Regionale-Aktivitäten nehmen konkrete Form an

Der Volme-Freizeitpark ist eine Einzelmaßnahme im Rahmen der Regionale-Aktivitäten und eingebunden in das Gesamtkonzept.

KIERSPE ▪ Vielleicht wirkt das gemeinsame integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept der vier Volmetalkommunen zur Regionalen 2013 auf den ersten Blick etwas ab strakt, doch auf den zweiten offenbart sich eine Fülle konkreter Einzelmaßnahmen.

Diese werden einen nachhaltigen positiven Einfluss auf die Infrastruktur vor Ort sowie damit die Lebens- und Wohnqualität in den Städten und Gemeinden Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle haben. Dabei sind die Maßnahmen im Rahmen des Anfang dieses Jahres aufgestellten Masterplans jeweils miteinander vernetzt in insgesamt elf Leitprojekten, die wiederum im Zusammenhang mit überörtlichen Vorhaben zu sehen sind. „Hier greift vieles ineinander“, machen Bürgermeister Frank Emde und der städtische Planer Rainer Schürmann aufmerksam.

So unter anderem bei der beabsichtigten Revitalisierung der Volme, die im Kontext mit dem entsprechenden Programm des Märkischen Kreises „Ein Kreis packt aus“ steht, oder auch im Fall des geplanten Volmeradweges, der eingebunden ist in das Radewegenetz Südwestfalen. Genauso gilt das natürlich für die Reaktivierung der Bahnstrecke, die ebenfalls ein Bindeglied für alle vier Kommunen ist und in Zukunft aus dem oberen Volmetal die Verbindung Richtung Ruhrgebiet und Kölner Raum herstellt.

Im Bereich Kierspe soll der Radweg von Meinerzhagen aus über Neuebrücke und die Windfuhr zum zurzeit im Bau befindlichen neuen Zentralen Omnibusbahnhof und dann weiter über den Volmehang bis Sankel führen. Wie in Halver bei der Neugestaltung des Alten Marktes, wo Bürger bereits die Initiative ergriffen haben, wird ebenfalls der Busbahnhof in Kierspe als Verkehrsdrehscheibe mit überdachtem Bahnsteig, Kiosk mit Ticketverkauf, P+R-Parkplätzen, Taxistand sowie Radstation schon im Vorgriff der Regionalen und der Bahnreaktivierung jetzt umgesetzt.

Geplant ist eine Volmeverlegung aus dem derzeitigen durch Häuser und Wasserbauten kanalisierten Verlauf in ein renaturiertes Bett etwas weiter von der Bundesstraße 54 entfernt. In dem Bereich, wo heute Industriebrachen, unansehnliche Häuser und ungepflegte Grundstücke eine wenig attraktive Visitenkarte bei den nach Kierspe hinein fahrenden Besuchern abgeben, soll dann das Teilprojekt Volme-Freizeitpark realisiert werden.

Insgesamt ist eine Stadtteilaufwertung in Kierspe-Bahnhof vorgesehen: An der Kölner Straße geplant ist ein Kreativquartier mit Ausstellungs- und Produktionsflächen für Künstler, Kunstgewerbetreibende und Handwerker, das neue Akzente setzen soll.

Präsentiert wurde das Konzept im Detail kürzlich im Rathaus nochmals dem städtischen Regionale-Arbeitskreis. Hans-Joachim Hamerla und Jutta Gruß-Rinck vom Düsseldorfer Büro Architektur Stadtplanung und Stadtentwicklung, die die Inhalte zusammen mit den vier Kommunen erarbeitet haben, erläuterten dabei die wichtigsten Fakten.

„Wir sind damit im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens der Südwestfalen-Agentur auf dem Weg zum dritten Stern“, berichtet Bürgermeister Frank Emde. Den zweiten hatte es vor etwa einem halben Jahr gegeben. Parallel dazu laufen ständig Gespräche mit den übergeordneten Behörden, der Bezirksregierung und Ministerien über das Gesamtkonzept und seine Einzelvorhaben, mal gemeinsam, mal auch einzeln.

Danach ist beim Bürgermeister mittlerweile ein „recht gutes Gefühl“, wie er sagt, entstanden. Immerhin haben die vier Volmetalkommunen insgesamt mit rund 70 000 Einwohner etwa so viele wie die Kreisstadt Lüdenscheid. Auch von der interkommunalen Kooperation verspricht Emde sich einiges.

Besonders die Wohnumfeldverbesserung im Bereich des Ortsteils Bahnhof erscheint dringend. Anerkannt wurde so von allen Gesprächspartnern, dass es hier gewaltige Probleme gibt und diese eine große Herausforderung für die Stadt sind. Wie die meisten anderen Orte sieht auch Kierspe sich mit den Folgen des demografischen Wandels mit einer Überalterung und einem Rückgang der Bevölkerung konfrontiert. „Es wird uns sicher nicht gelingen, diese Entwicklung umzukehren, doch vielleicht sie abzumildern“, hofft Emde.

Dynamik kommt in die Regionale-Aktivitäten nun, weil der Förderantrag bis zum Jahresende gestellt sein muss. Was endgültig angemeldet werden soll, wird im Rat und zudem gegebenenfalls in den zuständigen Ausschüssen behandelt. Außerdem soll es am 20. Oktober nochmals ein Forum für die interessierte Bevölkerung geben.

Rolf Haase

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