WM-Fans schauen bei den Knappen und im Gemeindehaus

Die WM ist vorüber und Klaus Müller beseitigt die Deko im Clubheim der Kerspe-Knappen. Dort dominiert bald wieder Blau und Weiß. Foto: Becker

Kierspe - Rundherum zufrieden zeigte sich Klaus Müller, Vorsitzender des Schalke-Fanclubs Kerspe-Knappen, mit dem öffentlichen Fußballschauen – gerne Public Viewing genannt – im eigenen Clubheim. Wenn er sich auch gewünscht hätte, dass es auch bei dieser Weltmeisterschaft eine größere Veranstaltung gegeben hätte.

Von Johannes Becker

„Wir hatten rund 400 Zuschauer, die sich auf die sechs Spiele der deutschen Mannschaft verteilten, die wir öffentlich übertragen haben“, so Müller im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung.

Als die WM 2006 in Deutschland stattfand, hatten Stadt, Sparkasse und Knappen im Innenhof des Rathauses das erste öffentliche Fußballschauen in Kierspe organisiert. Das gute Wetter und die Begeisterung im Lande sorgten damals dafür, dass der Begriff vom Sommermärchen entstand. In den Folgejahren war bei Europa- und Weltmeisterschaften das Quartier fürs Public Viewing die Jahnhalle, in der mehrere Hundert Menschen Platz fanden. „Da sich aber anfangs weder Stadt noch Sparkasse rührten, haben wir beschlossen, unseren Vereinsmitgliedern die Übertragung im Clubhaus zu ermöglichen, als sich dann Sparkasse und Stadt an uns wandten, haben wir unser Clubheim für alle Fans geöffnet“, so Müller, der aber auch nicht verschweigt, dass eine solche Veranstaltung, die von einem Fanclub ausgerichtet wird, weniger Menschen anlockt, als ein komplett von der Stadt oder Vereinen organisiertes Event. Müller: „Es ist schon erstaunlich, dass die anderen Vereine so wenig Interesse an einem gemeinsamen Public Viewing hatten.“ Für die Übertragung der Europa-Meisterschaft in Frankreich in zwei Jahren wünscht er sich wieder eine zentrale Veranstaltung, „am liebsten im Rathaus-Innenhof“. Wobei der Fanclub-Vorsitzende einräumt, dass sein Verein bei dieser WM mehr umgesetzt habe, als in den Vorjahren. „Aber es geht uns nicht ums Geld verdienen, sondern um das gemeinsame Erlebnis.“

Und dieses gemeinsame Erlebnis endete in der Nacht zu Monat erst am frühen Morgen. Müller: „Normalerweise waren die Besucher nach der Übertragung immer schnell verschwunden, doch nach dem Endspiel blieben die meisten noch bis zur Pokalübergabe und danach ging es draußen noch lange weiter.“

Einige Fußballbegeisterte hatten sich auch zu einem spontanen Autokorso durch die Kiersper Innenstadt zusammengefunden und andere nutzten die Gelegenheit, Feuerwerksrestbestände vom Jahreswechsel nach dem Sieg der deutschen Mannschaft aufzubrauchen.

Doch grundsätzlich konnte die Polizei von einer ruhigen Nacht sprechen, wenn auch die Maßstäbe nach dem Spiel andere waren als in gewöhnlichen Nächten. Zumindest Unfälle, Schlägereien und Verletzte gab es in dieser Nacht im Zusammenhang mit den Feiern zur Weltmeisterschaft nicht.

„Viele Kiersper haben sich aber auch spontan in kleineren Gruppen zusammengefunden, um in Garagen und Wohnzimmern gemeinsam zu schauen und zu feiern“, so Müller.

Von einer kleineren Gruppe kann in Rönsahl aber keine Rede sein. Dort öffnete die Kirchengemeinde wieder ihr Gemeindehaus für das Gemeinschaftserlebnis und auch dort kamen bis zu 70 Fans zusammen, um gemeinsam zu schauen.

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