Siuerlänner küërn kein Plattdüütsch mäh´

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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat zur Dialektähnlichkeit eine Karte erstellt. Die Pfeile deuten auf Angaben von Bewohnern hin. Wo der Pfeil hinführt, werde genauso gesprochen, wie in der Stadt des Befragten.

Kierspe - „Unser Kreis wird immer kleiner, denn jüngere Menschen interessieren sich kaum noch für Platt“, sagt Margret Nolte vom Plattdeutschen Kreis in Kierspe. Die Mitglieder des Kreises teilen vor allem eines: die Freude daran, Plattdeutsch zu reden.

Ein wenig wirkt es so, als sprechen sie eine Fremdsprache, wenn sie in ihrem Kreis auf Plattdeutsch Gedichte vortragen, über die sauerländische Heimat reden, oder einfach über schön, lustig oder interessant klingende Begriffe diskutieren.

Dabei ist die Sprache Plattdeutsch eng mit dem Hochdeutschen verbunden, gehören doch beide Sprachen zur Gruppe der Westgermanischen Sprachen. Sie entwickelte sich aus dem Altsächsischen und besteht aus den Dialekten aus dem nördlichen Teil Deutschlands. 

Der Kreis trifft sich jeweils am letzten Montag eines Monats zum gemeinsamen Lesen von plattdeutschen Gedichten im Fritz-Linde-Museum, hat aber ein Problem: Der Kreis bekommt keinen Nachwuchs, denn diejenigen, die die Sprache beherrschen, sterben regelrecht aus.

„In der Nachkriegszeit gab es im Raum Kierspe und Meinerzhagen noch viele vor allem ältere Menschen, die Plattdeutsch beherrschten und auch im Alltag benutzten“, erinnert sich Margret Nolte. Sie kennt noch alte heimische plattdeutsche Gedichte auswendig, die sie einmal als Kind lernte. Von denen ist sie so fasziniert, dass sie auch selbst eigene Gedichte verfasste, die sie gerne im Plattdeutschen Kreis vorträgt. 

Plattdeutsch sei laut Nolte ebenso schön im Klang wie auch vielfältig im sprachlichen Sinn. Sowohl die Begriffe als auch die Aussprache im Platt sind dabei von Ort zu Ort unterschiedlich. 

„Ein Kiersper, der im 19. oder 20. Jahrhundert Plattdeutsch sprach, konnte wahrscheinlich das Platt aus Lüdenscheid schon nicht mehr verstehen“, unterstreicht Lothar Eckes vom Plattdeutschen Kreis die regionalen Unterschiede innerhalb der Sprache. Deshalb gibt es in vielen Regionen diverse Wörterbücher. In denen sind die örtlichen Begriffe zusammengefasst. 

So gibt es in Kierspe ein von Fritz Karge verfasstes Buch, in dem er den Wortschatz aus Fritz Lindes Werken zusammengetragen hat. Das dient dem Kreis bei seinen Treffen als Nachschlagewerk, falls ein Wort auch den geübtesten Plattdeutschsprachlern des Kreises nicht bekannt sein sollte.

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