Ehemaliger Papst-Sekretär überreicht Reliquie

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Erzbischof Mieczyslaw Mokrzycki (links) und sein Sekretär Andrzej Legowicz bringen die Reliquie ersten Grades des heiligen Papstes Johannes Paul II in das Pontifikalamt ein.

Kierspe - Das ist ein großes Geschenk an eine kleine Gemeinde: Mieczyslaw Mokrzycki, Erzbischof von Lemberg, überreichte gestern während eines Pontifikalamtes in der katholischen Kirche St. Josef eine Reliquie von Johannes Paul II. Die Kiersper Gläubigen erhielten in Glas gefasste Haare des 2005 verstorbenen und 2014 heiliggesprochenen Papstes.

„Das Volk Gottes möge vor dieser Reliquie beten. Es möge Gnaden empfangen auf die Fürbitte des Heiligen Johannes Paul II und es möge ihn nachahmen im Glauben und im Eifer“, betonte der Erzbischof in seiner in Teilen auf Deutsch vorgetragenen Rede. Den größten Teil der von Mieczyslaw Mokrzycki ausgearbeiteten Predigt verlas dann Johannes Broxtermann, Domkapitular im Bistum Essen und Pastor in Lüdenscheid, in der voll besetzten Kirche.

Der wie der Erzbischof aus Polen stammende Gregor Myrda hat als Beauftragter für Renovabis, das Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche in Deutschland, auch gute Kontakte ins ukrainische Erzbistum Lemberg. Vor zweieinhalb Jahren besuchte der Kiersper Pastor den dortigen Erzbischof. Der war von 1996 bis 2005 Sekretär von Papst Johannes Paul II.

In seiner gestrigen Predigt wurde deutlich, wie nah Mieczyslaw Mokrzycki dem beliebten und volksnahen Papst gestanden hat. „Johannes Paul II war ein besonderer Mensch. Ihn umgab eine Aura von Licht. Seine besondere Ausstrahlung berührte alle, die mit ihm in Kontakt kamen“, berichtete er. „Sein ganzes Leben war wie ein dauerhaftes Gebet“, erinnerte der Erzbischof und betonte, wie offen und sensibel Johannes Paul II dennoch auf alle Menschen zuging.

Katholisches Gemeindefest und Reliquien-Übergabe

"Die dauernde Gegenwart der Reliquie in dieser Kirche möge wie ein Siegel die Einheit der heiligen Kirche hervorheben, die versammelt ist im Gebet um den Nachfolger des heiligen Petrus“, führte der Erzbischof aus. „Sie erhalten diese Reliquie und sie ist jetzt Ihrer Sorge und Verehrung anvertraut und der Verehrung der Gläubigen.“

Ein beeindruckender Film, der manchen Gottesdienstbesucher zu Tränen rührte, ergänzte den Blick auf das Leben von Johannes Paul II. Der Festgottesdienst ging mit den Fürbitten, Gebeten, Danksagungen von Pastor Myrda und des Erzbischofs sowie der Übertragung der Reliquie zu Ende.

Danach wurde das am Samstagabend eröffnete Gemeindefest im Garten des Pfarrhauses fortgesetzt. Die Organisatoren hatten viele Spielstationen für die Kinder aufgebaut. Dazu zählten die große Hüpfburg und das Kinderschminken. Über Mittag wurden für die erwachsenen Gäste zahlreiche Speisen und Getränke angeboten. Und am Nachmittag klang das Fest bei Kaffee und Kuchen gemütlich aus.

Der Erzbischof, der nach seiner späten Ankunft am Samstag die Nacht in einer Ferienwohnung in Belkenscheid verbracht hatte, reiste bereits Sonntagnachmittag weiter.

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