Ramschverkauf im Single-Club

Das Publikum war überwiegend weiblich.

KIERSPE ▪ Sie seien „divenhaft, geldgeil und zickig – kurz, ganz normale Frauen“. Anke Brausch und Claudia Thiel, besser bekannt als „Kabarett Weibsbilder“ gastierten am Donnerstagabend im Gemeindehaus Felderhof. In ihren Beschreibungen erkannte sich das – vorwiegend weibliche – Publikum wieder. Mit ihren spitzzüngigen Beschreibungen weiblichen Balzverhaltens und männlicher Zurückhaltung hatten die beiden Comedians die Lacher auf ihrer Seite.

Das Publikum wurde gnadenlos einbezogen in den weiblichen Frust. „Alles Singlefrauen, die da sitzen.“ Die eine Hälfte „mit minimaler Chance“ noch einen Mann abzubekommen, die andere Hälfte „hoffnungslose Fälle“.

„Unbemannt – wir sind übrig“ nannten Anke Brausch und Claudia Thiel ihr Programm. Gemeint waren damit Singlefrauen, die spätestens ab Ende 20 in Torschlusspanik verfallen. Dabei müssten sie sich gar keine Sorgen machen, „denn ab 30 werden die ersten Männer durch Scheidung wieder frei“.

Und die gelte es sich zu angeln. In einem gut zweistündigen Programm hechelten Brausch und Thiel, teils gemeinsam, teils in Solonummern, die gängigen Methoden der Partnersuche durch.

Kleinanzeigen zum Beispiel, sind ein probates Mittel, müssen aber präzise formuliert sein, wenn es nicht zu unliebsamen Begegnungen kommen soll. Und die blieben nicht aus.

Die Eheanbahnung im Singleclub zog sich als Running Gag durch das ganze Programm. Dort suchte eine Teenie-Tochter einen Mann für Mama. Fündig wurde sie im Publikum – aber der potentielle Papa machte einen Rückzieher.

Während Claudia Thiel auf die Rolle der Zicke abonniert war, spielte Anke Brausch selbstironisch mit ihrer etwas fülligen Figur. Angetan mit Kittelschürze und Kopftuch gab sie die unbedarfte Frau vom Lande. Schlagfertig und pointenreich setzten beide ihre Prioritäten: Hauptsache, er hat Geld, „denn wie wir in der Eifel sagen: Liebe vergeht, Hektar besteht.“

Alle Bereiche des täglichen Lebens wurden heruntergebrochen auf die Nöte weiblicher Singles, die zwar so viel besser sind als die Männer, aber trotzdem gerne einen hätten. Von der Unterwäsche bis zum Make up war den Comedians kein Thema zu heikel. 55 Tage verbringe sie im Laufe ihres Lebens alleine mit dem Rasieren der Beine, rechnete Anke Brausch vor. Das Publikum war begeistert, als sie die Prozedur pantomimisch vorführte.

Die „Weibsbilder“ bildeten den Auftakt zu einem Kulturprogramm, dass die Stadt Kierspe im ehemaligen Gemeindehaus Felderhof neu aufgelegt hat. Cordula Aschekowsky, eine der Organisatorinnen, zeigte sich zufrieden mit der Resonanz. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen und Tim Gijbels, der die Technik zur Verfügung gestellt hatte.

Die Bewirtung übernahmen Mitarbeiter von „Hand in Hand“. Sie verkauften Getränke und Fingerfood, das der Partyservice Stefanie Bille gestiftet hatte. Der Erlös kam „Hand in Hand“ zugute. ▪ bnt

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