Ein junges Team leitet die älteste Jugendfeuerwehr

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Insgesamt 28 Kinder und Jugendliche der Jugendfeuerwehr Kierspe verbrachten eine Woche auf der Ostseeinsel Rügen. Dort wurde unter anderem auch ein Uboot besichtigt.

Kierspe - Ein ganz junges Team leitet die älteste Jugendfeuerwehr des Kreises. Dabei ist das Leitungsteam immer bemüht, den Kindern und Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm zu bieten – auch außerhalb der Feuerwehrkernbereiche Retten, Löschen, Bergen, Schützen.

Wenn die Kiersper Jugendfeuerwehr in zwei Jahren ihren 50. Geburtstag feiert, dann sind die ersten ehemaligen Mitglieder dieser Truppe bereits im Ruhestand. Mit der Gründung im Jahr 1967 ist die Wehr aus der Volmestadt die älteste ihrer Art im Märkischen Kreis – und setzt damit gewissermaßen eine Tradition fort. Denn die Kiersper Wehrleute sind davon überzeugt, dass sie der ältesten Wehr im deutschsprachigen Raum angehören.

Heute hat die Jugendfeuerwehr 45 Mitglieder, wobei sich Jungen und Mädchen nahezu die Waage halten. Das sichert der Kiersper Wehr nicht nur den dringend benötigten Nachwuchs, es stellt die Wehrleitung auch vor Herausforderungen. „Mehr können wir logistisch gar nicht bewältigen. Denn wir müssen den regulären Einheiten ja noch ein paar Autos in den Gerätehäusern lassen, wenn wir unterwegs sind“, formuliert es die Jugendfeuerwehrwartin Anica Würth.

Zehn dieser jungen Wehrleute werden in diesem Jahr in die vier Züge der Wehr wechseln. Bei der Jugendfeuerwehr wird das allerdings nicht zu freien Plätzen führen, denn allein aus der Kinderfeuerwehr kommen acht neue junge Wehrleute in die Jugendorganisation, sechs weitere kommen aus der Brandschutz-AG der Pestalozzischule. „Für alle anderen gibt es eine Warteliste, wenn überraschend ein Platz frei wird, dann kommen Kinder und Jugendliche von dieser Liste zum Zuge“, so Würth, die es als Kunststück bezeichnet, die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 17 Jahren so zu beschäftigen, dass die Kleinen nicht über- und die Großen nicht unterfordert werden.

Gelingen tut ihr das, weil sie auf ein junges Team zählen kann, dem neben dem Feuerwehrwart Kilian Schumacher auch der stellvertretende Wart Oliver Hager und die Betreuer Martin Tonn, Dominic Ebeling, Maik Käming, Jacqueline Sinn, Daniela Clever und Sandra Troisin angehören. Bei der Aufzählung fehlt Frank „Brummi“ Schmidt, der offiziell zwar noch dem Team angehört, aber aus beruflichen Gründen kaum noch Aufgaben im regelmäßigen Dienst übernehmen kann. Dafür kümmert er sich um die Ausrichtung des Jubiläums in zwei Jahren.

Sechs dieser Betreuer waren gemeinsam mit Wehrleiter Georg Würth und Hiltrud Wagner sowie 28 Jugendfeuerwehrleuten eine Woche auf Rügen, um auch außerhalb des üblichen Dienstes den Kindern etwas zu bieten. Die Fahrten haben bei der Jugendorganisation Tradition. Bereits seit den 1980er Jahren finden diese Freizeiten alle zwei bis drei Jahre statt – und dann ist auch immer der Wehrleiter dabei. „Dann haben die jungen Leute die Gelegenheit, mich kennenzulernen. Umgekehrt gilt das natürlich auch. Außerdem sollte die Jugendfeuerwehr für jeden Wehrleiter höchste Priorität haben“, so Georg Würth.

Auf der ostdeutschen Insel selbst konnten sich die jungen Kiersper aber von ihrem Thema nicht ganz trennen, stand doch die Besichtigung des Seenotkreuzers Harro Koebke auf dem Programm.

Doch es wurde auch Minigolf gespielt und Fahrrad gefahren. Es gab eine Schnitzeljagd und natürlich einen Strandtag. Bei einem Beach-Volleyball-Turnier konnten die Kinder und Jugendlichen nicht nur Profis aus ganz Europa zuschauen, sondern außerhalb des offiziellen Programms selbst spielen.

Die An- und Abreise erfolgte mit einem Bus, auf der Insel selbst mussten sich die Teilnehmer mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen.

Finanziert wurde die Fahrt mit Verkaufsaktionen im Vorfeld, kleinen Zuschüssen des Kreisjugendamtes und aus der Weihnachtsbaumsammlung. Für die Eltern der mitreisenden Kinder hatte das den Vorteil, dass sie selbst nur noch einen geringen Betrag aufbringen mussten.

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