Corona und Trockenheit

MK-Landwirte ziehen Bilanz zur Ernte: Große Sorgen - doch es gibt auch Positives

Erntedank - Landwirtschaftlicher Kreisverband - Pressekonferenz
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Teilnehmer der Erntedankpressekonferenz des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes: der stellvertretende Vorsitzender Ulrich Brinckmann, die Gastgeber Lisa und Tim Gelzhäuser, Ortsverbands-Vorsitzender Reiner Grafe und Vorsitzender Günter Buttighoffer (von links).

Corona, Trockenheit und jetzt auch noch die ersten Fälle von Schweinepest in Deutschland: Für die Landwirte kommt es knüppeldick. Und dennoch mag Günter Buttighoffer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, nicht schwarzmalen.

„Wir haben in diesem Jahr trotz aller Einschränkungen wieder gesunde Lebensmittel auf den Höfen erzeugt“, betonte er zwei Wochen vor dem Erntedank während der traditionellen Pressekonferenz des Verbandes.

Ob Silage, Heu, Mais oder anderes Getreide: Die Qualität der Ernte war fast immer gut. Getrübt wurde dieses Ergebnis durch die Ertragseinbußen in Folge der Trockenheit. So brachte die Grasernte im Vergleich zu einem guten Jahr mindestens 20 Prozent weniger Masse, die daraus resultierende Knappheit an Grundfutter müssen die Tierhalter durch Zukäufe ausgleichen. Das geht ins Geld, wobei der stagnierende Milchpreis den Bauern zusätzlich zu schaffen macht.

Der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende Ulrich Brinckmann kommt aus dem Nordkreis und kennt sich daher mit Getreide, Kartoffeln und Gemüse bestens aus. Nach einem etwas bangen Start im Frühjahr hat laut seiner Aussage der Regen im Juni zu einem zufriedenstellenden Wachstum und zu soliden Erträgen geführt. „Und der Mais, bei dem jetzt gerade im gesamten Kreisgebiet die Ernte beginnt, steht bis auf wenige Ausnahmen auch sehr gut“, berichtete Brinckmann.

Sprachen zur Ernte in diesem Jahr: (von rechts) Kreisvorsitzender Günter Buttighoffer, sein Stellvertreter Ulrich Brinckmann und Reiner Grafe, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Kierspe.

Diesem durchaus positiven Trend in der örtlichen Landwirtschaft würden sich Timo und Lisa Gelzhäuser mit ihrem Waldbauernhof in Belkenscheid sehr gerne anschließen. Doch für sie, wie auch für viele andere Waldbesitzer, endet dieses Jahr katastrophal. Auf dem etwas über 100 Hektar großen Betrieb der Gelzhäusers wachsen zu rund 80 Prozent Fichten, die aktuell wegen der großen Wasserknappheit und des gewaltigen Borkenkäferbefalls massenweise absterben.

Lisa und Tim Gelzhäuser haben auf dem Gelände ihres Forstbetriebs in Belkenscheid ein Sägegatter für die Holzverarbeitung installiert.

Die Gastgeber der Erntedankpressekonferenz versuchen, mit kreativen Ideen das Käferholz selbst zu nutzen, denn auf dem Markt lässt sich kein Preis mehr erzielen, der nach den Aufarbeitungskosten noch einen Erlös bringt. Timo und Lisa Gelzhäuser haben sich ein kleines Sägewerk samt Hobelmaschine angeschafft. Dort sägen sie Bretter und Balken und bieten kleine Holzhäuser, sogenannte Tiny-Houses, zum Kauf an.

Die Geschwister erinnerten an die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Waldes als CO2-Speicher, Erholungsraum und Holzlieferant. Hier sei vor allem seitens der Politik ein starker Impuls nötig, um den kranken Forst für alle Bürger zu retten.

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