GSK plant Kooperation

Die Auszubildende Carmen Piotrowski, hier mit präsentierte per Powerpoint zu Beginn das Märkische Werk

KIERSPE ▪ Um den Schülern praktische Erfahrungen zu ermöglichen und letztlich ihnen zugleich auch Wege ins Berufsleben zu ebnen, ist die Gesamtschule gerade dabei, eine neue Kooperation mit zwei großen Industrieunternehmen in Halver zu schließen. Der Vertrag mit dem Märkischen Werk und der Firma Werner Turck sollen demnächst unterschrieben werden.

Sehr positiv war bislang auch schon die Kooperation mit der Gesellschaft Wärme-Kältetechnik in Kierspe, weshalb diese Richtung weiterverfolgt werden soll. Am Dienstag besuchte die Schulleitung zusammen mit den zuständigen Fachkoordinatoren das Märkische Werk und informierte sich im Rahmen einer Präsentation und einem Rundgang durch den Betrieb über die Produktion von Komponenten für Zylinderköpfe von Motoren, darunter Großdiesel für Schiffe, Lokomotiven und Stromaggregate, aber auch im Kleinformat für Formel 1-Rennwagen und Motorräder.

Schulleiterin Monika Hahn, der für die Berufsorientierung an der Kiersper Bildungseinrichtung zuständige Hans-Georg Englmann, sowie die Fachkoordinatoren Seyfettin Balta (Physik), Christian Breidebach (Chemie), Horst Stritzke (Biologie und allgemein Naturwissenschaften) sowie Bernd Weber (Arbeitslehre, Technik) erfuhren eine Menge über den Betrieb, der zu den größten in der Nachbarstadt zählt: Das Märkische Werk hat am Standort Halver derzeit 250 Mitarbeiter, im Zweigwerk in Großbodungen in Thüringen nochmals 100 Beschäftigte.

„95 Prozent aller Hersteller weltweit arbeiten mit unseren Produkten“, machte Personalleiterin Kerstin Willers aufmerksam. Hergestellt werden unter anderem Ventile und Sitzringe in verschiedenen Formaten und Ausführungen, ganz nach den jeweiligen Anforderungen der Kunden. Neben der Produktion wird ebenfalls eine eigene Serviceabteilung vorgehalten, die sich um die Wiederherstellung aller Zylinderkopfkomponenten kümmert. Teilweise fahren die Monteure sogar auf den Schiffen mit, um die Motoren während der Fahrt an Bord zu reparieren. „Die Motoren sind teilweise so groß, dass unsere Mitarbeiter, um sie instandzusetzen, sogar in die Anlagen hinein müssen“, erläutert die Personalchefin.

Ein wichtiger Unternehmensgrundsatz ist, wie die Gäste von der Gesamtschule erfuhren, dass einerseits sehr kunden- und servicebezogen gearbeitet wird. Außerdem liegt ein wichtiger Akzent des Unternehmens auf dem Bereich Forschung und Entwicklung. So wurden spezielle Beschichtungsverfahren und Lösungen bei den Zylinderkopfkomponenten entwickelt, für die das Märkische Werk auch Patente erworben hat.

Der Betrieb wurde im Jahr 1859 in Halver als Schmiede gegründet. Heute wird der Familienbetrieb von Christiane Dahlhaus, einer Tochter des langjährigen Geschäftsführern und Gesellschafters Dieter Hoffmann, sowie von Dr. Rudolf Stanglmaier geführt.

Um den Bedarf an Facharbeitern und qualifiziertem Personal auch in Zukunft nachhaltig sichern zu können, werden vom Märkischen Werk neue Wege beschritten. So kooperiert das Unternehmen mit der Firma Werner Turck im Bereich Ausbildung.

Darüber kam es jetzt auch zu dem gemeinsamen Kooperationsvertrag mit der Gesamtschule. „Hierdurch ergeben sich doppelte Möglichkeiten im Bereich von Langzeitpraktika, Schnuppertagen, Bewerbungstrainings oder auch der Vorstellung der Berufsbilder“, berichtet Kerstin Willers. So trage das Unternehmen dazu bei, langfristig den Standort zu sichern. Das Märkische Werk bildet neben Industriekaufleuten vor allem Metallberufe wie Zerspanungsmechaniker, Mechatroniker und Verfahrensmechaniker aus.

Die Firma Werner Turck ist in einem ganz anderen Wirtschaftssegment tätig: Wie Diplomingenieur Arthur Rönisch informiert, habe der Betrieb in Halver 522 Mitarbeiter, weltweit seien es rund 3000. Hergestellt werden Erzeugnisse für die Automobil-, Maschinenbau- und Prozessautomationsindustrie. Die beiden Unternehmen kooperieren jetzt an vielen Stellen, so werden Ausbildungsbörsen wie am 11. Oktober in Lüdenscheid oder am 20. Oktober in Halver gemeinsam besucht. Bei der Ausbildungsbörse in Kierspe im Juni waren beide zwar auch vertreten, aber noch als Einzelunternehmen.

Am Dienstag sah die Gesamtschuldelegation nach einer kurzen Powerpoint-Präsentation des Märkischen Werkes durch die Auszubildende Carmen Piotrowski alle Abteilungen des Betriebs: Gestartet wurde im Rohmateriallager, dann ging es weiter in die Schmiede, die Dreherei, die Schleiferei und die Wärmebehandlung, wo die Produkte bei Temperaturen zwischen 800 und 1150 Grad gehärtet werden. Anschließend werden die Teile nochmals genau gerichtet. Im Rahmen der Qualitätskontrolle folgt danach noch die UV-Rissprüfung, was sich die Lehrer auch anschauen konnten. Die Führung durch den Betrieb übernahm Fertigungsleiter Jörg Brückelmann. Weitere Bereiche sind die Reparaturabteilung, die Korbfertigung sowie natürlich Versand und Lager.

Rolf Haase

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare