Plate bleibt realistischer Malerei treu

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Die zehn Bilder von Friedrich Richard Plate im Besitz des Heimatvereins präsentieren Ortsheimatpfleger Ulrich Finke und Geschäftsführerin Svenja Kelm, hier mit einem Porträt von Auguste Plate, der Frau des Künstlers. ▪

KIERSPE ▪ Die Motive seiner Bilder sind so unterschiedlich wie die Malerei selbst: Der Kiersper Künstler Friedrich Richard Plate, der von 1880 bis 1962 gelebt und gewirkt hat und dessen Todestag sich am 12. Mai zum 50. Mal jährt, weshalb der Heimatverein eine Austellung mit seinen Werken plant, hat sich genauso mit Porträts, Tierstudien, Landschaften und anderen Naturdarstellungen wie auch mit Stillleben und Ziermalerei befasst.

So stammen von ihm unter anderem zahlreiche farbintensive Blumenbilder. Aber die Gemälde, die seinen Pinselstrich verraten, zeigen ebenfalls Personen seiner Zeit. Heimatgeschichtlich gilt als eines der bedeutsamsten in der Sammlung im Alten Amtshaus das Bild mit den drei Veteranen Karl Faßbender vom Bahnhof, Friedrich Kattwinkel vom Höferhof und Heinrich Hedfeld aus Nühlen. Plate stellte sie mit Uniformen, Orden und Fahne sowie ihren für die älteren Menschen der damaligen Zeit typischen weißbärtigen Gesichtern dar.

Ein weiteres Zeitdokument ist das Bild von Kronenbergs Hammer im Kerspetal. Im Besitz des Heimatvereins befinden sich insgesamt zehn Arbeiten des Kierspers, darunter auch das Porträt seiner Frau Auguste. Aber mit diesen Werken allein lässt sich natürlich noch keine repräsentative Ausstellung organisieren, wie Ortsheimatpfleger Ulrich Finke und Heimatvereinsgeschäftsführerin Svenja Kelm deutlich machen. Doch sind die beiden überzeugt, dass sich im Besitz vieler Bürger sicher noch weitere interessante Plate-Gemälde befinden. „Daher bitten wir die Kiersper, bei sich zuhause nach Bildern von Friedrich Richard Plate zu suchen und sich dann beim Heimatverein zu melden“, so Finke und Kelm. Vielleicht können sie die Bilder dann dem Heimatverein für die Ausstellung in der Sparkasse als Leihgabe zur Verfügung stellen.

Geplant ist die Präsentation der Plate-Arbeiten im Mai für etwa zwei bis drei Wochen. Vermutlich können nicht alle Werke gezeigt werden, sondern es soll ein repräsentative Querschnitt des Schaffensprozesses des Malers ausgewählt werden. Aus dem Grund werden die Kiersper gebeten, sich am besten mit Svenja Kelm im Rathaus unter der E-Mail-Anschrift s.kelm@kierspe.de bis zum 31. März in Verbindung zu setzen, möglichst gleich mit einer Beschreibung des Bildes hinsichtlich Motiv und Größe und vielleicht auch mit einem Foto. Ansonsten will der Heimatverein vorbeischauen und selbst Fotos der Bilder erstellen. Bei Fragen steht Kelm telefonisch unter der Telefonnummer (0 23 59) 6 61-1 40 zur Verfügung.

Besonders viele ältere Bürger sind mit Exponaten von Friedrich Richard Plate an den Wänden in den Häusern aufgewachsen und kennen ihn daher. Von dem Maler stammt übrigens auch der Spruch „Adjüs Welt, iek go no Keispe“, der an seiner Haustür im Dorf prangte und den viele durch den von dem Kiersper Künstler Waldemar Wien entworfenen Rauk-Aufkleber kennen. Plates Heimatverbundenheit spiegelt in ähnlicher Weise der von Karl-Heinz Jünger in seinem Porträt zu Plate aus Anlass des Buches zum Kreisheimattag 1990 in Kierspe zitierte Ausspruch „Wenn du Kierspe kennen- und liebengelernt hast, dann brauchst du nicht mehr in die große Welt“ wider. Jünger merkt unter anderem an, dass sich Plate „durch sein unermüdliches Schaffen bleibende Verdienste im kulturellen Leben der Gemeinschaft erworben hat“.

Friedrich Richard Plate hatte bereits in der Schulzeit seine Liebe zur Malerei entdeckt und beschloss dann Maler zu werden. Er absolvierte erst Studien an der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf und wechselte dann an die Königliche Kunstschule in München. Zwischendurch arbeitete der junge Kiersper als Kirchenmaler in Münster und befasste sich mit restauratorischen Arbeiten. Sein Name wurde später weit über die Grenzen seines Heimatortes hinaus bekannt, nachdem sich ein Stuttgarter Kunstverlag für seine Arbeiten interessierte und ihm zahlreiche Aufträge verschaffte. Das ist natürlich auch der Grund dafür, dass sich die meisten seiner Werke heute gar nicht mehr in den Stadt befinden.

Trotz der Einflüsse in München und Düsseldorf blieb Plate Zeit seines Lebens der realistischen Malerei treu und versagte allen Einflüssen von Impressionismus, Expressionismus, Kubismus oder auch Surrealismus, die viele andere seiner zeitgenössischen Malerkollegen prägten.

Wer also Bilder von Friedrich Richard Plate in seinem Besitz hat, sollte sich bitte beim Heimatverein unter der E-Mail-Anschrift s.kelm@kierspe.de melden.

▪ Rolf Haase

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