Reges Nachtleben: Bären, Eulen, Schwärmer

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Joachim Viehmann vom Museum Koenig in Köln-Bonn (rechts) hatte mehrere Säulen aufgestellt, die von innen Schwarzlicht ausstrahlten und mit einem Netz umspannt waren.

KIERSPE ▪ Rabenschwarz war die Nacht, nur der Mond erhellte den Weg durch den dichten Wald. Eine Gruppe von Frauen und Männern stapfte durch niedergefallene Blätter und über Äste hinweg auf eine lichthelle, blaue Säule zu. Die Bundestagsabgeordnete Petra Crone hatte zu einem besonderen Ausflug eingeladen – zum Betrachten von Nachtfaltern.

Fast 40 Teilnehmer hatten sich zuvor auf dem Parkplatz am SGV-Heim Linden eingefunden, darunter eine große Schar Jugendlicher aus dem Leistungskurs Biologie. Einige der Teilnehmer hatten Taschenlampen mitgebracht, die Jugendlichen selbst nutzten zumeist ihre Handys als Lichtquelle. Nicht weit brauchte die Gruppe zu gehen, um an den von Joachim Viehmann vom Museum Koenig aus Köln-Bonn vorbereiteten Platz zu gelangen. Viehmann hatte mehrere Säulen aufgestellt, die von innen Schwarzlicht ausstrahlten. Um diese Lampen herum war ein Netz gespannt, so dass die Nachtfalter nicht mit der Lichtröhre selbst in Berührung kamen und sich verletzten.

„Es gibt Bären, Eulen, Schwärmer, Spinner und Spanner“, erklärte er den Teilnehmern die einzelnen Gruppen der Nachtfalter. „Nicht alle sind blassbraun und haben das Aussehen einer Motte. Viele unter ihnen sind ähnlich farbig wie die Tagfalter.“

Schon bald waren an den Netzen die ersten Tiere zu entdecken. Es waren Nachtfalter aus der Gruppe der Eulen und Spinner. Neugierig beleuchteten die Jugendlichen sie mit ihren Handys, einige streichelten sie sogar vorsichtig mit ihrem Zeigefinger, wie ein vertrautes Haustier.

Joachim Viemann, der Führer dieses Ausfluges, war ehemals in der Bezirksregierung Köln im Umweltdezernat tätig gewesen. Seit seiner Pensionierung arbeitet er ehrenamtlich im Museum Koenig Köln-Bonn und macht dort bei den Untersuchungen über europäische Schmetterlinge mit. „Keine Nacht ist wie die andere“, erklärte er den Teilnehmern. „In einer Nacht findet man an einer Stelle sehr viele Nachtfalter, in der nächsten Nacht sieht man fast keine, obwohl offensichtlich die gleiche Wetterlage herrscht.“ Als Tipp für zu Hause gab Joachim Viehmann den Teilnehmern noch mit, doch einmal abends an den im Garten stehenden Sommerflieder zu gehen. „Nachts ist dort oft mehr Leben als tagsüber“, verriet er.

Gleichmäßig schnurrte der Stromgenerator und ließ die Inseln des blauen Lichts konstant leuchten. Immer neue Nachtfalter flogen das Netz an, denn zu jeder Stunde der Nachtzeit sind andere Falter aktiv, so dass es vor den Netzen nicht langweilig wurde. ▪ GeG

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