Projekt weckt Interesse der Schüler für die Bienen

+
Diesen künstlerischen Bienenstock vom Gerd Tutschek aus Rönsahl erklärte Marvin Müller, der bei der Bienen-AG der Gesamtschule mitmacht. ▪

KIERSPE ▪ „Dreimal bin ich bisher von Bienen gestochen worden“, verriet Marvin Müller von der Bienen-AG der Gesamtschule Kierspe. „Das tat nicht so weh wie ein Wespen- oder ein Hummelstich.“ Doch vorsichtshalber hat er immer ein Medikament dabei, dann ist das Brennen und Jucken nach fünf Minuten vorüber. Die Arbeitsgemeinschaft stellte dem Imkerverein jetzt ihre neuen Räume vor.

Vergangenen Samstag hatte die Bienen-AG der Gesamtschule die Imker aus Kierspe und Meinerzhagen in die Gesamtschule eingeladen. Zwischen den Schülern und den erfahrenen Imkern bestehen schon viele Jahre enge Kontakte. Sie begannen mit Heddo Mäder, dem Leiter der Arbeitsgemeinschaft, der selbst Imker ist. Doch bevor die Imker sich die Räumlichkeiten ansehen konnten, informierte sie Heddo Mäder zum Thema Varroamilbe und ihrer Bekämpfung. Als erfreulich sah er es an, dass die Imker aus Kierspe und Meinerzhagen lediglich einen Verlust von 10,66 Prozent ihrer Völker im vergangenen Jahr hinnehmen mussten, der Landesdurchschnitt liege bei 15 Prozent. Er führte den anwesenden Imkern noch einmal vor Augen, dass die Bienen durch den Befall der Varroamilbe eine deutlich kürzere Lebenszeit haben, anstelle von sechs seien es nur noch drei Wochen. Erstaunlich sei, dass diese Milbe in Skandinavien nicht auftrete.

Nach einer ausführlichen Auflistung der unterschiedlichsten Bekämpfungsmethoden bekamen die Imker nun die Gelegenheit, sich die neuen Räume der Bienen-AG in der Gesamtschule anzusehen. Heddo Mähler und die Jugendlichen führten sie in kleinen Gruppen in den Raum, denn Platz für alle anwesenden Erwachsenen und Jugendlichen hatte er nicht.

Hier zeigten die Jugendlichen, welche Geräte ihnen zur Verfügung stehen und berichteten, wie sie selbst zur Imkerei gekommen sind. So gehört seit gut 18 Monaten Marvin Müller zur Bienen-AG der Kiersper Gesamtschule. Aufmerksam auf die Imkerei wurde er bei einer Projektwoche der Schule. Damals entschloss er sich, bei diesem Projekt mitzumachen und bastelte anfangs die Rähmchen für die Honigwaben.

Honig geleckt

Inzwischen hat er „Honig geleckt“ und möchte sein neues Interessengebiet nicht missen. Begeistert zeigt er den Besuchern einen alten norddeutschen Stülper, ein aus Stroh geflochtener Korb, der als Schwarmfangkorb eingesetzt wurde. Unter ihm stand ein Bienenstock, der ein Liebhaberstück ist. Gerd Tutschek aus Rönsahl hatte aus einem Rönsahler Baumstamm einen Bienenstock gefertigt, der menschliche und tierische Gesichter hatte und an dem bei längerem Betrachten immer mehr Figuren auffielen. Auf dem Tisch daneben hatte die Bienen-AG ihre Kerzenecke eingerichtet. Hier erhitzten sie das vorher bearbeitete Bienenwachs und gossen den Wachs in Silikonformen. Hinterher erhalten sie so Kerzen mit den unterschiedlichsten Mustern, auch eine mit dem Wappen von Kierspe. Während Marvin Müller erst kurz bei der Bienen-AG mitmacht, ist Alexander Dunkel schon fast drei Jahre dabei. Er imkert mit Ernst Linde, der mit seinen 94 Jahren viel Erfahrung angesammelt hat. In diesem Jahr bekommt Alexander drei Völker, die er zu Hause aufstellen kann. Mit seinem Zwillingsbruder Sebastian hat er schon alles dafür vorbereitet. „Mir macht das Spaß“, erklärte er. „Im letzten Jahr habe ich für das Mithelfen fast 25 Kilogramm Honig bekommen.“

Viele bleiben in der AG

„Viele der Jugendlichen bleiben über die Projektwoche hinaus in unserer Bienen-AG“, berichtete Heddo Mäder. „Nicht wenige bleiben bis zum Ende ihrer Schulzeit.“ Dass sich das auch finanziell lohnt, in der Bienen-AG mitzumachen, haben inzwischen einige Schüler erfahren. Wenn sie alle Arbeiten mitmachen, dürfen sie nach der Ernte die Hälfte ihres Honigs behalten, und das ergibt eine ordentliche Aufbesserung des Taschengeldes. ▪ GeG

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare