Prüfer geben Gesamtschule beste Noten

+
Beste Noten heimste jetzt die Gesamtschule bei der Qualitätsanalyse der Bezirksregierung ein. ▪

KIERSPE ▪ „Das ist ein Superergebnis“, bestätigte jetzt Ulrike Schulz, die für die Gesamtschule zuständige Dezernentin bei der Bezirksregierung in Arnsberg. Denn die weiterführende Bildungseinrichtung heimste beste Noten bei der Qualitätsanalyse ein.

Diese wurde vom 4Q-Team der Bezirksregierung unter der Leitung von Dr. Manfred Poppe vorgenommen. Ziel dabei ist es, einen Vergleich mit anderen Schulen und Schulformen zu ermöglichen, deshalb gibt es ein standardisiertes Verfahren. Vorher waren beispielsweise bereits die Gesamtschulen in Werdohl und Lüdenscheid an der Reihe, ebenfalls das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lüdenscheid durchlief den Test schon.

„Als erstes wurde das Leistungsportfolio der Gesamtschule abgefragt“, informiert Schulleiterin Monika Hahn, die zusammen mit dem didaktischen Leiter Frank Bisterfeld und den anderen Schulleitungsmitgliedern sowie dem Kollegium zwölf Aktenordner erarbeitet hatte. Darin ging es unter anderem um Geschlechtergleichbehandlung, Curricula, Kooperationen, Programme, Konferenzbeschlüsse sowie vorhandene Medien- und Methodenkonzepte. Ergebnis ist nun eine umfassende Standortbestimmung. Seitens der Qualitätsprüfer kam es zu Gesprächen und Interviews mit Lehrern, Schülern, Sozialpädagogen, dem Psychologen, Hausmeistern, Sekretärinnen und natürlich auch mit der Schulleitung sowie der Stadt als Schulträger. Es gab unangekündigte Unterrichtsbesuchen in allen Jahrgängen und Fächern, schwerpunktmäßig aber im neunten sowie im zehnten und in den Hauptfächern. Auch in den Förderangeboten waren die Prüfer. Insgesamt wurden 82 Unterrichtsstunden besucht.

Die Ergebnisse der Analyse gliedern sich in die sechs Themenfelder Ergebnisse der Schule, Lernen, Lehren und Unterricht, Schulkultur, Führung und Schulmanagement, Professionalität der Lehrkräfte sowie Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung. Die Bewertungen sind farblich gegliedert, wobei Blau für vorbildlich steht, Grün für mehr Stärken als Schwächen, Gelb für mehr Schwächen als Stärken und Rot für entwicklungsbedürftig.

Die Gesamtschule hat nur ein einziges Mal Gelb bei der Unterstützung des aktiven Lernens als moderner neuer Unterrichtsform erhalten. Dabei bekommen Schüler unterschiedlichen Leistungsniveaus entsprechend differenzierte Aufgabenstellungen, so dass ein hohes Maß an Individualisierung gewährleistet ist. Kennzeichen sind zudem Methodenvielfalt und eine hohe Schülerverantwortung. „Dieses ist bei uns wie an den meisten anderen Schulen gerade erst im Aufbau. Wir haben dafür eine Steuerungsgruppe eingerichtet. Rund 80 Prozent aller getesteten Schulen schneiden daher hier mit Gelb ab“, macht Hahn aufmerksam.

Moderne Unterrichtsformen

im Kommen

Blau gab es für die weiterführende Bildungseinrichtung bei der Zufriedenheit aller Beteiligten mit der Schule, was ein hohes Maß an Identifikation dokumentiert. Ebenfalls die Schülerbetreuung bewertete das Prüfungsteam als vorbildlich und äußerte sich lobend zur geleisteten pädagogischen Arbeit. „Über das Blau für das soziale Klima haben wir uns besonders gefreut, auch wegen des hohen Migrantenanteils an unserer Schule“, berichtet Hahn weiter. Positiv hervorgehoben wurde genauso die außerschulische Kooperation, mit der Wirtschaft wie auch mit den Vereinen in den Bereichen Sport und Kultur.

Die Führungsqualität der Schulleitung erhielt ebenfalls ein Blau, während beim Schulmanagement die Unterrichtsorganisation, Qualitätsentwicklung und Ressourcenmanagement ein Grün bekamen. Was bei einer so großen Schule aber nicht verwundert. Der Personaleinsatz und die Kooperation der Lehrkräfte wurden dagegen wieder als vorbildlich bewertet. Das sind siebenmal Blau. Grün gab’s zudem für das Schulprogramm, das als zu voll angesehen wurde und etwas straffer sein könnte.

Positiv gesehen wurde von den Bewertern, dass die Gesamtschule nicht nur die Schwachen unterstütze, sondern auch die Stärken der Schüler fördere. Hier wurde im Rahmen der Qualitätsanalyse ermuntert weiterzumachen. Besonders die Evaluation der Schüler, also ihre Selbstbeurteilung müsste im Rahmen des kriteriengestützten Lernens noch mehr gesteigert werden.

Aufgeführt bei den Verbesserungsvorschlägen wird eine bessere Gestaltung des Schulhofes, was sich jedoch, weil dieser öffentlich ist, als problematisch gestaltet. Fehlerhaft ist der Wunsch nach einer Einfriedung enthalten. „Wir wollen natürlich nicht, dass die Schule eingezäunt wird. Sondern es geht nur um eine Abzäunung zur Kastanienallee hin“, rückte Hahn klar.

Gestern Abend gab es auch im Schul- und Kulturausschuss einen Überblick zu den Ergebnissen der Qualitätsanalyse, als dieses Gremium in der historischen Brennerei in Rönsahl tagte. ▪ rh

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare