Carsten Gregor ist einer von 117 Lastenfahrrad-Testern

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Carsten Gregor nimmt an dem Projekt „Ich entlaste Städte“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt teil und testet für drei Monate ein Lastenfahrrad.

Kierspe - Es fällt zweifellos auf, wenn Carsten Gregor mit dem überlangen Fahrrad mit der riesigen Kiste vor dem Lenker vom Servatiusweg losfährt. „Ich entlaste Städte“ steht auf den Seiten der weißen Box und obendrauf „056“ – es ist das 56. von derzeit 96 Lasten-Fahrrädern, die im Rahmen eines Projekts des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt von insgesamt 117 Unternehmern bundesweit getestet werden. Und der Rönsahler Bauingenieur ist einer davon.

Er hat im Januar das Lastenrad Larry vs Harry E-Bullitt, das er drei Monate lang testen soll. Im kommenden Monat wird das 2,44 Meter lange und 46 Kilogramm schwere Fahrrad mit der 160 Liter fassenden Box vor dem Lenker wieder abgeholt. „Aber ich kann mich vormerken lassen, dass ich nach dem Test zum Zeitpreis kaufen möchte“, sagt Carsten Gregor, „das will ich tun!“

Auch wenn er die Chancen, es dann auch zu bekommen, eher als gering einschätzt. Auch wenn der Rönsahler lieber einen stärkeren Motor mit einer Unterstützung bis 45 km/h hätte – das Lastenrad verfügt über einen elektrischen Antrieb „Pedelec 25“ mit Tretunterstützung bis 25 Stundenkilometer – so ist er insgesamt überzeugt von dieser Form der Fortbewegung.

In die Box, die vor dem Lenker sitzt, passt schon einiges an Werkzeug und andere Materialien hinein.

„Mit dem Lastenrad bin ich in 20 Minuten in Kierspe“, ist sich Gregor sicher, dass er mit einem stärkeren Motor noch schneller bei seinen Kunden auch in Wipperfürth oder Marienheide wäre. Wenn er mit Messgeräten und Fotoapparat unterwegs ist, reiche die Box vor dem Lenker aus. Da er aber auch als Handwerker im Baubereich aktiv ist, stößt das Fassungsvermögen schon an die Grenzen.

„Eine Nummer größer und schneller“ wäre gut, meint der Rönsahler. Das gilt besonders, wenn man die Transportbox gut füllt. Das Lastenrad verfügt über ein projektspezifisches Gesamtgewicht – wegen der pannensicheren Bereifung – von 189 Kilogramm.

Aus dieser Sicht wäre solch ein Lastenrad auch etwas für beispielsweise Schornsteinfeger, Elektriker, die ohne viel Material unterwegs sind, Telefonmechaniker, aber auch Ärzte. Insbesondere in der Stadt habe das Rad sehr viele Vorteile, kann sich Carsten Gregor gut vorstellen, dass dadurch das Auto ersetzt werden kann. Die Abstriche, die man auf dem Land machen müsse, würden aber durch den gesundheitlichen Aspekt ein wenig ausgeglichen.

Das Testrad ist mit Scheibenbremsen ausgestattet.

Er würde sich viel mehr bewegen als sonst, sagt Carsten Gregor, selbst bei dem eher mäßigen Wetter der vergangenen Wochen. Es sind nicht viele Testaufgaben, die der Rönsahler Unternehmer zu erledigen hat. Er muss also mit dem Lastenrad fahren, wobei die Wege per GPS-Satellit aufgezeichnet werden. Mithilfe einer Smartphone-App braucht Gregor dann nur noch Angaben über die Ladung zu machen und zu erklären, wie er den Transport anderweitig durchgeführt hätte.

Für den Rönsahler, der sich schon immer für das Thema „Mobilität“ interessiert hat, kein Problem. Was ebenfalls bedeutet, dass sich Carsten Gregor auch für die Lastenräder interessiert hat. „Beruflich bin ich häufiger in Hamburg, da sind mir diese Lastenräder aufgefallen“, erklärt Gregor sein großes Interesse. Eher Zufall war aber, dass er auf das Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gestoßen ist. „Ich habe es in einer Zeitschrift gelesen und mich dann beworben“, erläutert der Bauingenieur, „und bin genommen worden!“

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