Raukfest: Big Bands reisen quer durch Musikgeschichte

Kierspe - Quer durch die jüngere und mittlere Musikgeschichte ging am Himmelfahrtstag die eher horizontale Reise zweier Big Bands und der Rock- und Popband Druckluftraum auf dem Raukplatz. Der Lions-Club Meinerzhagen-Kierspe und die Gaststätte „Zum Rauk“ hatten dazu ein attraktives Verpflegungsprogramm und ergänzende Durstlöscher organisiert.

Neben dem Grill lockte ein gut bestücktes Kuchenbüffet. Bei strahlendem Sonnenschein füllte sich der Platz ab 11 Uhr mit immer mehr Besuchern. Wer einmal da war, hatte gute Gründe zu bleiben: Beide Big Bands boten Erlesenes aus Pop, Swing und lateinamerikanischen Rhythmen, die im Laufe des Tages kaum Wünsche offen ließen. Zeitlich arbeitete sich die Kiersper Big Band „Swingsound“ von Kurt Weills „Mac the Knife“ durch 86 bewegte Musikjahre vor bis zu Conchita Wursts „Rise like a Phoenix“ aus dem Jahr 2014. Dazwischen war viel Platz: Für Glenn Millers großartige Bahnreise „Chattanooga Choo Choo“, Dusty Springfields „Son of a preacher man“, das gute alte „Makin’ whoopee“ und vieles mehr. Roger Cicero lieferte einen etwas kämpferischen Beitrag zum Thema „Vater“- und irgendwie ja auch „Männertag“: „Zieh die Schuh aus“.

Da die Band in Gestalt von Michaela Neunz und Holger Menzel gleich zwei Sänger mitgebracht hatte, konnten sich die beiden bei den zahlreichen Gesangstiteln abwechseln. Bei einem Klassiker, den Frank und Nancy Sinatra einst berühmt machten, trafen sie sich zum Duett: „Something stupid“. Aus der gleichen, musikalisch so fruchtbaren Zeit kamen „The Lady is a tramp“ und „New York, New York“.

Bandleader Dirk Pawelka, der beide Big Bands dirigierte und immer mal wieder zur Trompete griff, erklärte seine Rolle: Um Nachwuchs für die Big Band „Swingsound“ zu rekrutieren, organisierte er mehrere Workshops für junge, ambitionierte Musiker mit Appetit auf die Arbeit in einer Big Band. Doch die Workshop-Teilnehmer hatten ihren eigenen Kopf und machten schließlich ihr Ding in der Big Band, die den Namen „High Vol(u)me“ bekam. „Jetzt habe ich das am Hals mit zwei Bands“, scherzte Dirk Pawelka und verbrachte an diesem Tag etwa vier Stunden in der Position des Dirigenten.

Auch High Vol(u)me legte dabei einen absolut hörenswerten Ritt durch ein gutes halbes Jahrhundert Musikgeschichte hin: Von Louis Armstrongs wunderschöner Ballade „What a wonderful World“ über Weather Reports „Birdland“ und Steppenwolfs „Born to be wild“ bis zur schwedischen Rockgruppe Europe mit dem „Final Countdown“. Bestens unterstützt wurde die Band dabei von Sängerin Lucia Sikora. Mit der Titelmusik zu James Bond erinnerten die Musiker an den jüngst verstorbenen Roger Moore. Das schöne „Skyfall“ und die Tatort-Titelmelodie steuerte Swingsound bei.

Hatten sich dessen Musiker nur ausnahmsweise nach Südamerika begeben, lieferte High Vol(u)me nun eine ganze Reihe mitreißender Rhythmen: Vom „Soul Bossa Nova“ über Jorge Ben Jors „Mas que Nada“ bis zu Tito Puentes „Oye como va“. Doch auch nach diesen Gewaltmärschen durch sehr vieles, was zu hören Freude macht, war noch lange nicht Schluss: Die Band „Druckluftraum“ widmete sich bei ihrem Auftritt der Musik der 1990er Jahre.

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