Politikerin auf Sommerreise

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Petra Crone besuchte das Bürgerzentrum. ▪

KIERSPE ▪ In der Politik wird es spürbar ruhiger, kein Wunder, die Sommerpause steht vor der Tür. Zudem herrscht im Berliner Bundestag gerade gähnende Leere, denn für die Politiker gibt es eine zweiwöchige Sitzungspause. Das heißt aber nicht, dass die Politiker auf der faulen Haut liegen. Der Terminkalender der Kiersper Bundestagsabgeordneten Petra Crone ist randvoll.

Von 8 bis 22 Uhr hat sie am laufenden Band Termine, denn die Sozialdemokratin ist gerade auf Sommerreise. Gestern besuchte sie das Bürgerzentrum Hand in Hand.

„Es ist natürlich immer toll, in seine Heimat zu kommen. Alle nehmen einen in den Arm, ich kenne hier jeden“, freute sich Crone. Aber natürlich habe die Reise einen politischen Anspruch. 24 bis 25 Wochen verbringe die Abgeordnete in der Hauptstadt, die übrige Zeit sei sie in ihrer Heimat. „Es ist eine gleichgewichtige Arbeit. Die Termine, Besuche und Diskussionen hier sind genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.“ Alles was Crone hier erlebe nehme sie mit nach Berlin und beeinflusse ihre Arbeit. Auch die Mitarbeiter des Bürgerzentrums erzählten von ihrer Arbeit und ihren Sorgen. „Es ist schockierend: Viele Menschen kommen einfach nur, um einmal mit jemanden Reden zu können, sonst sind sie völlig einsam“, berichtet Angelika Rentrop, stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Das Problem kennt auch Crone, dennoch sei sie jedesmal betroffen, solche Geschichten zu hören: „Es berührt mich einfach. Es ist toll, dass es solche Einrichtungen gibt, aber viel schlimmer ist es, dass sie überhaupt nötig wurden.“

Genau diese Eindrücke seien es, die ihre Arbeit in den kommenden Wochen vorantreiben werden. Um genau zu wissen, wovon sie spricht, absolviert die Abgeordnete Praxistage. So war sie beispielsweise in Lennestadt in einem Krankenhaus als Pflegerin unterwegs. Crone: „Ich hatte einen Kittel an und habe die ganze Schicht mitgearbeitet. Vieles versteht man anschließend viel besser.“ Dabei scheue sie auch keine kritischen Diskussionen, im Gegenteil: „Für mich ist es wichtig zu erfahren, was in den Köpfen vorgeht. Manche Ideen entstehen erst hier an der Basis.“

Lydia Machelett

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