Reise durch Rönsahls Geschichte

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Rönsahls Ortsbürgermeister Horst Becker referierte vor 60 Senioren. ▪

KIERSPE ▪ Auf eine virtuelle Reise durch die Jahrhunderte alte und ereignisreiche Geschichte ihres Heimatortes, verbunden mit dem Blick auf Gegenwärtiges und dem Ausblick auf Zukünftiges begaben sich 60 Senioren in Rönsahl. Sie waren auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde zum Senioren-Nachmittag ins evangelische Gemeindehaus gekommen, um gemeinsam einen geselligen und informativen Nachmittag zu verbringen.

Pastor Martin Spindler, erstmals in offizieller Mission anstelle des kürzlich verabschiedeten Gemeindepfarrers Martin Ahlhaus in einem Gemeindekreis in Rönsahl im Einsatz, leitete den Nachmittag mit einer Andacht ein. Nach dem gemeinsamem Genuss von Kaffee und Kuchen begaben sich die Gäste auf einen Streifzug durch die Ortsgeschichte. Zunächst erfuhren die Anwesenden von Ellen Becker, Mitglied des Leitungsteams der Frauenhilfe, einiges über die Rönsahler Historie aus einem dicken Buch. Die über mehrere Jahrhunderte überlieferte Ortsgeschichte weckte den Wissensdurst der Gäste. Mit Spannung erwarteten sie den Vortrag von Ortsbürgermeister Horst Becker.

Der ließ sich nicht lange bitten und begann seine Reise durch das Dorfgeschehen mit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und dem langsam beginnenden Wiederaufbau. Erinnerungen wurden wach: Viele der Anwesenden konnten sich noch gut an die alte gepflasterte Dorfstraße erinnern. Zahlreiche Geschäfte säumten den Straßenrand, reges Treiben herrschte damals während der Öffnungszeiten.

Zum Schmunzeln brachte Becker seine Gäste mit Erinnerungen an „Jupp, den ersten Bürgermeister“, den Kolonialwarenladen von Willi und Anna Crone oder mit Geschichten „Meyreiss Manda“ und ihrem Geschäft. „Dort bekamen Sie alles vom Salzhering bis zum stückweise verkauften Himbeerbonbon.“

Wie im Zeitraffer flogen die Jahrhunderte an den den Rönsahlern vorbei. Dabei gab es nicht nur schöne Erinnerungen. Die Neuzeit kam nämlich auch in Rönsahl an. Historische Gebäude mussten modernen, funktionalen Bauten weichen.

Ein Meilenstein in der Dorfgeschichte war auch die Errichtung des Schulgebäudes. Mit Stolz blickten die Senioren und der Referent auch auf die zu den „vorbildlichsten Anlagen seiner Art zählenden“ Sportstätte.

Natürlich wusste der Ortsbürgermeister wem er das rege Treiben im seinem Ort zu verdanken hat. Denn vor allem das vielseitige ehrenamtliche Engagement der Bürger präge das Leben im Dorf. Ihm sei es unter anderem auch zu verdanken, dass Rönsahl bereits mehrfach zum Golddorf gekürt wurde.

Auch für die Zukunft sei Rönsahl gut aufgestellt. Dies erläuterte Becker ebenfalls im Rahmen seines Vortrags. Hier sprach der Ortsbürgermeister vor allem das Bestreben an, durch Schaffung von attraktiven Baugebieten, einhergehend mit dem Bemühen um Erhalt und Pflege vorhandener Infrastruktur, dafür zu sorgen, dass Wohn- und Lebensqualität auch für junge Familien gefördert werde. Ebenso unverzichtbar sei es, Prioritäten zu setzen was den langfristigen Erhalt der Grundschule betreffe. Auch die sinnvolle Nutzung des ehemaligen Schulgebäudes Vor dem Isern sei ein wichtiges Thema. Denn die Märkischen Werkstätten haben ihren Auszug beschlossen.

Die Existenzgrundlage für Arztpraxen und Einzelhandel, Förderung und Pflege von bestehenden Busverbindungen sei zu sichern, damit „das Dorf auch in Zukunft liebens- und lebenswert bleiben kann“, appellierte Becker abschließend an die anwesenden Senioren.

Von Rainer Crummenerl

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