Gemeinsames Üben und das Miteinander fehlt

Kiersper Feuerwehr schiebt Online-Dienst

Freiwillige Feuerwehr - Online-Dienst - Premiere
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Löschzugführerin Nadine Dörseln leitete gemeinsam mit ihrem Kollegen Torben Standhaft den Online-Dienst.

Die Premiere verlief erfolgreich: Am Mittwochabend absolvierten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kierspe ihren ersten Online-Dienst. Mehr als 20 Einsatzkräfte der Einsatzgruppe 1 des Löschzugs Stadtmitte klinkten sich ins Netz ein, um an der Dienstveranstaltung teilzunehmen – der letzte reguläre Dienst hatte im Februar vergangenen Jahres stattgefunden.

Kierspe - Dann fielen nahezu alle Veranstaltungen der Feuerwehr den Corona-Schutzmaßnahmen zum Opfer, schließlich sollte die Wehr einsatzfähig bleiben. Das hieß, die Kontakte auf ein Minimum zu beschränken, lediglich nach dem ersten Lockdown gab es einige wenige Dienste in Kleingruppen. Aber auch die wurden im weiteren Verlauf der Pandemie gestrichen. Natürlich galt dies ebenso für Ausbildungen, Lehrgänge und Ähnliches, die normalerweise auf dem Programm der Feuerwehr stehen. Wie es in diesem Jahr weiter geht, keiner wagt derzeit einen Ausblick. Wohlwissend, dass Präsenz-Schulungen unverzichtbar sind.

Denn es geht um die Weiterbildung eines jeden einzelnen und ebenfalls um das Miteinander, macht Christian Schwanke, Pressesprecher der Kiersper Wehr, deutlich. Gerade das Miteinander habe im vergangenen Jahr sehr gelitten. Nun gibt es mit der Online-Plattforn einen Ersatz, mit dessen Hilfe Informationen ausgetauscht, der (virtuelle) Kontakt zueinander gehalten und theoretische Schulungen im begrenzten Rahmen durchgeführt werden können – abseits der Einsätze. Bis April sollen diese Online-Dienste nun für jede Einsatzgruppe regelmäßig angeboten werden.

Per Tablet oder Laptop absolvierten am Mittwoch die Mitglieder der Einsatzgruppe 1 des Löschzugs Stadtmitte ihren ersten Online-Dienst.

Bei der Premiere am Mittwoch stand das Thema „Unfallverhütungsvorschriften vor, im und nach dem Einsatz“ auf dem Programm. Die beiden Zugführer Nadine Dörseln und Torben Standhaft führten aus dem Schulungsraum des Gerätehauses durch den Dienst.

Am Ende der Veranstaltung waren sich all einig, dass diese Alternative gut ist, aber natürlich keinen regulären Dienst ersetzen könne. Das drückte sich letztlich auch in der wehmütigen Frage eines Feuerwehrmannes aus: „Wie sieht das denn nun mit dem gemeinsamen Getränk aus?“

Online-Treffen auch für Spielmannszug

Nach der erfolgreichen Online-Dienst-Premiere werden auch die Mitglieder des Löschzugs 3 (Rönsahl) und des Spielmannszugs auf dieses digitale Format zurückgreifen. Dies aber stets mit der Hoffnung, dass es ab April in welcher Form auch immer wieder normaler wird. Denn neben dem regelmäßigen gemeinsamen Üben, um im Einsatzfall ein gut eingespieltes Team zu sein, kann natürlich auch die Kameradschaft untereinander nicht gepflegt werden. Welche Folgen das haben wird, vor allem bei der Jugend- und der Kinderfeuerwehr, weiß keiner abzuschätzen. Es bestehe die Gefahr, so der Pressesprecher, dass der ein oder andere gelernt hat, ohne „seine“ Feuerwehr auszukommen.

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