Raben sollen zu Kiersper Buddy-Bären werden

Bei der Raben-Aktion von Claudia Ackermann sind der Gestaltung keine Grenzen gesetzt.

KIERSPE ▪ Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt bei der Gestaltung der Rabenvögel: Es entstehen kleine Bilder und Motive, sogar Collagen und andere kreative Möglichkeiten kommen zur Anwendung bei den Kunststoff-Vögeln, die eine besondere Bedeutung für Kierspe haben.

Denn der Rabe, auch Rauk genannt, ist das Kiersper Wappentier. Die Idee zur Gestaltung von Raben kam der Malerin Claudia Ackermann und jetzt sie diese in die Tat umgesetzt. Sie startet eine Aktion und ruft alle Bürger zum Mitmachen auf. „Als Künstlerin spiele ich schon lange mit dem Gedanken, wie ich meine Heimatstadt verschönern und bunter machen kann“, beschreibt Ackermann und fährt fort: „Es sollte ein Kunstprojekt sein, mit dem sich die Bewohner der Stadt gegenseitig kennenlernen und der Zusammenhalt der Menschen gefördert werden kann.“

Von vornherein war der Malerin klar, dass sie etwas finden wollte, das einen typischen Teil Kierspes aufgreift und eine möglichst große Anzahl Menschen zum Mitmachen begeistert. „Während einer Reise nach Berlin kam mir dann die zündende Idee: So etwas wie die Buddy-Bären, die an jeder Ecke in Berlin stehen, könnte es sein.“ Die lebensgroßen Bären sind von Künstlern aus aller Herren Länder gestaltet und symbolisieren jeder für sich ein Land, zum Teil gibt es für ein Land sogar mehrere Bären. Teilweise haben die Künstler auf den Bärenoberflächen die kulturellen Sehenswürdigkeiten ihrer Staaten gemalt, ihre Wirtschaft und Landschaft dargestellt, teilweise auch soziale Probleme und die Flaggen oder sie haben mit den Nationalfarben gespielt. Ausstellungen mit den Bären wanderten bislang schon rund um den Globus.

Ähnliches schwebt Claudia Ackermann im kleinen für Kierspe vor. Inzwischen hat sich sogar der Stadtmarketingverein bereits für das Kunstprojekt interessiert und will es fördern.

Einen Moment dachte die Künstlerin an einen Zwerg als Schanholle, doch dann verfiel sie auf den Kiersper Wappenvogel. „Bei einer Fachtagung lernte ich die Künstlerin Anke Knoker-Kahner kennen, die in ihrer Heimatstadt Senden ein Projekt mit Schafen ins Leben gerufen hat. Was lag da näher, als sich des Rabenvogels zu bedienen, der stolz aus dem Kiersper Wappen blickt“, erzählt die Kiersper Malerin. Nach Überlegungen in die eine oder andere Richtung fand sie einen Hersteller, der diese Tiere in einfarbigen Kunststoff produziert. Zunächst bestellte ich einzelne Exemplare dieser Gattung und griff zu Farbe und Pinsel, um aus diesem Rohling ein buntes Kunstwerk werden zu lassen. Dabei kommen Acrylfarben oder auch Abtönfarben aus dem Anstreicherhandwerk zum Einsatz. Hinterher wird alles dann nur noch mit Mattlack überzogen und so wetterfest. Der erste Rabe von Claudia Ackermann trägt viele Wahrzeichen von Kierspe auf seinen Federn: die Isenburg, Haus Rade, natürlich die Margaretenkirche und vieles mehr.

„Jetzt möchte ich viele Menschen auf diese Aktion hinweisen und zum Mitmachen auffordern. Es können einzelne Personen sein, die einen Raben gestalten, aber auch Kindergartengruppen, Schulen, Sportvereine, Altersheime, die mit ihren Bewohnern nicht nur die Raben, sondern gleich dabei auch ihr Leben bunt machen. Durch die bereits bestehende Grundform ist eine Bearbeitung für kleine Kinder und Menschen mit Behinderungen kein Problem“, entwickelt sie die Idee weiter. Arztpraxen und Geschäfte könnten die Raben gestalten. Auch Firmen könnten ihren eigenen Firmenraben kreieren. Damit regten sie nicht nur den Teamgeist ihrer Mitarbeiter an, sondern veranschaulichen ihren Kunden den Zusammenhalt und die Heimatverbundenheit der Firma. „Es geht in diesem Projekt darum, dass sich jeder beteiligen kann“, so Ackermann, die am Wochenende auch beim 1. Kiersper Dorffest mit einem Infostand vertreten ist und ihre Raben präsentiert. Sie sucht Menschen, die sich ebenfalls dafür begeistern und mitmachen.

Ob gespachtelt, bemalt oder bestempelt, das Ergebnis wird immer schön, witzig oder originell ausfallen. Jeder Teilnehmer der Kunstaktion wird ein gleichberechtigter Teil der Gesamtkonzeption sein. „Das ist gerade für Menschen von Bedeutung, die auf Unterstützung angewiesen sind. Sie können bei diesem Kunstprojekt das tun, was alle anderen auch tun. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein. Die Situation des leeren Blattes entsteht erst gar nicht, weil die Grundform des Vogels schon vorgegeben ist“, so die Künstlerin, die mit dem Projekt ein Wir-Gefühl anstrebt. Die ersten Reaktionen fielen bislang durchweg positiv aus.

Jeder Teilnehmer, der einen Raben gestaltet und der Künstlerin ein Foto davon sendet, bekommt eine Teilnahmebestätigung. Während der gesamten Aktion werden die Vögel in einer virtuellen Ausstellung gezeigt. Das Projekt soll sich über längere Zeit hinziehen, damit sich möglichst viele Menschen daran beteiligen können. Außerdem soll es am Ende eine große Gemeinschafts-Ausstellung aller gestalteten Raben geben. Die Rabenvögel-Rohlinge können zum Preis von zehn Euro bei der Künstlerin erworben und dann nach eigenen Ideen und Geschmack gestaltet werden.  ▪ rh

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