Bei Siloernte zwei Tage non-stop gearbeitet

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Mit den Erntewagen werden die Grasschwaden aufgenommen und abgefahren. ▪

KIERSPE ▪ Reihe für Reihe wird das geschwadete Gras von dem Kurzschnittladewagen hinter dem Deutz-Fahr-Traktor aufgenommen, geschnitten und dann nach oben in den Laderaum transportiert. Dabei lenkt Matthias Bähren am Steuer des Hightech-Schleppers immer abwechselnd versetzt. „Das schont die Messer und sorgt für eine gleichmäßige Ladeverteilung“, erklärt der Fahrer während der Arbeit im Cockpit.

Er ist angestellt bei der Firma Michael Spallek aus Radevormwald, die im Auftrag landwirtschaftliche Lohnarbeiten ausführt. Am Montag und Dienstag gab es bei dem schönen und trocken Wetter natürlich jede Menge zu tun, denn praktisch jeder Landwirt wartete darauf, dass der erste Grasschnitt für die Silageproduktion eingebracht werden konnte. Und viele bedienen sich da des hochtechnisierten Fuhrparks von Lohnunternehmern, wie auch Reiner Grafe aus Vornholt, der in Kierspe als einer der ersten an der Reihe war.

Während der Arbeit fährt Matthias Bährens 220 Pferdestärken leistender Schlepper unter Höchstleistung, besonders, wenn es mit vollen Anhänger und arbeitender Maschine bergan geht. Dabei passt sich das stufenlose Getriebe immer automatisch den jeweiligen Anforderungen an. Als es dann zum Hof geht, um wieder eine Fuhre auf dem Fahrsilo abzuladen, schaltet das Fahrzeug automatisch in den spritsparenden Ökomodus um.

Natürlich kann Bähren alle Einstellungen an dem Traktor und dem gerade erst für rund 70 000 Euro neu angeschaften Kurzschnittladewagen auch manuell per Joystick oder Knopfdruck an den verschiedenen Bildschirmkontroll- und -steuereinrichtungen vornehmen. „Um Boden und Gasnarbe zu schonen, verfügt der Anhänger über extrabreite Räder und eine Lenkung“, erklärt der Fahrer weiter. Wenig später zeigt ein eindringlicher Signalton an, dass die Ladefläche erneut voll ist und er daher den Grasschnitt wieder zum Bauernhof fahren muss.

Während dieses Jahres besucht die MZ die Landwirte Reiner Grafe in Vornholt und Heinz Wennekamp in Höhlen, die beiden Vorsitzenden des landwirtschaftlichen Ortsverbandes, um ihnen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und den Lesern so einen Blick hinter die Kulissen eines modernen Bauernhofes zu ermöglichen.

Die Firma Michael Spallek war am Dienstagmorgen schon ab 6.30 Uhr in Vornholt, zuerst sogar mit zwei Schleppern und Ladewagen, von denen einer ab 10 Uhr dann aber wie geplant zu einem anderen Einsatz abgezogen werden musste. An den zwei Tagen hatte das Unternehmen insgesamt 23 Gespanne unterwegs, davon drei Häcksler und der Rest Schlepper. „Wir bieten auch noch andere landwirtschaftliche Lohnarbeiten an vom Mähen über Schwaden und den Ladewageneinsatz bis zu Häckselkette und Feldhäcksler“, berichtet Matthias Bähren, der schon wieder auf dem Weg zur nächsten bereits geschwadeten Grünfläche ist.

Die modernen leistungsstarstarken Maschinen des Lohnunternehmers wurden durch den eigenen Fuhrpark von Reiner Grafe unterstützt, der ebenfalls einen kleineren Ladewagen besitzt. Der Bauer hatte am Montagmorgen um neun Uhr angefangen mit der Ernte: Zunächst wurde gemäht und 24 Stunden später nach dem Trocknen, als das Gras richtig angewelkt war, dann geschwadet, also das Gras zu Reihen aufgehäuft. „Anschließend haben wir sofort mit dem Abfahren begonnen“, schildert Reiner Grafe die Vorgehensweise. An den beiden Tagen sei von allen praktisch non-stop gearbeitet worden. Neben sämtlichen Familienmitgliedern waren auch Nachbarn mit eingebunden. So half besonders Eberhard Dahlhaus tatkräftig mit. Ohne diese Hilfe wäre es auch nicht zu schaffen gewesen.

Insgesamt waren sechs Schlepper im Einsatz mit 850 Pferdestärken, zwei zum Schwaden, zwei zum Abfahren und zwei, um das Gras im Fahrsilo durch Walzen zu verdichten. „Lufteinschlüsse müsse raus, damit es zu keiner Nachgärung und dann zu Schimmel kommt: In dem Fall wäre das Futter sonst schlecht“, begründet der Betriebsleiter den großen Aufwand. Bis 2.30 Uhr wurde am Mittwochmorgen unter Hochdruck weitergemacht.

Rolf Haase

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