Jugendliche kreieren eigenen Song

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Die Jugendlichen nahmen mit Begeisterung am Hip-Hop-Workshop teil.

Kierspe - Hip Hop ist eine beliebte Musikrichtung bei Jugendlichen, aber auch eine Möglichkeit, eigene Gedanken und Gefühle auszudrücken – und zwar in einer rhythmischen Art und Weise.

Auch unter Kiersper Jugendlichen ist dieser Stil sehr beliebt. Grund genug für das Jugendzentrum der Stadt Kierspe in Zusammenarbeit mit der Drogenberatung MK, Gingo – Stiftung für Prävention NRW und der Rapschool NRW einen Hip-Hop-Workshop anzubieten. 

Dieser wird vom Land NRW gefördert und war daher kostenfrei für die Stadt und die Jugendlichen. Während des Workshops setzen sich die Jugendlichen mit dem Thema Sucht auseinander. Christian Schwanke, Mitarbeiter des Jugendzentrums, erklärt: „Die Wurzeln des Hip Hop liegen in der afroamerikanischen Funk- und Soul-Musik und in den 70er-Jahren. Der Rap, Sprechgesang, das Samplen und das Scratchen sind weitere Merkmale dieser aus den afroamerikanischen Gettos der USA stammenden Musik. Irgendwann war klar, dass mit Hip Hop Geld verdient werden konnte, und das Interesse der Musikindustrie wandte sich dem Hip Hop zu. Seit Anfang der 90er hat sich Hip Hop international verbreitet.“ 

Heute seien es Themen wie Arbeitslosigkeit, Chancenlosigkeit der Jugend, Rassismus, aber auch Straßen- und Drogenkriminalität, die in deutschen Hip-Hop-Texten verarbeitet werden. Schwanke erläutert weiter: „Im Folgenden führte der starke Einfluss von Migranten auf den deutschsprachigen Hip Hop zu einem Einfließen vieler zum Beispiel arabischer, türkischer oder serbischer Wörter in die deutsche Jugendsprache. Die sozialen Brennpunkte, die häufig in den Texten thematisiert werden, werden dabei öfter als Getto bezeichnet. Deutlich kritisiert werden die teilweise sexistischen, homophoben, gewaltverharmlosenden oder antisemitischen Texte.“

Es gab mehrere Module, die die sieben Jugendlichen durchlaufen haben. Los ging’s zunächst in der Textwerkstatt. Hier erfuhren die Jugendlichen einiges Theoretische über den Hip Hop und wie ein Song aufgebaut ist. Nächste Station war dann die Themenauswahl. Das Oberthema des Workshops lautete „Sucht“. 

Die Umsetzung blieb den Jugendlichen überlassen. Die Teilnehmer ließen ihren Gedanken freien Lauf, schrieben Schlagwörter auf und entwickelten dazu eine Geschichte. Dann wurde versucht, alles in Strophen und Reime zu packen.

Die Jugendlichen erfuhren während des Workshops nicht nur einiges zum Thema Drogen, sie sprachen auch über ihre eigenen Erfahrungen und Eindrücke. Aber auch zur Musikproduktion erfuhren die Teilnehmer wichtige Fakten. So braucht es viel Geduld und viel Arbeit, bis ein Song endlich aufgenommen und im Kasten ist. 

Begleitet wurde der Kurs neben Christian Schwanke vom Jugendzentrum auch von Bernd Weißflog und René Sadowski von der Drogenberatungsstelle. Außerdem von Daniel Schneider. Er ist Produzent, Musiker und leitet in Lage die NRW Rapschool – war damit der Profi. Er gab den Jugendlichen die letzten wichtigen Basics mit auf den Weg und er brachte die notwendige Technik mit: Die Beats und die Aufnahmegeräte. Es dauerte mehrere Stunden bis die Aufnahme im Kasten war. Anschließend wurde sie im Tonstudio verfeinert. „Das was rausgekommen ist, lässt sich wirklich hören“, berichtet Christian Schwanke nicht ohne Stolz. Auf der Facebookseite des Jugendzentrums und auf der Seite von Ginko NRW und der Rapschool NRW ist der Song inzwischen online.

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