Forstbetriebsgemeinschaft: Erste Kündigungen liegen vor

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Der Wald und die Vermarktung des Holzes beschäftigt nun auch die heimische Politik – zumindest soweit es die 109 Hektar städtischen Waldes betrifft.

Kierspe - Die Weigerung der Forstbetriebsgemeinschaft Kierspe-Rönsahl einen Vertrag mit dem Landesbetrieb Wald und Holz abzuschließen, lässt viele Kiersper Waldbesitzer nicht zur Ruhe kommen.

Mittlerweile sind einige Mitglieder aus der FBG ausgetreten. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, eine weitere Forstbetriebsgemeinschaft zu gründen. Außerdem fordern die Fraktionsvorsitzenden der im Rat vertretenden Parteien und Wählergemeinschaften, dass der Stadtwald zukünftig wieder über den Landesbetrieb vermarktet werden soll. 

Am Dienstag der kommenden Woche werden sich die Mitglieder des Rates mit dem städtischen Wald beschäftigen – wenn auch wohl nur kurz. Die Fraktionsvorsitzenden der im Rat vertretenen Parteien und Wählergemeinschaften haben einen Antrag eingereicht, dass der städtische Wald in Zukunft über den Landesbetrieb Wald und Holz (Forstamt) vermarktet werden soll. Beraten wird darüber aber wohl erst im Ausschuss für Umwelt und Bauen in dessen nächster Sitzung im Juni. 

In den vergangenen Jahren wurde diese Vermarktung über das Holzkontor Sauerland abgewickelt. Wobei die Betreuung des Waldes durch die Revierförster gewährleistet war, da die Stadt Mitglied in der FBG Kierspe-Rönsahl ist. Nachdem nun kein neuer Vertrag mit dem Landesbetrieb geschlossen wurde, möchten die Fraktionsvorsitzenden sicherstellen, dass die Betreuung der 109 Hektar städtischen Waldes von den Revierförstern des Landesbetriebes übernommen wird. 

Rechtlich wäre auch eine Vermarktung und Betreuung durch ein Privatunternehmen zulässig. „Derjenige, der die Betreuung übernimmt, muss eine Verwaltungslaufbahn für den gehobenen oder höheren Dienst im Forst absolviert haben. Außerdem muss er die Aufgaben selbst erledigen und darf sie nicht an Dritte übertragen“, erklärt der stellvertretende Forstamtsleiter Jörn Hevendehl. 

Holz-Vermarktung nimmt in Kierspe Sonderrolle ein

Mit der Vermarktung über das Holzkontor Sauerland nimmt nach Auskunft von Hevendehl Kierspe eine Sonderrolle ein. Alle anderen Kommunen des Kreises lassen ihren Wald von dem Landesbetrieb betreuen und vermarkten auch ihr Holz über diesen. Wobei zwei Städte im Nordkreis aufgrund ihres Waldbesitzes (beide verfügen jeweils über mehr als 1000 Hektar Wald) mit eigenen angestellten Förstern die Betreuung übernehmen, bei der Vermarktung aber mit dem Landesbetrieb eng zusammenarbeiten.

Doch nicht nur die Kiersper Politiker machen sich Gedanken darüber, wer sich zukünftig um ihren Wald kümmern soll, sondern auch andere Waldbesitzer, die bislang in der FBG Kierspe-Rönsahl Mitglied waren. „Es haben mittlerweile drei Waldbesitzer gekündigt“, teilt der Vorsitzende der FBG Bernd Stubenrauch auf Anfrage der MZ mit. Wobei nicht nur die Mitgliedschaft zählt, da sich die Anzahl der Stimmen aus der Größe des Waldbesitzes ergibt. So hat jeder Waldbesitzer pro angefangene zehn Hektar Waldbesitz eine Stimme. Nach MZ-Informationen sind mit der Kündigung rund 30 Stimmen von der FBG weggegangen. 

Weitere Kündigungen drohen der bisherigen FBG

Nach MZ-Informationen gibt es aber weitere Waldbesitzer, die die bisherige FBG verlassen und in eine neue eintreten möchten, die dann wieder mit dem Landesbetrieb einen Vertrag abschließen soll. Allerdings müsse vorher geklärt werden, ob das rechtlich möglich sei, da unter Umständen lange Kündigungsfristen dieses Vorhaben erschweren würden. „Noch besteht aber die Hoffnung, dass die FBG ihre Meinung ändert und einen Vertrag mit dem Landebetrieb abschließt“, formuliert es ein Kritiker des jetzigen Verhaltens der Betriebsgemeinschaft. Dazu muss es aber erst eine erneute Mitgliederversammlung geben. Diese soll jedoch erst stattfinden, wenn kartellrechtliche Fragen in anderen Bundesländern geklärt sind, teilt die FBG mit.

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