Bäume werden geschützt

+
Am Denkmal im Stadtteil Bahnhof stehen 19 Kopflinden. Auch sie sind in der Baumschutzsatzung aufgeführt.

Kierspe - Kaum zu glauben, aber wahr: Wegen Waldbrandgefahr ist es – dem Dauerregen der vergangenen Tage zum Trotz – seit dem 1. März verboten, in den Wäldern zu rauchen.

Feuer entfachen und Grillen ist sogar ganzjährig tabu. Und auch das Schneiden von Hecken oder das Fällen von Bäumen ist – mit Einschränkungen – nicht erlaubt.

Wälder dominieren das Sauerland. Anders als in Ballungszentren gibt es hierzulande Bäume „satt“ – dennoch sind sie etwas Besonderes und in vielen Fällen schützenswert. Deshalb gibt es in Kierspe – anders als in Meinerzhagen – eine sogenannte Baumschutzsatzung. In der ist genau geregelt, was erlaubt ist und was nicht. Die Vorschrift regelt „den Schutz des Baumbestandes innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und im Geltungsbereich der Bebauungspläne der Stadt Kierspe...“. Dazu war es notwendig, Bäume katastermäßig zu erfassen und zu bewerten – egal, ob sie auf öffentlichen oder privaten Flächen stehen. Und es ist verboten, geschützte Bäume „zu entfernen, zu zerstören, zu schädigen oder ihren Aufbau wesentlich zu verändern“. Geschieht das dennoch bei gesunden Bäumen, wird eine Ordnungswidrigkeit begangen. Und die kann in Kierspe mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet werden. Welche Bäume genau in die Baumschutzsatzung fallen, lässt sich auf der Homepage der Stadt Kierspe unter dem Menüpunkt „Ortsrecht und Satzungen“ nachlesen.

Eine besondere Regelung gilt seit Beginn dieses Monats. Bundesrecht regelt, dass es seit dem 1. März und bis zum 30. September gesetzliche Einschränkung für den Schnitt von Hecken und Bäumen gibt, die auch Gartenbesitzerinnen und -besitzer kennen sollten. Grund dafür ist die Fortpflanzungszeit der heimischen Tierwelt.

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert: „Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet in der Zeit das Abschneiden von Hecken, Gebüschen und anderen Gehölzen. Auch Bäume dürfen vielerorts nicht mehr gefällt werden. Ausgenommen vom Fällverbot sind unter anderem Bäume auf gärtnerisch genutzten Grundflächen, Privatgärten und in den heimischen Wäldern. Wer seinen Garten in Form bringen möchte, sollte sich vorher auch über lokale Regelungen informieren.“

Das ganze Jahr erlaubt ist es laut Wald und Holz, Hecken und Bäume wieder in Form zu schneiden, indem man zu lang gewachsene Äste eingekürzt: „Der ,Drei-Tage-Bart’ darf gestutzt werden. Wer allerdings seine Gartenvögel und deren Brutgeschäft schonen möchte, sollte damit bis zum Spätsommer warten. In Wäldern dürfen auch weiter Bäume gefällt werden. Der Hauptteil der Arbeiten findet zwar im Winter statt. Dennoch ist die Forstwirtschaft darauf angewiesen, ganzjährige Bäume fällen zu dürfen. Vorausgesetzt dafür ist selbstverständlich die genaue Einhaltung wichtiger Artenschutzkriterien. Bei Fragen können sich Waldbesucher gerne an die Forstleute vor Ort wenden.“

Mit dem Anstieg der Temperaturen reaktivieren auch viele Kiersper wieder ihren Grill. Wald und Holz rät in diesem Zusammenhang: „Beim Angrillen bitte beachten: 100 Meter Abstand zum Wald sind Pflicht. Viele Kommunen bieten in ihren Wäldern spezielle, genehmigte Feuerstellen für Lagerfeuer und Grillabende an. Hier gilt das Verbot natürlich nicht.“

Auf den ersten Blick scheint der 1. März für all diese Verbote übertrieben früh. „Jedoch herrscht gerade im Frühjahr häufig eine hohe Waldbrandgefahr. Grund dafür sind trockene Pflanzenteile aus dem vergangenen Jahr wie Gräser, abgestorbene Äste und Laub. Zudem sind unsere Laubbäume noch kahl, sodass die Frühjahrssonne bis auf den Boden scheint und diesen trocknet“, informiert Wald und Holz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare