Pösi sorgt für Schlagzeilen an der Costa Blanca

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Die Ausstellung mit Pösi-Motiven von der Costa Blanca lädt zu einer visuellen Reise ein, wie Claudia Ackermann, Annette Gonserowski und Monika Lehmann aufmerksam machen. ▪

KIERSPE ▪ Pösi heißt der Rabe der Lyrikerin Annette Gonserowski, den diese im Rahmen des Kunstprojektes „Aus Rabenschwarz mach Kunterbunt“ ihrer Freundin Claudia Ackermann gestaltet hat.

Er ging jetzt mit der Autorin auf Reisen und wurde Hauptdarsteller eines besonderen Fotoshootings in und rund um das spanische Denia. Auch die deutschsprachigen Costa-Blanca-Nachrichten wurden auf das Federvieh aus Kunststoff mit Gedichtversen auf den Flügeln, der keck auf dem Schnabel sitzenden Nickelbrille und roter Mütze aufmerksam. So machte Pösi in der Ferienidylle, die stark von deutschen Residenten frequentiert wird, Schlagzeilen.

 Bekanntlich kam die Kiersper Malerin Claudia Ackermann durch die Berliner Buddy Bears – lebensgroße von Künstlern aus aller Welt zu Themen aus ihren Ländern gestalteten Bären, die überall in der deutschen Hauptstadt stehen – auf die Idee, etwas ähnliches in Kierspe in Form einer Bürgeraktion mit dem Wappentier der Stadt zu initiieren.

Auch die Raben sind lebensgroß, doch die Natur hat es so gewollt, dass sie dadurch natürlich viel kleiner und aus dem Grund auch erschwinglicher als die Bären sind. So haben sich schon zahlreiche Bürger, Vereine, Gruppen, Institutionen und Unternehmen beteiligt, um ihren individuellen eigenen Raben zu kreiieren. Mehr als 100 verschiedene sind inzwischen zusammengekommen. Annette Gonserowski hat dafür mehrere Seiten ihres Buches „Geliebte Freundin Sehnsucht“ zerrissen und sie dann auf den Körper des Rabens geklebt. Daher auch der Name Pösi, abgeleitet von Poesie.

Malerische Orte,

die inspirieren

Bei ihrem Aufenthalt an der Costa Blanca vor einigen Wochen hatte sie ihren Raben mit im Gepäck und nahm ihn mit zu allen möglichen malerischen Orten, um ihn dort in Szene zu setzen. „Dabei stürzte er mehrmals ab und fiel zu Boden, denn fliegen kann er halt nicht“, erzählt sie. Seine Beine gingen zu Bruch, so dass er geflickt und repariert werden musste.

„Es waren Orte, die nicht nur das Typische dieses Landstrichs zeigten, sondern oftmals auch Inspiration für meine lyrische Dichtung waren“, so Gonserowski, die noch immer schwärmt von den Erlebnissen, Kontakten und Gesprächen, zu denen die Kunstaktion ihr verhalf. Denn überall, wo sie Pösi platzierte, um ihn abzulichten, wurden Passanten darauf aufmerksam und sprachen sie an. Das war auch ihr Ansatz gewesen, verrät sie: Denn es gebe immer weniger Kommunikation zwischen den Menschen und so hoffte sie, dass der Rabe die Hemmschwelle eines Gesprächsbeginns auch mit Fremden bröckeln lassen werde. Ein Wunsch, der sich erfüllte.

Schon bei der ersten Fotoaktion an einem mit Kieselsteinen bedeckten Strandabschnitt eilten zwei Damen durch die Steine, um diesen ungewöhnlichen Vogel mit der roten Mütze auf dem Kopf näher betrachten zu können. So ging es weiter, egal wo der Vogel sich niederließ und sich der Kamera stellte. Immer wurde er angeschaut und nicht selten ein Gespräch begonnen.

Unberührt ließ dieses Tierchen niemand. Immer zauberte Pösi ein Lächeln oder einen erstaunten Blick in die Gesichter der Passanten. Gerne erinnert sich die Kiersperin ebenfalls an ein Gespräch mit zwei spanischen Frauen, die beobachteten, wie sie den Raben inmitten der blühenden Mandelbäume fotografierte. Die beiden waren hochinteressiert und richtig stolz, dass ihre Bäume die malerische Kulisse bildeten.

Ebenfalls auf der Hafenmole, da beschnupperte eine Katze das bunte Kunststofftier etwas argwöhnisch, jedoch durchaus interessiert. Bei einer Krimilesung im ein paar Kilometer entfernten Calpe musste der Rabe sogar mit aufs Pult der Autorin Heidrun Bücher, die aus Dorsten stammt und zu den Bekannten Gonserowskis gehört. Die Besucher hatten ihn entdeckt, wie er aus der Tasche von Annette Gonserowski hinausschaute. „Das Witzige: Heidruns Mann schreibt selbst – und zwar Rabengeschichten“, so die Kiersperin, die felsenfest davon überzeugt ist, dass das kein Zufall ist.

Nachdem die Costa-Blanca-Nachrichten über Annette Gonserowski und ihren Raben berichtet und ihn auch fotografiert hatten, war er endgültig überall bekannt: „Das ist doch der Vogel aus der Zeitung“, hieß es immer wieder.

Im Reisebüro Holiday-Land von Monika Lehmann ist Pösi nun nach der Reise wieder gelandet. Inmitten von Fotos der Reise berichtet er von blühenden Bäumen, schroffen Küsten, von Wachtürmen hoch über dem Meer, von Sonnenuntergängen am Sandstrand und vielem mehr. Die Schaufensterausstellung lädt zu einer visuellen Reise ein.

Rolf Haase

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