Freie Wähler kritisieren fehlende Barrierefreiheit

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Claudia Maiwurm und Torsten Götze kritisieren die Barrierefreiheit im Umfeld der beiden Seniorenheime an der Montignyallee.

Kierspe - Gerade im Umfeld von zwei Seniorenheimen sollte Barrierefreiheit herrschen. Doch nach Ansicht der Freien Wähler wird diese beim Ausbau der Montignyallee nicht erreicht. Die Wählergemeinschaft bemängelt, dass sich dort vermeidbare kleine Stufen fänden und die falschen Steine verlegt worden seien.

Von Johannes Becker

„Wer über diese Steine im Rollstuhl fährt oder geschoben wird, der ist einem dauerhaften Rütteln ausgesetzt. Das wäre bei der Verwendung anderer Steine oder durch ein Asphaltieren der Bürgersteige vermeidbar gewesen“, erklärt Claudia Maiwurm, die aus eigener Erfahrung weiß, wie anstrengend Fahrten über Pflastersteine sein können, schiebt sie doch oft genug ihren Vater, der auf ein solches Gefährt angewiesen ist, über Kiersper Wege.

„Wir haben mit der ausführenden Firma gesprochen, nach deren Aussage hätte man auch Steine ohne Fase verwenden können, diese hätten keinen Cent mehr gekostet, aber die Fahrten mit Rollstuhl und Rollator erheblich erleichtert. Doch darüber denkt bei der Stadtverwaltung niemand nach“, pflichtet ihr Torsten Götze bei. Tatsächlich ist die kleine Abschrägung an den Steinen – Fase genannt – deutlich beim Befahren zu spüren.

Doch dieser „Mangel“ ist nicht die einzige Baumaßnahme, mit der die Politiker unglücklich sind. So treffen die Fußgängerwege an der Montignyallee auf der Seite des Awo-Seniorenzentrums in unterschiedlichen Höhen aufeinander. Maiwurm: „Das ist zwar gerade einmal ein Zentimeter, doch dieser verhindert schon ein schräges Auffahren und belastet den älteren oder behinderten Menschen in seinem Fortkommen. Ich finde, so etwas ist einfach gedankenlos.“

In der Beratung im Ausschuss für Umwelt und Bauen, in dem der Ausbau vorgestellt worden sei, hätten die Ausschussmitglieder sogenannte Null-Absenkungen gefordert und diese seien auch von der Stadtverwaltung versprochen worden, so die beiden Politiker weiter.

Eine weitere Kante befindet sich zwischen dem Bordstein und dem Regenabfluss der Straße. Götze: „Auch das wäre durch den Einsatz überdachter Regenabläufe vermeidbar gewesen. Genauso wie der Einsatz von Gullideckeln, in denen die Räder von Rollstühlen und Rollatoren stecken bleiben können.“

Gleiches gelte auch für die neuen Parkplätze, die am Anfang der Montignyallee angelegt worden seien. „Wenn man A wie altersgerechtes Wohnen sagt, dann muss auch B wie barrierefreies Bauen sagen“, so Götze, der ankündigt, dass sich die Wählergemeinschaft nicht nur auf den Bereich an der neu gebauten Straße konzentrieren möchte.

„Wie werden nach der Sommerpause einen Antrag stellen, auch das Rathausumfeld barrierefrei zu gestalten.“ Dabei haben die Freien Wähler vor allem die mit Kopfsteinpflaster belegten Bereiche und die Rampe im Auge. „Gerade die Rampe ist für einen Rollstuhlfahrer ohne Hilfe nicht befahrbar. Überhaupt hätte man im Zuge der Sanierung der Treppe am Eingang dort schon einiges machen können“, so Maiwurm.

Klaus Müller vom Sachgebiet Tiefbau, der für seinen im Urlaub befindlichen Chef Auskunft erteilt, sagt zum Ausbau der Montignyallee: „Dort wird meines Wissens genau das umgesetzt, was den Ausschussmitgliedern seinerzeit vorgestellt wurde und mit dem diese auch einverstanden waren, auch die Mitglieder der Freien Wähler.“

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