Politik einstimmig für das Regionale-Paket

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Jutta Gruß-Rinck erläuterte das Maßnahmenbündel für Kierspe im Rahmen der Regionale 2013. ▪

KIERSPE ▪ Zwar deutete sich auch in der Sitzung schon an, dass es zu einzelnen Teilprojekten noch Diskussionsbedarf geben wird, aber das grundsätzliche Votum zur Regionale 2013 und besonders auch zu den vor Ort geplanten Maßnahmen war im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung am Dienstagabend uneingeschränkt positiv. In einem einstimmigen Votum beschloss das Gremium, den vorläufigen Maßnahmenkatalog und das mittelfristige Förderprogramm zu billigen und das Maßnahmengebiet im Stadtteil Kierspe-Bahnhof in der vorgesehenen Abgrenzung für den Stadtumbau zu beschließen.

Außerdem wurde festgelegt, für die Starterprojekte jetzt schon einen Städtebauförderungsantrag für das Jahr 2012 zu stellen. Das Handlungskonzept für das ausgewiesene Gebiet ist einschließlich einer Kosten- und Finanzierungsübersicht zu Beschlussfassung vorzulegen und die daraus abgeleiteten Maßnahmen sollen dann im Einzelnen in den Fachausschüssen und im Rat behandelt, beraten und beschlossen werden. Dort erst wird dann alles festgeklopft.

Eingangs hatte Bürgermeister Frank Emde zusammen mit Jutta Gruß-Rinck vom Büro Architektur, Stadtplanung und Stadtentwicklung aus Düsseldorf, das den Regionale-Prozess von Anfang an begleitet hat, nochmals erläutert, worum es bei der Regionale, ein Strukturförderungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen, und dem Projekt „Oben an der Volme“ der vier Kommunen Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle geht.

Das erarbeitete integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept wird mit Städtebauförderungsmittel bezuschusst. Die Ortskerne aller Städte und Gemeinden sollen aktiviert werden. Für Kierspe-Bahnhof wird als Ziele verfolgt, den Bereich durch eine Vielfalt an Kreativwirtschaft, Gastronomie, Plätze, Kultur sowie Angebote für Kinder und Jugendliche wiederzubeleben, das Angebot insbesondere des Einzelhandels zu stabilisieren, zusätzliche Angebote für Arbeiten und Wohnen sowie auch ein Sport- und Freizeit-Highlight mit dem Volme-Freizeit-Park als Eingangstor in die Stadt zu schaffen.

Das Bahnhofsumfeld soll zudem mit der Kölner Straße verknüpft und zur Verkehrsdrehscheibe werden. Mit dem Kreativquatier entlang an der Kölner Straße soll das Kreativzentrum Helit mit den Schwerpunkten Kinder- und Jugendarbeit sowie einem Kunstaktionshaus etabliert werden. Der öffentliche Raum soll spürbar aufgewertet werden und Aufenthaltsqualität entstehen. So soll der Straßenzug attraktiv umgestaltet und es sollen Plätze geschaffen werden wie bei Helit und am Bahnhof. Weitere angestrebte Effekte sind die Qualifizierung des Ortserscheinungsbildes, die Aktivierung von Flächenpotenzialen und brachliegenden Immobilien sowie die Stärkung der Identifikation der Bürger mit ihrem Ort durch Stadtbild, Aktionen und Events beispielsweise.

Unter anderem machte Jutta Gruß-Rinck deutlich, dass in vielen Gebäuden an der Kölner Straße ein großes Potenzial stecke, überwiegend seien nur die Erdgeschosse verfremdet worden. Durch Denkmalschutzmittel könne hier eine Verbesserung erreicht und den Eigentümern das auch wirtschaftlich interessant dargestellt werden. Baumtore und Querungshilfen sollten die Belastungen für die Menschen durch den Verkehr mit seinem Lärm, Abgasen und Tempo spürbar mildern.

Als Starterprojekte wurden beschlossen 1. die Reaktivierung der Volmetalbahn, der Ausbau des Bahnhofs Kierspe und die Qualifizierung des Umfelds, 2. die Aufbereitung des brachliegenden Areals an der B 54, die Öffnung und Revitalisierung der Volme und die Gestaltung eines naturbezogenen, öffentlich zugänglichen Freiraums in dem Bereich hoch zur Windfuhr im ersten Bauabschnitt, im zweiten dann das Anlegen des Freizeitparks und im dritten Bauabschnitt die Beteiligung von Investoren mit geeigneten Maßnahmen. Hinzu kommen 3. Quartiersmanagement und interaktive Prozesse und nicht zuletzt als private Initiative 4. die Renaturierung und Restaurierung der ehemaligen Firma Brune in Bollwerk rund um das Thema Wasserkraft und deren Nutzung zusammen mit einer Instandsetzung des Volmeabschnitts zwischen In der Grüne und Oberbrügge.

Mit der Umsetzung, auch das steht nun fest, soll bereits 2012 begonnen werden. Wie Frank Emde informierte, sind die erforderlichen Mittel in den Haushaltsplan eingestellt. Er nannte nochmals die Gesamtzahlen: So müssen für die Realisierung bis 2016 6,8 Millionen Euro investiert werden, wofür aber 5,3 Millionen Euro Zuschüsse zu erwarten stehen. „Bei der Stadt bleibt ein Eigenanteil von 1,5 Millionen Euro“, sagte Emde der ansonsten keinen Zweifel daran ließ, dass die Regionale die ganz große Chance für Kierspe und das obere Volmetal ist, die Kommunen zukunftsfähig zu machen. Sonst müsste sich auch Kierspe den Herausforderungen wie dem demografischen Wandel ohne jegliche Fördermittel stellen. Gruß-Rinck ergänzte, dass sich hier die einmalige Möglichkeit biete, „Stadtentwicklung im großen Stil zu betreiben“.

Das Maßnahmenpaket ist jetzt die Basis für die Beantragung nicht nur der Städtebaufördermittel, sondern auch des dritten Sterns bei der Regionale-Agentur. Und da herrscht einiger Optimismus, diesen im nächsten Jahr auch zu bekommen. Aber auch ohne den Stern, das wurde am Dienstag klar gesagt, bestehen aufgrund der Abstimmungen mit der Bezirksregierung und der Landesregierung gute Chancen, dass die Maßnahmen gefördert und somit umgesetzt werden können. ▪ Rolf Haase

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