Puppenausstellung sorgt für Besucherandrang

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Silvia Baukloh (rechts) hatte die Ausstellung zusammen mit Marlen Vedder organisiert und konnte deshalb detailliert Auskunft über die Herkunft und Geschichte der Puppen geben.

Kierspe - Rund 100 Puppen und einige Teddys waren am Sonntag im Fritz-Linde-Museum zu besichtigen. Und das Interesse der Kiersper war so groß, der nur der Platz im Museumsgebäude für die vielen Besucher gar nicht ausreichte.

Lioba Kruse bekam ihre Puppe „Marion“ 1959 zu Weihnachten geschenkt, mittlerweile wird sie in der dritten Generation bespielt. Das Alter sieht man der Baby-Puppe nicht an. Sie wirkt einzig etwas struppig und hat einen leichten Glatzenansatz, weil ein Kind ihr einmal die Haare geschnitten hat. Auch von der Originalkleidung ist nichts mehr vorhanden, „Marion“ trägt einen Strampler, der einem der Kinder ihrer Besitzerin gehörte.

Erinnerungen und Geschichten

Ähnliche Geschichten wurden vielfach erzählt von Besuchern der Puppenausstellung im Fritz-Linde-Museum. Mit Puppen verbinden sich Kindheitserinnerungen und Familiengeschichten und dieser Umstand trug wesentlich bei zum Erfolg der Ausstellung, zu der der Heimatverein am Sonntag an den Höferhof eingeladen hatte. Das Fritz-Linde-Museum geriet dabei räumlich an seine Grenzen, die Mitglieder des Heimatvereins hatten deshalb vor dem Haus ein Zelt aufgestellt, in dem die Gäste mit Salat und Würstchen, Kaffee und Kuchen verköstigt wurden.

100 Puppen und Teddys zu besichtigen

Drinnen waren rund 100 Puppen und einige Teddys zu besichtigen, die ihre Besitzerinnen für diesen Tag zur Verfügung gestellt hatten. Zwischen 40 und 100 Jahre waren die Exponate alt, ganz überwiegend Schildkröt- und Cellba-Puppen, bei denen der Kopf, teilweise auch der Körper, aus unterschiedlichen Kunststoffarten hergestellt worden ist. Die älteren Exponate bestanden teilweise auch aus Porzellan, Hartgummi, Pappmaschee, Kompositionsmasse oder sogar Blech.

Dekoration mit viel Liebe zum Detail

Zwischen 40 und 100 Jahre waren die ausgestellten Puppen und Teddys alt.

Bei der Auswahl der Exponate hatten die Organisatorinnen Silvia Baukloh und Marlen Vedder darauf geachtet, dass vorrangig Puppen ausgestellt wurden, mit denen auch gespielt wurde. Diese wurden mit viel Liebe zum Detail zusammen mit entsprechendem Mobiliar dekoriert: Kinder- und Stubenwagen, eine alte Kochmaschine, Bügelbrett und Bügeleisen im Miniformat waren zu sehen, darunter ein circa 40 Zentimeter hoher, geöffneter Kleiderschrank, gefüllt mit Kleidern, Jacken, Socken und Wäsche – natürlich alles selbstgenäht und -gestrickt. „So einen Schrank haben wir auch noch“, sagte eine Besucherin, die mit ihrem Mann gekommen war.

Männer mit wenig eigener Erfahrung

Die anwesenden Männer hatten wenig eigene Erfahrung im Spiel mit Puppen. Sie waren, wenn überhaupt, nur zum Zuge gekommen, wenn eine Puppenmutter für ihr „Kind“ einen Vater benötigte. Trotzdem nahmen sie Anteil, so mancher hatte mit handwerklichem Geschick die Puppen der Töchter mit passendem Mobiliar versorgt.

Eine kleine Kulturgeschichte

Eine kleine Kulturgeschichte häuslicher Mädchenerziehung, Mode und Wohnungseinrichtung war im Rahmen der Ausstellung ganz nebenbei mit entstanden, exemplarisch zu besichtigen anhand eines Puppenschlafzimmers aus dem Besitz von Brigitte Potthoff. Entstanden vor oder während des Ersten Weltkriegs, ist es nach der Mode der damaligen Zeit gestaltet und möbliert. Die Dekoration und die Puppen, die das Zimmer bewohnen, hatten die Organisatorinnen der Präsentation dazu passend ergänzt.

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