Neuer Glanz für den alten Ortskern

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Der Presbyter Hermann Reyher, Carsten Möller (Bauausschuss), Hans-Ludwig Knau (früherer Ortsheimatpfleger) und Pfarrer George Freiwat (von links) möchten die Margarethenkirche zum Mittelpunkt eines Regionale-Projekts machen.

Kierspe – Die Kirche im Dorf lassen, dort aber die Bedeutung des Gebäudes betonen, das wollen Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde und der frühere Ortsheimatpfleger Hans Ludwig Knau.

Im Rahmen eines Regionale-Projekts soll die Kirche samt ihres Umfelds aufgewertet werden – und auch neue Aufgaben bekommen. „Auch denen, die mit der Institution Kirche nicht mehr viel anfangen können, ist das Gebäude wichtig. Damit verbinden die Kiersper etwas“, ist sich Hans Ludwig Knau sicher. Da lag es für den früheren Ortsheimatpfleger nahe, das Gebäude aus dem 14. Jahrhundert in ein Regionale-Projekt einzubinden. Gemeinsam mit Carsten Möller, der im Bauausschuss der Kirchengemeinde engagiert ist, machte er sich auf den Weg zur Haltestelle der Ideenfahrt im Mai, um dem Projekt einen Platz an der Ideenwand der Region Oben an der Volme zu sichern.

Nach Gesprächen mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung sei schnell klar geworden, dass man auch dort einen Schwerpunkt der Regionale 2025 im Dorf sehe. Um ein Konzept zu entwickeln, wurden dann eine Stadtplanerin und der Leiter des Sachgebiets Bauen, Rainer Schürmann, ins Boot geholt. Denn nur mit einem Konzept besteht die Chance auf einen ersten Stern, der Voraussetzung ist, das Projekt im Rahmen der Regionale weiterzuverfolgen.

Möller: „Auf Wunsch der Stadt wurde das Gebiet rund um die Kirche aber noch einmal deutlich erweitert.“

Knau beschreibt in dem Konzept die Geschichte der Kirche und des Dorfes, das sie umgibt: „Die mehr als 800 Jahre alte Margarethenkirche mit Häuserring in Kierspe-Dorf bildet den historischen Ortskern der heutigen Stadt Kierspe. Der freie Platz um die Kirche war jahrhundertelang ein Friedhof. Der heutige Denkmalplatz gehört allen Bürgern, weshalb er „Mark“ genannt wurde. Mit der Ausdehnung der Stadt haben sich aber die Schwerpunkte des Lebens verlagert.“

n in ihrem Konzept fest, dass ein städtebauliches Konzept fehle, um den Dorfkern wiederzubeleben. Darauf würden nun Heimatverein und Kirchengemeinde mit einer Initiative reagieren, die eine konkrete Planungsidee entwickeln möchte. „Uns ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen beteiligen, um Ideen zu entwickeln, wie wir den Siedlungskern wieder attraktiver machen können“, sagt Möller.

Bereits jetzt liegen erste Ideen vor. So soll der Bereich um die Kirche – und natürlich die Kirche selbst – digitalisiert werden. Dadurch soll es möglich sein, Vergangenheit, Gegenwart und eine mögliche Zukunft des Ortes darzustellen. Ein Kiersper, der dazu in der Lage ist, wurde nach Angaben von Knau bereits gefunden. Schwierig sei nur, an wirklich alte Daten zu kommen, da die ersten detailreichen Karten von 1830 und die ältesten Fotos von 1890 stammen würden. Auch wünschen sich die Ideengeber ein Fassadenprogramm, ähnlich dem an der Kölner Straße. „Wir könnten uns auch gut vorstellen, dass Jugendliche und junge Erwachsene eine der leer stehenden Kneipen zu einer Art Jugendtreff machen, in der dann auch Bandauftritte oder ähnliches stattfinden könnten“, sagt Möller, der auch die Hoffnung hat, in leer stehenden Ladenlokalen Start-up-Unternehmen eine Chance zu geben.

Vor allem aber soll der Margarethenkirche zu neuem Glanz verholfen werden. Nach einer Beseitigung von Baumängeln hoffen die Ideengeber auf eine Belebung des Gebäudes jenseits der Gemeinde. So könne man sich vorstellen, dass dort viel öfter als bisher Konzerte und Lesungen stattfinden. Langfristig solle die Kirche zum kulturellen Mittelpunkt des Dorfes werden. „Mit dem gut besuchten zweitägigen Weihnachtsmarkt sind wir da auf einem guten Weg“, formuliert es Pfarrer George Freiwat.

Hermann Reyher, der nicht nur Mitglied des Presbyteriums ist, sondern auch für die Grünen im Stadtrat sitzt, ist hoffnungsvoll, dass es eine breite politische Unterstützung durch die Lokalpolitiker für diese Ideen gibt: „Im Rat ist klar formuliert worden, dass man nach der Förderung des Bahnhofs bei der Regionale 2013 nun einen Schwerpunkt der Regionale 2025 im Dorfe sieht.“

Zum Schluss der Präsentation bringt es Freiwat noch einmal auf den Punkt: „Eine Sanierung allein bringt keinen einzigen Menschen in die Kirche. Wir brauchen vor allem Kiersper, die uns unterstützen, ihre Ideen einbringen und auch Aufgaben übernehmen.“

Um diesen Kierspern das Projekt näher zu bringen, soll es am Tag des offenen Denkmals vorgestellt werden.

Tag des offenen Denkmals

Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, ist die Margarethenkirche von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Dort werden die Ideen zum Regionale-Projekt vorgestellt. Aber natürlich soll dann auch das Gebäude selbst den Besuchern offenstehen. Hans Ludwig Knau möchte Besucher dann auch in kleinen Gruppen auf das Zwischendach führen, um ihnen die Besonderheiten der Dachstuhlkonstruktion zu zeigen.

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