Tempo-30-Zone: Grüne enttäuscht

Die bisherige Tempo-30-Regelung wird zur Verärgerung der Grünen geändert. - Archivfoto: Becker

Kierspe - Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bezieht in einem offenen Schreiben an die Redaktion der Meinerzhagener Zeitung Stellung zu der Einrichtung einer zeitlich begrenzten Tempo-30-Zone an der Friedrich-Ebert-Straße am Felderhof. Wie in der MZ-Ausgabe vom 8. August berichtet, traf der Märkische Kreis die Entscheidung, die dort zeitlich unbegrenzte Geschwindigkeitsvorschrift wieder abzuschaffen.

Die Grünen seien sehr enttäuscht darüber, dass sich die Kreisverwaltung gegen den eindeutigen Mehrheitsbeschluss des städtischen Fachausschusses vor mehr als zwei Jahren hinweggesetzt habe, heißt es in dem Brief. Wörtlich ist dort zu lesen: „Was ist das für ein Demokratieverständnis, wenn nach der Beschwerde der kleinen Kiersper FWG-Fraktion sowohl der NRW-Straßenbaulastträger als auch das MK-Straßenverkehrsamt und die Polizei diese kommunalpolitische Entscheidung vor Ort missachten und die alte Tempo-50-Regelung wochentags ab 18 Uhr und am Wochenende durchgängig wieder einführen.“

Anerkennenswert, so die Fraktion um ihren Vorsitzenden Hermann Reyher, sei im Nachgang die Tatsache, dass die Stadtverwaltung Kierspe noch im September 2015 bei einer Ortsbegehung die Änderung der bisherigen Regelung abgelehnt hatte. Es sei auch kein Wunder, wenn bei Geschwindigkeitsmessungen in schulfreien Zeiten die bisherige Tempo-30-Beschränkung häufig missachtet werde. Denn inzwischen wisse fast jeder Verkehrsteilnehmer Bescheid über das kameralose stationäre Blitzgerät „Starenkasten“ an einem der drei Fußgängerüberwege. Die Grünen begründen ihr Festhalten an der Tempo-30-Zone auch damit, dass in diesem verkehrssensiblen Bereich auf Höhe der Gesamtschule nicht nur Schüler gefährdet seien. „Gerade im großflächigem Wohngebiet des Felderhofs leben zahlreiche kinderreiche Familien und ältere Menschen ohne eigenes Auto. Besonders an Samstagen sind sie fußläufig unterwegs für Besorgungen im Rewe-Petz-Verbrauchermarkt und bei Besuchen der beiden Seniorenheime im Rathausumfeld. Umgekehrt queren an Abenden und Wochenenden vor allem junge Sporttreibende aus Kierspe-Zentrum die Friedrich-Ebert-Straße an dieser kritischen Stelle, um zu den Bolzplätzen, der Sporthalle und dem Hallenbad zu gelangen, oftmals auch mit dem Fahrrad“, so die Grünen.

Diese Bevölkerungsgruppen seien anscheinend bei dem rückwärtsgewandten Beschluss für die Tempo-50-Geschwindigkeit nicht im Fokus der Entscheider beim Kreis gewesen, bedauern die Politiker.

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