Sozialwerk sagt Tag der offenen Tür ab

+
Der Tag der offenen Tür im Pluspunkt des Sozialwerks St. Georg, zu dem Axel Zappe (hier mit einer Mitarbeiterin) einladen wollte, muss ausfallen.

Kierspe – Das kleinste Übel ist zweifellos, dass der Pluspunkt des Sozialwerks St. Georg an der Kölner Straße in Kierspe seinen für den 24. April geplanten Tag der offenen Tür absagen musste.

Denn dieser Tag kann sicherlich nachgeholt werden. Gravierender ist, so verdeutlicht Fachleiter Axel Zappe, dass die Tagesstrukturen von einem Tag auf den anderen weg sind. Denn die Einrichtung betreut Menschen mit psychischer Erkrankung oder Behinderung, Abhängigkeitserkrankung, geistiger Behinderung sowie Persönlichkeitsstörung. Dabei geht es um ambulant betreutes Wohnen, Alltags- und Freizeitbegleitung sowie betreutes Wohnen in Gastfamilien. Bedingt durch die Coronavirus-Pandemie ist die Ergotherapie im Pluspunkt in Kierspe ganz weggefallen. Täglich trafen sich dort für drei Stunden 15 bis 18 Menschen mit psychischen oder Suchtproblemen, um für die täglichen Belastungen zu üben. Hatten die Menschen sonst eher Probleme, dorthin zu gehen, so ist es jetzt genau andersherum: Sie dürfen nicht zu den Treffen gehen. „Das belastet, kann zu Depressionen führen“, erklärt Axel Zappe, dass er und seine Kolleginnen und Kollegen unter Einhaltung von Schutzvorschriften ihre Klienten aufsuchen. Dies bedeutet nicht nur Handschuhe und Atemschutz, sondern beispielsweise auch, dass der Klient bei Fahrten zum Einkaufen oder anderen Dingen „hinten rechts, also am weitesten vom Fahrer weg, sitzt“. Mittlerweile würde man auch schon größere Fahrzeuge nehmen, fügt Zappe hinzu. Dieser Kontakt beschränke sich auf lebensnotwendige Besorgungen. Kontakt zu den Klienten kann das Sozialwerk trotzdem halten, nicht nur per Telefon, sondern auch über die verschiedenen sozialen Medien. „Sie glauben gar nicht, wie viele recht gut digital vernetzt sind“, freut sich Zappe. Auf der anderen Seite wird im Sozialwerk St. Georg aber intensiv geplant und entsprechende Vorbereitungen werden getroffen. Sollte ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin infiziert oder unter Quarantäne gestellt werden und ausfallen, so sei gewährleistet, dass andere die Aufgaben übernehmen können. Immerhin sind es zwischen 80 und 90 Menschen, die vom Kiersper Pluspunkt des Sozialwerks aus ambulant betreut und unterstützt werden, also nicht nur die, die zu den Ergotherapiestunden kamen. Allein aus diesem Grund habe das Sozialwerk ein deutlich größeres Szenario gewählt, um für alle Eventualitäten gewappnet zu. Denn niemand wisse, wann wieder Normalität einkehren wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare