Plastik gehört nicht ins Osterfeuer

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Monika Hofmann, Sachbearbeiterin beim Ordnungsamt, verwaltet die Liste der diesjährigen Osterfeuer.

KIERSPE ▪ Mit spitzen Fingern griff Monika Hofmann nach der Plane: „Also das ist Plastik. Das muss auf jeden Fall noch raus“, stellte die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes mit Blick auf den Holzstoß fest. Gemeinsam mit ihrer Kollegin, der Auszubildenden Mira Balzer, begutachtete Hofmann am Dienstag vier Osterfeuer.

Erste Stichproben waren das: Es galt zu prüfen, ob die Regeln zum Abbrennen der Traditionsfeuer eingehalten werden. Kein Müll und möglichst keine Tiere dürfen sich im Holzstoß befinden – so steht es im Genehmigungsschreiben. Längst nicht alle Kiersper halten sich auf Anhieb daran.

Osterfeuer dienen der Brauchtumspflege

„Reifen, Plastik oder mit Farben und Lacken behandeltes Holz haben ebenfalls nichts darin zu suchen“, erklärt Hofmann. Ein Osterfeuer habe nicht das Verbrennen von Abfällen zum Ziel, sondern diene der Brauchtumspflege. Im siebten Jahr bereits kontrolliert sie die Holzhaufen der Kiersper deshalb. Auszubildende Mira Balzer ist das erste Mal mit von der Partie. Unrat entdeckt sie jedoch ebenso schnell: „Gardinen haben hier nichts verloren.“ Mehrere Wagenladungen brennbaren Materials, die in Hohenholten für ein Feuer angesammelt wurden, müssen nochmal gründlich sortiert werden.

Zu nah an den Bäumen

Und auch der Standort stimmt noch nicht: „Im Moment befindet sich alles viel zu nah an den Bäumen“, zeigt Hofmann auf. Sicherheitsabstände von 100 Metern zu Wäldern und Häusern seien Vorschrift. Auch zu anderen Bauten wie zum Beispiel Garagen, öffentlichen Straßen und Wirtschaftswegen gelte es einen bestimmten Abstand einzuhalten. Das Ordnungsamt informiert bei derartigen Mängeln jeweils den Verantwortlichen, also denjenigen, der das Feuer bei der Stadt angemeldet hat. Dieser muss bei Beanstandungen mit einer erneuten Kontrolle durch die Mitarbeiter rechnen.

Bauschaum am Balken

Auch der Veranstalter eines kleineren Feuers in Beckinghausen muss noch Bestandteile aussortieren. „An dem alten Balken ist Bauschaum“, schilderte Balzer. Ein Blick nach oben zeigte den Frauen vom Ordnungsamt zudem, dass die zwei kleinen Reisigberge direkt unter einem ausladenden Baum stehen. Dessen Zweige tragen bereits Knospen. Keine Frage, auch dort dürfen keine Flammen lodern.

Geldbuße bei Fahrlässigkeit

„Wenn wir bei der Nachkontrolle keine Verbesserung feststellen, darf das Feuer nicht entfacht werden“, kündigte Hofmann an. Sollte dies trotzdem passieren, sei eine Geldbuße zu zahlen, abhängig von Vorsatz und Fahrlässigkeit.

Kein Scheiterhaufen für Tiere

Doch nicht nur Müll und die Nähe zu Bäumen und Sträuchern beanstandet das Ordnungsamt. „Wir achten auch darauf, dass der Holzberg noch nicht zu lange aufgeschichtet ist“, erläuterte Hofmann. Im Zweifel fragten sie nach. Schließlich solle kein Osterfeuer zu einem Scheiterhaufen für Tiere werden. „Liegt das Holz schon seit dem Winter, suchen Igel, Kaninchen und andere Kleintiere darunter Schutz. Auch Vögel könnten sich zwischen den Zweigen einnisten“, schilderte Hofmann. Maximal eine Woche vor dem Abbrennen dürften Baum- und Strauchschnitt sowie alte Weihnachtsbäume zusammengetragen werden.

Rücksicht auf Nachbarn

„Wenn alles stimmt, gilt es nur, beim Feiern Rücksicht auf Nachbarn zu nehmen“, so Hofmann. Dann stehe einem schönen Abend am Feuer nichts im Wege. ▪ Pia Käfer

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