Photovoltaikanlage ist Investition in die Zukunft

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Präsentieren die Anlage auf dem Goletz-Dach, Michael Bonzel (ZWS), Martin Werner (Goletz), Wolfgang Opitz (Sparkasse), Michael Vedder (Goletz) und Peter Schrade (Institut für Mittelstandsförderung). ▪

KIERSPE ▪ „Es gibt in Kierspe noch viele Dächer, auf denen Energie gewonnen werden könnte“, bringt es Peter Schrade auf den Punkt, als er von dem Dach der Firma Goletz den Blick über die Volmestadt schweifen lässt.

Eigentlich hat sich das Institut für Mittelstandsförderung, das Schrade in Kierspe leitet, auf Geschäfte rund ums Kapital spezialisiert. „Wir sind dabei immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, sichere Anlagen zu finden. Da bot sich die Photovoltaik nahezu an“, erklärt Schrade. Beim ersten Projekt in dieser Richtung brachte Schrade Investor, Kreditgeber, Anlagenbauer und die Firma zusammen, auf deren Dach installiert wurde.

Im Detail sieht das so aus, dass ein Zahnarzt aus dem Ruhrgebiet Flächen für Photovoltaikanlagen suchte, die Sparkasse die Finanzierung übernahm, die Firma Goletz ihr Dach vermietete und die Firma ZWS, deren Verkaufsleiter Michael Bonzel in Kierspe wohnt, die Anlage errichtete.

„Daraus wollte ich aber mehr entwickeln und nicht nur die Kontakte herstellen“, so Schrade. Mittlerweile hat er eine ganze Angebotspalette rund um die Photovoltaik ins Leben gerufen.

So sieht er in diesen Anlagen auch eine Möglichkeit der betrieblichen Altersversorgung. „In dieser Kombination wird auch deutlich, dass diese Form der Absicherung vom Unternehmer nicht als notwendiges Übel gesehen wird“, erklärt Schrade. Demnach würden die Mitarbeiter in die Anlage auf dem Dach des eigenen Unternehmens investieren und mit Eintritt der Rente ihr Kapital mit einem festgelegten Zinssatz ausgezahlt bekommen. „Realistisch kann der Unternehmer mit einer Rendite von sechs bis acht Prozent aus einer solchen Anlage rechnen. Wenn er davon einen Teil in die Altersversorgung investiert, ist das für beide Seiten ein gutes Geschäft“, erklärt der Kiersper.

Doch damit sind für Schrade die Vorteile der Photovoltaikanlage noch lange nichts ausgeschöpft.

So sei es möglich bei Anlagen einer gewissen Größe den produzierten Strom selbst zu nutzen. Das lohne sich derzeit meist aber noch nicht, da die garantierte Einspeisevergütung einen Verkauf der produzierten Energie attraktiv mache. Schrade: „Der Betreiber kann aber jedes Jahr erneut entscheiden, ob er seinen Strom selber nutzen möchte oder ihn verkauft. Das bringt dann eine enorme Sicherheit, denn letztlich kann sich der Investor damit für 20 Jahre einen gleichbleibenden Strompreis sichern.“ Allerdings müssten bereits beim Bau der Anlage die technischen Voraussetzungen geschaffen werden, die eine Nutzung des selbstproduzierten Stromes ermöglichen würden.

Neben der Dezentralisierung der Stromproduktion, stabilen Preisen und einer anderen Form der Altersversorgung sieht der Kiersper aber auch noch einen weiteren Vorteil in den Anlagen: „Wer auf diese Art und Weise Strom produziert, der kann sich CO2-Zertifikate gutschreiben lassen und so in Zukunft die Betriebskosten senken.“

Doch auch bei der Photovoltaikanlage auf dem Goletz-Dach sind alle Beteiligten zufrieden. „Wir habe aus der Vermietung feste Einnahmen, das bringt Sicherheit“, beschreibt es Geschäftsführer Martin Werner. Und Sparkassen-Vorstand Wolfgang Opitz ergänzt: „Energie ist seit Jahren für uns ein wichtiges Thema. Wir haben mittlerweile schon etliche Maßnahmen finanziert und dafür einen hohen zweistelligen Millionenbetrag bereitgestellt. Allein in Kierspe und Meinerzhagen haben wir Photovoltaikanlagen finanziert, mit denen rund 50 Haushalte mit Strom versorgt werden können.“ ▪ Johannes Becker

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