Eines der ältesten Anwesen

Liebhaber schafft Schmuckkästchen

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Im Weichbild des Dorfes gelegen, macht das Haus Nummer 47 am Marktplatz in Rönsahl mit seiner gepflegten Umlage einen blitzsauberen Eindruck auf den Betrachter. Blumenschmuck in großer Vielfalt findet sich in jeder noch so kleinen Ecke.

Rönsahl - Kaum mehr als einen Steinwurf weit von der Hauptstraße entfernt und in unmittelbarer Nachbarschaft zum zentral gelegenen Marktplatz gelegen und fast so, als wolle es sich in aller Bescheidenheit hinter stattlichen und von der Bausubstanz wesentlich größeren Bürgerhäusern gleich nebenan ein wenig verstecken, liegt das schmucke Wohnhaus mit der Hausnummer 47.

Noch vielen in guter Erinnerung, betrieb in diesem Haus Dorfschreiner Emil Strombach über viele Jahrzehnte seine Werkstatt und wohnte dort mit seiner Familie. Fakt ist, dass dieses Haus – zumindest in seinen Grundmauern – zu den ältesten Anwesen zählt, die sich in Rönsahl nachweisen lassen. Zwar lässt sich vermuten, dass auch dieses Haus dem verheerenden Dorfbrand im Jahre 1766, dem einem alten Bericht zufolge nahezu sämtliche der damals zum Dorfkern gezählten 23 Wohnhäuser nebst Stallungen zum Opfer fielen, gehört hat.

Näheres darüber erzählen könnte indes ein – dem Auge des flüchtig vorbei gehenden Passanten verborgen – in die Grundmauern dieses Hauses eingelassener markanter Stein, der wohl wesentlich älter sein muss als die sonstige Bausubstanz. In diesen Stein eingemeißelt ist ein Gesicht mit dem Symbol der Sonne, eine kaum noch zu entziffernde Jahreszahl und der Schriftzug „Zylabilla Wolter und ihr Sohn Jacob Wolter“. Historiker folgern daraus, dass eben diese Zylabilla Wolter und ihr Sohn dieses Haus oder zumindest dessen Vorläufer erbaut und dort gewohnt haben.

Pulvermüller-Dymnastie prägte gesamten Raum

Daraus lässt sich auch auf das Alter des Anwesens schließen, wenn man davon ausgeht, dass die Zylabilla Wolter die Gattin oder eine Schwiegertochter des als Begründer der Rönsahler Pulverindustrie geltenden „Meister Jörgen Wolter zu Haarhausen“ tätigen ersten „Pulvermäkers“ im Rönsahler Raum gewesen ist. Meister Jörgen Wolter betrieb im Jahre 1620 die erste Pulvermühle und legte damit den Grundstein für das sich nach und nach rund um Rönsahl und im benachbarten Bergischen entwickelnde Imperium der Pulvermüller-Dynastie um die Familien Cramer und Buchholz, die den gesamten Raum über den langen Zeitraum von drei Jahrhunderten prägte.

Zu den historischen Kleinodien in Rönsahl zählt der in die Grundmauern des Hauses eingelassene Stein, dessen Inschrift darauf hinweist, dass dieses Haus zu den ältesten Anwesen im Dorf zählt.

Seit dem vor rund neun Jahren erfolgten Eigentümerwechsel erstrahlt das historische Anwesen im Weichbild des Dorfes in völlig neuem Glanz. Zuvor teilweise hinter Baumbewuchs und allerlei wucherndem Buschwerk verborgen, ist das ehemalige „Wolter-Haus“ mittlerweile zu einem echten Schmuckstück geworden. Vom neuen Eigentümer innen wie außen einer „Verjüngungskur“ unterzogen, macht das gesamte Anwesen nun einen blitzsauberen Eindruck auf den Betrachter.

Und hier gilt manch bewundernder Blick vor allem dem liebevoll hergerichteten Zier- wie Nutzgarten. Dort wird die Handschrift des passionierten Gartenfreundes Dietmar Otto und dessen Frau Erika deutlich sichtbar, die dafür gesorgt haben, dass es rund ums Haus praktisch ganzjährig grünt und blüht.

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