Heimische Katholiken auf Jesu Spuren unterwegs

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Die 23-köpfige Pilgergruppe aus dem Sauerland besuchte auch den Tempelplatz in Jerusalem.

KIERSPE -  Es war die vierte ökumenische Pilgerfahrt, zu der sich die Gemeinde St. Josef in der vergangenen Woche aufgemacht hatte. Nachdem in den Vorjahren Krakau, Lourdes und Masuren Ziel der Reise waren, ging’s dieses Mal nach Israel. Das Thema hieß „Auf den Spuren von Jesus“. Pastor Gregor Myrda konnten 21 Frauen und Männer für die Pilgerfahrt gewinnen.

Von Gertrud Goldbach

Die Gruppe hatte das große Glück, mit ihrem Reiseleiter Joram Davidson einen ganz ausgezeichneten Kenner des Landes an ihrer Seite zu haben. Er begleitete die Kiersper acht Tage lang durch das Land Israel. Es sollte nicht der einzige Glücksfall für die Pilger aus dem Sauerland sein. Schon am ersten Tag zeigte sich das Schicksal gnädig: Pastor Gregor Myrda, der seine Geldbörse auf dem Hinflug im Flugzeug verloren hatte, sah sich schon ohne Bargeld und Scheckkarte durch Israel reisen. Dann stellte sich heraus, dass jemand die Geldbörse im Fundbüro des Flughafens Tel Aviv abgegeben hatte. Ein kurzer Check ergab, dass der Inhalt fast komplett war: Der Finder hatte nur einen Teil des Reisegelds aus der Börse genommen.

Am ersten Tag stand der Besuch Galiläas auf dem Programm. Dort besuchte die Gruppe den Berg der Bergpredigt und wanderte nach Tabgha, dem Siebenquell. Unter einem Bambusdach lag direkt am See Genezareth ein großer Findling, der als Altar diente. Auf Holzstämmen sitzend, mit dem Blick auf den Altar und das Wasser, feierte die Gruppe einen Gottesdienst, der durch die Nähe zum See Genezareth einen besonderen Zauber hatte. Weniger bezaubernd fanden viele Reisende das Petrushaus in Kafarnaum. Über offenen Ausgrabungen war eine moderne Kirche errichtet worden, die wie ein Fremdkörper – manche meinten sogar wie ein Ufo – wirkte.

Die Gruppe kehrte an diesem Tag in ein Restaurant ein, in dem Petrusfisch serviert wurde. Dieser Fisch gehört zur Gattung der Buntbarsche und wirkt durch seine langen Flossen und Gräten ganz besonders beeindruckend.

Eindrucksvoll fand die Gruppe auch die Jordanquellen bei Banjas, dem früheren Cäsarea Philippi. Mit seinem Pantempel war er im alten Testament ein eigenständiges Heiligtum vor der Jerusalemer Kultzentralisierung. Die Ruhe beim Durchwandern des Naturparks, das Entdecken blühender wilder Alpenveilchen und Anemonen, aber auch das lebhafte Wasser eines der Quellflüsse des Jordan ließ die Pilger zur Ruhe kommen. Eine Ruhe, die bei der Besichtigung der Gedenkstätten Jesu oft fehlte. Obwohl es sich um die Vorsaison handelte, waren Pilgergruppen aus aller Welt unterwegs, die auch auf dem Berg Tabor in der Verklärungsbasilika, in der Verkündigungskirche in Nazareth aber in der Geburtskirche in Bethlehem angetroffen wurden. Es gab aber auch Momente, in denen die Gruppe aus dem Sauerland für sich sein konnte, etwa in der Geburtskirche. Das verschaffte Zeit, ein gemeinsames Lied anzustimmen. Eindruck machte auf die Volmestädter die St.-Anna-Kirche in Jerusalem mit ihrer Akustik. Viele Pilger sangen dort, auch die Gruppe aus dem Sauerland.

Einen Kontrapunkt zu den beschaulicheren Besichtigungen bildete der Besuch der Grabeskirche in Jerusalem. Viele Gläubige drängten sich in der Kirche, die sechs Religionsgemeinschaften beheimatet. Die Gäste aus dem Sauerland hatten Glück, als sie in die Grabeskapelle wollten: Sie mussten nur eine halbe Stunde warten.

Ein schönes Erlebnis bot auch das abschließende Bad im Toten Meer. Einmal auf den „Spuren von Jesus“ zu gehen, die Landschaft zu sehen, in der er wirkte, und die Stille der Wüste Juda wahrzunehmen, die Jesus 40 Tage durchwandert haben soll – das entsprach den Wünschen, mit denen die Gruppe nach Israel gekommen war. Die Teilnehmer der Reise können sich künftig beim Lesen der Bibel ein Bild der Stätten machen, die dort beschrieben sind.

Der positive Eindruck wurde durch das gute Wetter an allen Tagen und die kurzen Wartezeiten an vielen Stationen noch verstärkt.

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