Preiskampf im Kuhstall

Orstverbandsvorsitzender Heinz Wennekamp.

KIERSPE ▪ Erst Trockenheit, jetzt Dauerregen – die Landwirte haben es zurzeit nicht leicht. Bis zu 50 Prozent Ertragsverluste durch den mangelnden Regen im Frühjahr und jetzt sorgt der Regen dafür, dass Getreide, Gras und Mais nicht geerntet werden können.

„Preise für Heu, Stroh und Getreide sind bis zu 30 oder 40 Prozent gestiegen. Zum Glück auch die Milchquote, sonst müssten wir uns ernsthafte Existenzsorgen machen“, erklärt Heinz Wennekamp, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes. Das Wetter sei Schuld an den Problemen. „Die Landwirte sind unterschiedlich betroffen, die Milchviebetriebe mit viel eigenem Land haben wenig Probleme, da sie wenig zukaufen müssen. Aber Pferdebetriebe, die Heu, Stroh und Kraftfutter kaufen, haben ein Problem“, erklärt der Landwirt weiter.

Gerade Heu sei ein Problem. Denn dies müsse länger stehen bleiben. Mittlerweile wäre es allerdings dringend an der Zeit, es zu mähen. Doch dafür müsste es vier Tage trocken bleiben. „Regnet es ins gemähte Heu, ist die Ernte nicht mehr zu gebrauchen. Es wird braun und staubig.“ Heu wird jedoch überwiegend an Pferde und Kälber verfüttert. Milchkühe bekommen Silage, Stroh, Mais und Kraftfutter. „Der erste Schnitt, war sehr schlecht. Durch die Trockenheit, haben wir bis zu 50 Prozent weniger Silo machen können. Das Gras wuchs einfach nicht“, erklärt Wennekamp. Der zweite und auch der dritte Schnitt seien aber gut genug, sodass er sich hier keine Sorgen mache. Probleme gibt es beim Stroh, wie Kreislandwirt Günter Buttighoffer erklärt: „Stroh müssen fast alle Landwirte zukaufen, gerade im Südkreis wird wenig Getreide angebaut.“ Stroh würde zum Füttern und zum einstreuen der Liegeplätze gebraucht. Normalerweise koste ein großer Quaderballen 25 Euro, in diesem Jahr um die 38 Euro. „Ich brauche 200 Quaderballen im Jahr. Da kann man sich leicht ausrechnen, wie viel Mehrkosten ich habe“, verdeutlicht Wennekamp die Rechnung des Kreislandwirtes an einem Beispiel. Hinzu käme, dass viele Getreidebauern das Stroh beim Dreschen direkt hexeln und unterpflügen würden. Wennekamp: „Ich denke, dass dies in diesem Jahr nicht so sein wird. Die Getreideerträge sind geringer als sonst, da werden die Landwirte zusehen, auch das Stroh verkaufen zu können.“

Der Mais hingegen stünde gut: „Wenn es nicht Unwetter mit Hagel gibt, ist genug da“, so Buttighoffer. Darin bestünde laut Wennekamp auch nicht das Problem: „Der Marktpreis ist hoch, wir müssen das zahlen, was auch die Biogasanlagen zahlen. Wer Mais zukauft, muss ihn auch von weiter her holen. „2010 war die Tonne für 38 bis 40 Euro zu bekommen. Nun werden Preise zwischen 49 und mehr als 50 Euro gezahlt. Das ist ein deutlicher Anstieg.“ Ähnlich sei es beim Kraftfutter. Eiweißhaltige Sorten, wie beispielsweise mit viel Soja oder Raps seien ebenfalls teurer geworden. Um bis zu sechs Euro stieg der Preis.

„Dennoch, wir können damit leben. Eher als mit schlechten Milchpreisen“, sind sich Wennekamp und Buttighoffer einig.

Lydia Machelett

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