Demenz-Vortrag beim Sozialen Dienst des DRK

Sigrid Baukloh-Becker von der Diakoniestation Meinerzhagen-Kierspe war als Referentin eingeladen.

Kierspe - Das Thema Demenz stand im Mittelpunkt eines Vortrags, zu dem sich die Frauen vom Sozialen Dienst des Deutschen Roten Kreuzes getroffen hatten. Als fachkundige Referentin konnten sie Sigrid Baukloh-Becker gewinnen. Sie ist Pflegedienstleitung der Diakoniestation Meinerzhagen-Kierspe.

Von Gertrud Goldbach

Bevor Baukloh-Becker jedoch näher auf das Thema Demenz einging, gab sie einen kurzen Überblick über die Pflegeleistungen der Krankenversicherungen. „Die Pflegebedürftigkeit richtet sich nicht danach, wie krank jemand ist, sondern wie viel Zeit andere Personen brauchen, um Pflege zu leisten“, machte sie deutlich und ergänzte: „Kriterien sind die Bereiche Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung.“ So könne auch eine Putzhilfe für einen Zeitraum von bis zu 90 Minuten in der Woche bewilligt werden. Neu sei seit Anfang 2013 die „Pflegestufe Null“. Das Pflegegesetz wurde dahingehend verändert, dass selbst körperlich gesunde Menschen Zuwendungen aus der Pflegekasse erhalten können. Voraussetzung dafür ist, dass sie eine „erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz“ besitzen, also beispielsweise alzheimerkrank sind. Der Antrag auf Feststellung der Pflegestufe sei bei der Krankenkasse zu bekommen, erklärte die Referentin. Sobald eine Pflegestufe bewilligt worden sei, sollten die Angehörigen sich erst einmal über die Kosten informieren. Im Internet gebe es viele Möglichkeiten, die Preislisten einzusehen und herunterzuladen, um sie zu vergleichen. Sigrid Baukloh-Becker riet dazu, einen Erstbesuch und einen Kostenvoranschlag zu vereinbaren, um gegen hohe Rechnungen gewappnet zu sein.

„Demenz heißt wörtlich übersetzt ohne Geist“, führte sie in den zweiten Teil ihres Vortrags ein. „Demenz ist der Oberbegriff dieser Krankheit, von der es verschiedene Formen gibt. Eine davon ist Alzheimer.“

Die Demenz beginne mit einer leichten Vergesslichkeit. Der Demenzkranke merke selber, dass etwas mit ihm passiert. In dieser Phase sei er sehr kreativ, um seine Aussetzer zu überspielen. An der Supermarktkasse überreiche er grundsätzlich Geldscheine oder gebe an, nicht mehr gut sehen zu können. So überspiele er, dass er nicht weiß, wie viel Geld er auf den Tisch legen muss.

Im fortgeschrittenen Verlauf der Krankheit lebten Demenzkranke in einer anderen Welt. „Sie machen eine gedankliche 180-Grad-Wende und gehen ihren Lebensweg zurück“, veranschaulichte Sigrid Baukloh-Becker die einzelnen Entwicklungsstufen. „Diese Rückwärtsentwicklung geht bis zum Kleinkind- und Embyrostadium und ist nicht aufzuhalten.“ Medikamente könnten ein wenig helfen, beispielsweise bei einem gestörten Tag- und Nachtrhythmus. Diese müssten jedoch von einem Arzt verschrieben werden.

Hilfe erhalten Angehörige von den Krankenkassen. Sigrid Baukloh-Becker bot den DRK-Frauen vom Sozialen Dienst an, ebenfalls als Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen.

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