Grote und Brocksieper besteht seit 75 Jahren

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Nach dem Umzug aus Schleipe fand Grote und Brocksieper in den 1950er Jahren seinen Standort im Volmetal, wo auch heute noch das Hauptwerk steht.

Kierspe - Täglich verlassen rund 1,3 Millionen Produkte die beiden Werke der Firma Grote und Brocksieper an der Volmestraße. Die thermoplastischen Funktions- und Präzisionsteile, wie sie die Fachleute nennen, kommen in sämtlichen Industriebranchen zum Einsatz. Schwerpunkt ist die Automobilindustrie.

Die technisch anspruchsvollen Spritzgießwerkzeuge dazu – die Formen für die Herstellung der Kunststoffteile – konstruiert und baut die Firma selbst. 45 moderne Spritzgießmaschinen stehen dem Unternehmen, das am 1. April sein 75-jähriges Bestehen feiert, zur Verfügung. Zum Repertoire gehören designorientierte Kunststoffspritzgießteile mit dekorativen Oberflächen und Narbungen ebenso wie Zwei-Komponenten-Spritzgießteile oder Metall- und Kunststoffverbindungen.

„Die Herstellung von komplexen und präzisen Artikeln ist ohne einen eigenen Werkzeugbau kaum noch wirtschaftlich realisierbar. Wir leben Made in Germany, verfügen über ein kreatives und geschultes Team und einen Maschinenpark, der dem aktuellen Stand der Formenbautechnologie entspricht. Als Full-Service-Dienstleister bieten wir im frühen Stadium der Produktentwicklung Beratung inclusive einer 3-D-Füllsimulation an und runden das Leistungsspektrum von der Machbarkeitsstudie über die Montage und Konfektionierung bis hin zum Logistikkonzept ab“, sagt der Prokurist und Technische Leiter Klaus Fischer.

Die Anfänge waren weniger komplex. Am 1. April 1939 gründen die beiden Werkzeugmacher Emil Grote und Walter Brocksieper, bis dahin in Lüdenscheider Firmen angestellt, ein Unternehmen zur Herstellung von Schnittwerkzeugen und Kunststoffformen. Die Gründungsstätte befindet sich in dem heute unter Denkmalschutz stehenden und vom Heimatverein gepflegten „Schleiper Hammer“.

Während bis zum Kriegsende der Formenbau im Vordergrund steht, werden nach einer kurzen Übergangsphase als Reparaturwerkstatt für Landmaschinen Maschinen und Werkzeuge zur Herstellung von thermoplastischen Kunststoffteilen produziert. Im Laufe der Jahre erwirbt sich das Unternehmen Grote und Brocksieper unter technischer Leitung des langjährigen Prokuristen Ernst Fischer einen hervorragenden Ruf. Der kontinuierliche Aufwärtstrend, 1953 zählt das Unternehmen bereits 36 Mitarbeiter, ist auch ein Verdienst der kaufmännischen Leitung der Prokuristin Luise van de Kolk.

Heute wird das Kiersper Unternehmen von dem Prokuristen und technischen Leiter Klaus Fischer (rechts) und dem geschäftsführenden Gesellschafter Jörg Becker geleitet. - Fotos: Becker

In diesem Jahr erfolgt der Umzug von Schleipe nach Grünenbaum in das neu errichtete Betriebsgebäude. 1958 kommt es zur ersten Erweiterung, da die Firmengründer Emil Grote und Walter Brocksieper sich zum Aufbau einer leistungsfähigen Spritzerei entschlossen haben. 1966 wird die Spritzerei durch einen Anbau vergrößert und 1972 entsteht durch den Kauf eines bestehenden Betriebsgebäudes das Werk Bollwerk, das durch Baumaßnahmen in den Jahren 1979, 1984 und 2000 die Produktions- und Lagerflächen verdoppelt.

Drei Jahre nach Kauf und Modernisierung des Werkes Bollwerk stirbt Walter Brocksieper im Alter von 65 Jahren und seine Tochter Sigrid Brocksieper tritt in die Geschäftsführung ein, die im Jahr 1989, zum 50. Geschäftsjubiläum am 1. April und im Todesjahr von Emil Grote, um Diplom-Ingenieur Klaus Fischer und Jörg Becker erweitert wird. Heute wird das attraktive Erscheinungsbild des Stammsitzes durch die in den Jahren 1990 bis 1992 vorgenommenen baulichen Veränderungen geprägt.

Auf der neu erstellten Website www.grote-brocksieper.com wird das aktuelle Leistungsspektrum des Unternehmens sehr gut verdeutlicht. Der Betrachter wird zahlreiche Produkte erkennen, die ihm im täglichen Leben begegnen. So befinden sich in jedem BMW-Schlüssel Kunststoffteile aus der Kiersper Firma, ebenso in Elektro-Fahrrädern und LED-Leuchten, die für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit stehen.

Als Referenzen kann Grote und Brocksieper Unternehmen wie Audi, Bentley, BMW, Mercedes, VW, Rolls Royce und Hella nennen.

Mit der Investition im Februar und März dieses Jahres in zwei neue Spritzgießmaschinen weitet das Unternehmen die Produktionskapazität im Werk Bollwerk weiter aus, um das angestrebte Ziel, ein zweistelliges Umsatzwachstum, realisieren zu können.

„Als familiengeführtes Unternehmen in dritter Generation sind wir uns unserer sozialen und arbeitsrechtlichen Verantwortung bewusst. Wir verknüpfen die klassischen Vorteile eines inhabergeführten Unternehmens wie langfristiges Denken, kurze Entscheidungswege und persönliches Engagement mit den professionellen Prozessen, Transparenz und einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur mit guten Arbeitsbedingungen und fairen Vergütungen. Diese Philosophie hat uns zu einem vertrauenswürdigen und kompetenten Partner weltweit tätiger Unternehmen und zu einem attraktiven Arbeitgeber in unserer Region gemacht“, so der geschäftsführende Gesellschafter Jörg Becker.

Am 30. April erwartet die derzeit 75 Mitarbeiter eine besondere Veranstaltung im Hauptgebäude. Im Sommer dieses Jahres werden die 45 Rentner zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen, um über „alte Zeiten“ und neue Entwicklungen sprechen zu können. - jobek

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