GSK-Vorhangfassade soll Steinschlag verhindern

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In Zukunft können die Gerüste, die an den Eingängen vor herabfallenden Steinen schützen, entfernt werden.

Kierspe - Bald werden die Gerüstteile, die die Schüler, Lehrer und Besucher der Gesamtschule vor eventuell herabfallenden Steinen oder Fugenmaterial schützen sollen, Geschichte sein. Die Fassade soll nun geändert werden.

Denn nun wurde der Auftrag an das Kiersper Dachdeckerunternehmen Otto vergeben, die Wände so herzurichten, dass keine Gefahr mehr von der Fassade ausgeht.

Vor einigen Monaten war das Stück eines Steines aus dem Sichtmauerwerk gebrochen und zu Boden gestürzt. Verletzt wurde niemand. Doch das Steinstück löste Besorgnis in der Schule und auch in der Verwaltung aus. Ursache für den „Steinschlag“ war der Wunsch der Bauarbeiter, beim Verblenden der Schule mit Klinkersteinen möglichst gerade Reihen zu mauern. Deshalb hatten die Handwerker damals Moniereisen im Beton angebracht, an denen entlang die Steine gesetzt wurden. Die Eisen selbst verschwanden vor mehr als 40 Jahren unter dem Fugenmaterial.

Doch mit den Jahren waren Undichtigkeiten entstanden. Das eindringende Wasser hatte die Moniereisen rosten lassen. Und da der Rost mehr Platz einnimmt als das Eisen an sich, wurde das Fugenmaterial an einigen Stellen aus den Fugen gedrückt. An einer Stelle war sogar das Stück eines Klinkersteins zu Boden gefallen.

„Jetzt wird die Fassade geändert. Überall dort, wo sich die Klinkersteine in Bereichen befinden, unter denen sich Menschen aufhalten können, werden Platten auf das Mauerwerk gesetzt, die die gleiche Optik haben“, erklärt Stadtplaner Rainer Schürmann. Diese Platten verhindern nicht nur das Eindringen weiterer Feuchtigkeit und dadurch ein Fortschreiten des Problems, sie lassen auch keine Steine mehr zu Boden fallen. Außerdem sind die Platten gedämmt, wodurch die Energiebilanz des Gebäudes verbessert wird.

Diesen angenehmen Nebeneffekt haben auch die Platten, die an anderen Stellen an die Fassade des Gesamtschulgebäudes kommen. Denn längst nicht überall wurde Klinker als Sichtmauerwerk auf die Betonwände der Schule aufgebracht. An vielen Außenwänden wurden orange- gelbe Platten montiert. Gerade im unteren und damit zugänglichen Bereich sind diese beschmiert und beschädigt worden.

Doch auch der natürliche Alterungsprozess hat die Platten ausgeblichen und unansehnlich gemacht. An diesen Wänden wird das Gebäude nun gedämmt. Anschließend werden dort USB-Platten angebracht, auf denen neue Platten befestigt werden. Der Unterbau mit den USB-Platten soll verhindern, dass die außen angebrachten Platten wieder zerstört werden können. Denn durch diesen Aufbau befindet sich kein Hohlraum mehr hinter den sichtbaren Wandabdeckungen. Vorhangfassade nennt sich diese Konstruktion.

Begonnen wird mit den Arbeiten so schnell wie es dem Kiersper Dachdecker möglich ist.

Denn erst, wenn das Sichtmauerwerk durch die neue Abdeckung gesichert ist, können die Gerüste, die sich derzeit noch an einigen Eingängen befinden, entfernt werden.

Klinker-Außenwände, die zwar die gleiche Problematik aufweisen, unter denen sich aber andere Gebäudeteile der Gesamtschule befinden, werden aus Kostengründen derzeit nicht mit der genannten Technik gesichert.

Johannes Becker

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