwehren“, befürchtet der Bürgermeister, dass 2G in diesem Bereich schwierig durchzusetzen wäre.

Und so bleibt es auch in der Stadtbücherei, im Hallenbad, in den Jugendzentren und im Rathaus bei den derzeit bekannten Regelungen. Von der Verwaltung werde jedoch angeboten, im Vorfeld telefonisch abzuklären, ob Angelegenheiten ohne einen Rathausbesuch geregelt werden können. Ebenso bleibt es dabei, dass das Bürgerbüro an zwei Tagen Besuchstermine anbiete.

Wir prüfen täglich: Was können wir machen, was dürfen wir machen?

Olaf Stelse, Bürgermeister

„Wir prüfen täglich: Was können wir machen, was dürfen wir machen?“, so Stelse. Zu spüren sei jedoch, dass es besonders bei Jüngeren eine Zurückhaltung gegenüber der Impfung gebe. Doch der Bürgermeister appelliert an die Ungeimpften, ihr Verhalten doch zu überdenken. Denn: „Da passt doch irgendetwas nicht!“ Zumal man beobachte, dass sich das Virus in Familienverbünden stark verbreite, so Stelse weiter. „Hatte früher einer das Virus, wurden ein bis zwei weitere Familienmitglieder infiziert. Mittlerweile infizieren sich fast alle.“ Er appellierte erneut an die Eltern von Schulkindern, diese nicht in die Schule zu schicken, wenn die Kinder Erkältungssymptome zeigen.

Um allen noch nicht Geimpften die Möglichkeit zu geben, dies nachzuholen, wird der Impfbus des Märkischen Kreises am kommenden Dienstag, 23. November, zum vierten Mal nach Kierspe kommen und von 13 bis 16 Uhr auf dem Parkplatz des Fachmarktzentrums allen die Coronaschutz-Impfung ohne Termin und Anmeldung bieten.

Bewerbung um Impfstelle des Kreises

„Wir wollen uns bemühen, dass es bei diesem vierten Besuch des Impfbusses nicht bleibt. Außerdem will der Märkische Kreis Impfstellen außerhalb von Lüdenscheid einrichten. Wir bemühen uns darum, dass eine dieser Impfstellen in Kierspe eingerichtet wird“, sagte Stelse, der mit dem früheren Kulturzentrum an der Kölner Straße auch einen Ort für eine solche Impfstelle benennen konnte. Gleiches gelte auch für ein weiterhin bestehendes Testangebot im Ort. „Wir sind mit den Anbietern im Gespräch, damit es auch weiterhin ein Testzentrum in Kierspe gibt.“

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